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Naturkundlich-historische Wanderungen im Kreis Herford

 

Natur und Kultur erleben im Kreis Herford

Zu Anfang des Jahres 1999 beschlossen der Kreis Herford und die Stiftung für die Natur Ravensberg gemeinsam ein Projekt ”Natur und Kultur im Kreis Herford” durchzuführen mit dem Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Herford ihre Heimat näher zu bringen. Dafür wurden und werden Exkursionen durchgeführt, in deren Verlauf den TeilnehmerInnen die Landschaftsteile und ihre Geschichte erläutert wird. Unter Verwendung der dazu erarbeiteten Faltblätter können die Routen auch selbständig erwandert und die Erläuterungen zu den einzelnen Punkten nachgelesen werden.

 

Hiebei werden die folgenden Themenbereiche behandelt:

 

 

Wander-Routen

Der Kreis Herford und die Stiftung für die Natur Ravensberg haben in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Ravensberg e.V. und den Heimatvereinen bisher 25 Exkursionen und die dazugehörigen Faltblätter erarbeitet. Die Wanderungen dauern zwischen 2 und 3,5 Stunden, je nach Anzahl der Teilnehmer und ihrer Diskussions- und Fragefreudigkeit.

Der Treffpunkt und die Dauer der jeweiligen Exkursion wird in den Tageszeitungen bekanntgegeben, ebenso eine kurze Inhaltsbeschreibung. Auch in den Programmen der Volkshochschule und der Biologischen Station Ravensberg und nicht zuletzt natürlich im Veranstaltungskalender im Internet der Kreisverwaltung wird über die Veranstaltungen informiert.

Bei Interesse werden auch Exkursionen außerhalb der angekündigten Termine für Privatgruppen durchgeführt. Informationen erhalten Sie bei der rechts angegebenen Kontaktperson.

 

 

Naturkundlich-historische Wanderungen Kreisübersicht

Routen der Naturkundlich-historischen Wanderungen im Kreis Herford

Als gemeinsamer Service der unteren Landschaftsbehörde und des Kataster- und Vermessungsamtes finden Sie hier nicht nur textliche, sondern auch graphische Informationen  zu den Naturkundlich-historischen Wanderungen. Durch unser Geodatenportal möchten wir Ihnen einen Vorgeschmack auf die Erlebnisse in der vielfältigen Natur geben.

Wir erweitern dieses Angebot stetig. Schauen Sie doch einfach mal rein!

  1. Die ”Spenger Rötekuhlen” in Bardüttingdorf
  2. Durch das ”Wehmerhorster Wiesental” in Rödinghausen
  3. Vom ”Gut Böckel” zum ”Voßholz” in Rödinghausen
  4. Um das ”Hücker Moor” in Spenge
  5. Durch das ”Enger Bruch”, zu den Sattelmeyerhöfen und der Kleinbahntrasse in Enger
  6. Das ”Asbeke- Kinzbachtal” in Herford
  7. Durch den ”Doberg” in Bünde
  8. Durch die ”Bustedter Wiesen” zum ”Gut Bustedt” in Hiddenhausen
  9. Rund um „Oldinghausen“ in Enger
  10. Um „Stift Quernheim“ im Kirchlengern
  11. Durch das „Naturschutzgebiet Füllenbruch“ in Herford und Hiddenhausen
  12. Durch den „Schweichelner Berg“ in Hiddenhausen
  13. Entlang der „Werre“ in Hiddenhausen
  14. Das ”Bramschebach-Nagelsbachtal” in Herford und Löhne
  15. „Mühlenbach, Haus Beck und Schloß Ulenburg“ in Löhne
  16. Die „Blutwiese“ in Löhne
  17. Durch das ”Mittelbachtal” in Löhne
  18. Zwischen ”Saalegge” und ”Voßgrund” in Vlotho
  19. Der „Kleine Selberg“ in Vlotho
  20. „Linnenbeeke“ und Bauernbad in Vlotho
  21. Entlang der „Else“ in Bünde
  22. Um „Randringhausen“ in Bünde
  23. Durch die „Donoer Berge“ in Rödinghausen
  24. Zum „Sudbachtal“ in Löhne
  25. Die „Gewinghauser Bachniederung“ in Bünde

 

 

Diese Faltblätter sind gesammelt in einer Box sowohl beim Kreis Herford (beim Katasteramt sowie der unteren Landschaftsbehörde), bei der Biologischen Station Ravensberg in Stift Quernheim als auch über den örtlichen Buchhandel erhältlich. Der Preis beträgt 8,00 €.

