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Häusliche Gewalt

Ein Leben ohne Gewalt ist die Grundvoraussetzung für gleiche Verwirklichungschancen im Lebensverlauf. Doch insbesondere die Gewalt gegen Frauen macht deutlich, dass nach wie vor Ungleichheiten und Hierarchien im Geschlechterverhältnis bestehen. Dies äußert sich nicht selten in partnerschaftlicher Gewalt. Jeder vierten Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt widerfahren (BMFSFJ 2017).

Wir als Gleichstellungsstelle können diese Zustände nicht tolerieren. Wir möchten die Hintergründe des Themas öffentlich machen und Betroffenen durch Verbreitung von Informationen über Hilfsangebote einen besseren Schutz bieten. Zusammen mit anderen Institutionen koordinieren wir das Fachforum für häusliche Gewalt um unsere gemeinsamen Ziele zu verwirklichen. Betroffene erhalten auf der Internetseite des Fachforums Informationen zu Hilfsangeboten und Beratungsstellen.

Außerdem gibt es im Kreis Herford die Möglichkeit der anzeigenunabhängigen Spurensicherung bei sexueller Gewalt oder dem Verdacht einer Vergewaltigung. Die Spuren werden für 10 Jahre eingelagert, so dass betroffene Frauen die Entscheidung über eine Anzeige selbstbestimmt treffen können.

Am 1. Februar 2018 ist für Deutschland die Istanbul-Konvention in Kraft getreten, ein völkerrechtlicher Menschenrechtsvertrag gegen geschlechtsspezifische Gewalt. In dem Vertrag verpflichten sich die Staaten zu gezielten Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt und erkennen geschlechtsspezifische Gewalt als Menschenrechtsverletzung an.

Anonyme Spurensicherung

Im Kreis Herford können Opfer sexueller Gewalt nach einer Gewalttat ihre Spuren sichern lassen, ohne dass Anzeige erstattet werden muss.

Nach einer (versuchten) Vergewaltigung ist es für viele Mädchen und Frauen schwierig direkt Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Trotzdem ist es wichtig innerhalb von 24 Stunden Spuren sichern zu lassen. Darauf kann dann zurückgegriffen werden,  wenn die Anzeige erst nach Wochen oder Monaten erstattet wird. Durch die Anonyme Spurensicherung (ASS) werden Spuren von sexueller Gewalt gesichert und aufbewahrt, bis sich das Mädchen oder die Frau dazu entscheidet Anzeige zu erstatten.

 

Was ist bei der anonymen Spurensicherung zu beachten?

Vorher möglichst nicht duschen.

Die Kleidung nicht wechseln oder waschen.

K.O.- Tropfen sind nur 12 Stunden im Urin nachweisbar, deshalb ist schnelles Handeln notwendig.

Wenn möglich, Wechselkleidung mitnehmen.

Eine Person des Vertrauens kann mitgenommen werden.

Die Untersuchung ist vertraulich.

 

Die anonyme Spurensicherung ist kostenfrei und nimmt mindestens eine Stunde Zeit in Anspruch.

Die Spuren werden anonymisiert 10 Jahre lang bei der Rechtsmedizin in Münster aufbewahrt und dürfen nicht ohne Zustimmung der Betroffenen verwendet werden.

 

Wo kann eine anonyme Spurensicherung erfolgen?

Im Kreis Herford ist eine anzeigenunabhängige und vertrauliche Spurensicherung nach sexueller Gewalt in folgenden Kliniken möglich:

Klinikum Herford, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,

Station 7b Schwarzenmoorstraße 70, 32049 Herford

05221 / 94 23 71 oder 94 17 71

Mathilden Hospital Herford Frauenklinik

Renntormauer 1-3, 32052 Herford Renntormauer 1-3, 32052 Herford

05221 / 5 93 - 7 15 13 oder 05221 / 5 93 - 7 15 14