 

Ein Überblick über die Themenbereiche in den Wegebeschreibungen und Exkursionen

Einblick in die Geologie des Kreises Herford

Ausgehend von der Geologie (Erdentwicklungsgeschichte) des Ravensberger Hügellandes, besonderer Landschaftsformen oder Landnutzung wird das heutige Erscheinungsbild des Kreises erklärt. So wird der Doberg zum Beispiel mit seinen an der Bodenoberfläche ausstreichenden einzigartigen Oligozän-Schichten und deren Entstehungsgeschichte vorgestellt und die Abgrabungsgeschichte des Dobergmergels, die dem Gebiet sein heutiges Aussehen gegeben hat.

Die Sieke sind ein typisches Element des Ravensberger Hügellandes. Wie sind sie entstanden, warum hat der Mensch die Landschaft derart umgestaltet? Diese und andere Fragen werden während der Wanderung und im Faltblatt beantwortet.

Nicht zu vergessen sind auch die Ton-, Sand- und Mergelabgrabungen sowie Steinbrüche, wo durch die Nutzung der Bodenschätze das Landschaftsbild mehr oder weniger nachhaltig verändert wurde.

 

Entwicklung und Entstehung der heutigen Kulturlandschaft

Manche dieser Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt hinterlassen besondere Lebensräume, in denen die Tier- und Pflanzenwelt des Kreises Herford inmitten der stark genutzten und bebauten Landschaft überleben kann.

So stellt wiederum der Doberg heute ein einzigartiges Trockenbiotop dar, wo trockenheitertragende Pflanzen nicht in der Konkurrenz der Arten der frischen, nährstoffreichen Wiesen untergehen und ihrerseits einer reichen Insektenwelt Lebens- und Nahrungsgrundlage bieten. Die Sieke mit ihren unterschiedlichen Feuchtwiesengesellschaften im Talgrund und den Gehölzbeständen auf den Siekkanten bieten feuchtigkeitsliebenden Arten einen Lebensraum, nicht verfüllte Sandgruben und verlassene Steinbrüche ebenso.

 

Aspekte des Naturschutzes

Viele dieser Bereiche sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Um die Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume zu erhalten, werden einerseits Schutz-, Pflege- und Baumaßnahmen durchgeführt, der Bürger andererseits über Verbote in der freien Nutzung des Gebietes eingeschränkt. Die Vorstellung der besonderen Tier- und Pflanzenarten ebenso der Biotope einer Flur im Rahmen des Projektes ”Natur und Kultur im Kreis Herford” dient also der Information, wirbt aber auch um Verständnis und Beachtung der Verbote. Auch manche vielleicht schwer verständliche Naturschutzmaßnahme kann auf diesem Weg für den Bürger und die Bürgerin besser nachvollzogen werden.

 

Historische Zeugnisse am Wegesrand

Aber nicht nur die Landschaftsnutzung oder in neuerer Zeit auch der Naturschutz gestalten das Ravensberger Hügelland. Die Geschichte mit ihren verschiedenen Herrschaftsformen, gesellschaftlichen Entwicklungen und Ausprägungen hinterläßt ihre Spuren in unserem Landstrich. Offensichtlich sind für jeden die herausragenden Gebäude wie die Rittersitze, Sattelmeyerhöfe oder Mühlen. Über die jeweilige Geschichte wissen oft nur wenige Bescheid. Aber auch die Flächengröße der Felder, der Anteil an Waldflächen, der Verlauf eines Baches oder das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Kleinbiotope können eine Geschichte erzählen. Flurbezeichnungen oder Straßennamen oder sogar bestimmte Worte bekommen plötzlich einen Sinn.

 

Unser Ziel

”Natur und Kultur im Kreis Herford” will also einerseits für den Naturschutz und seine Aktivitäten werben andererseits dem Bürger und der Bürgerin einen anderen Blickwinkel für seine Heimat entwickeln, damit er mit einem neuen Bewußtsein in die alte Ravensberger Kulturlandschaft blickt.