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Breitbandausbau im Kreis Herford

Leistungsfähige Internetzugänge sind für die Städte und Gemeinden heute ein wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor. Die Anbindung an die Datenautobahn gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Standortattraktivität und die Lebensqualität einer Region. Eine leistungsfähige und zukunftssichere Telekommunikationsinfrastruktur bildet die Grundlage für die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen, für wirtschaftliches Wachstum sowie für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.


Die Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen ist für alle Städte und Gemeinden mittlerweile eine Grundvoraussetzung für ihre weitere wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung. Wer sich erfolgreich im Wettbewerb positionieren möchte, wer seinen Beschäftigen Homeoffice ermöglich will und Schulen, die ihren SchülerInnen Online-Unterricht anbieten möchten, sind auf schnelle Netze angewiesen. Wirtschaftliches Wachstum und Attraktivität der Wohnstandorte bedingen also ein leistungsfähiges Netz. Im Namen der neun Kommunen strebt der Kreis Herford daher in einem vom Bund und Land geförderten Ausbauverfahren eine schnelle Anbindung der unterversorgten Unternehmen, Schulen und Haushalte an Next Generation Access (NGA)-Netze an. Als unterversorgt gilt zunächst eine Versorgung von unter 30 Mbit/s am Anschluss – so die Definition der Fördermittelgeber Bund und Land.

Im Vergleich zu anderen Regionen ist das Kreisgebiet zwar bereits relativ gut versorgt, doch gibt es im gesamten Kreisgebiet auch nach den umfänglichen eigenwirtschaftlichen Ausbauvorhaben durch verschiedene Telekommunikationsunternehmen in den vorangegangenen Jahren gegenwärtig immer noch zahlreiche unterversorgte Haushalte, Gewerbeeinheiten und Schulen.

 

Das Verfahren zum geförderten Breitbandausbau

Für das jetzige Ausbauverfahren im sog. 4. Call des Bundes (Verlinkung der Bundesförderrichtlinie), bei dem es um die Versorgung der „weißen Flecken“ geht, hat der Kreis Herford zunächst eine sogenannte Markterkundung durchgeführt. Hier wurde bei den Telekommunikationsunternehmen angefragt, ob die Haus- und Gewerbeanschlüsse im Kreis Herford im Laufe der kommenden drei Jahre eigenwirtschaftlich durch die Unternehmen mit leistungsfähigen Internetanschlüssen angebunden werden.

Für die Adressen, die nicht im Zuge dieser Eigenausbauten mit höheren Bandbreiten versorgt werden, hat der Kreis Herford im Namen aller neun Kommunen bei Bund und Land Fördermittelanträge gestellt, um die Versorgung dieser Adressen mit einem leistungsfähigen Glasfaseranschluss zu realisieren. In die Förderung und damit in die spätere Ausschreibung konnten nur die Adresspunkte integriert werden, die sich im Rahmen des Markterkundungsverfahrens als unterversorgt herausgestellt haben.

Nach dem Erhalt der finalen Förderbescheide am 19. Oktober 2020 (Bund) bzw. am 18. November 2020 (Land) wurde am 9. Dezember 2020 der Kooperationsvertrag zur Anbindung der unterversorgten Unternehmen, Schulen und Haushalte ans Glasfasernetz mit dem Unternehmen „Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH“ unterzeichnet.

Derzeit laufen Detailplanungen und Vorbereitungen zum Ausbau.

Landrat Jürgen Müller (u. r.) und Gunther Schwab (u. l.) von der Deutschen Glasfaser unterzeichnen im Beisein von Dezernent Norbert Burmann (l.) und Josef Wegener (r.) von der Bezirksregierung am 9. Dezember 2020 den ausgehandelten Kooperationsvertrag zum kreisweiten Glasfaserausbau

 

Baubeginn

Der Spatenstich für das Ausbauvorhaben mit dem Unternehmen „Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH“ ist nach derzeitigem Planungsstand und abhängig von der Witterung für April 2021 geplant.

Der kreisweite Ausbau wird im Westen starten und zunächst die Städte Bünde, Enger, Spenge und die Gemeinde Rödinghausen erschließen.

Mit dem Start der Vermarktungsphase durch die Deutsche Glasfaser wird je nach Projektfortschritt ein Verfügbarkeitscheck für KundInnen veröffentlicht. Dort ist dann eine Prüfung möglich, ob der Hausanschluss im Ausbaugebiet liegt und ob ein Glasfaseranschluss gebucht werden kann.

 

Ausbau

Um das schnelle Glasfasernetz im gesamten Kreisgebiet zu realisieren, werden in den kommenden drei Jahren ca. 3.000 Kilometer Glasfaserkabel, 71 Kabelverzweiger und 10 Hauptverteiler verbaut. Die privaten Haushalte und Unternehmen, die an das neue Netz angebunden werden können, werden im Vorfeld von der Deutschen Glasfaser auch noch direkt über die nächsten Schritte informiert.

Der Ausbau umfasst kreisweit insgesamt 6.519 Haushalte, 937 Gewerbeeinheiten und 68 Schulen.

 

Unterstützer und Förderer

Der Kreis Herford und seine neun Kommunen werden beim Ausbau eines zukunftsfähigen Breitbandnetzes gefördert und unterstützt vom Bund, vom Land NRW und von der Europäischen Union.

Unterstützer und Förderer sind:

  • das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
  • die ateneKom GmbH, Berlin
  • das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW (MWIDE)
  • Gigabit NRW (PWC) und die Gigabit Geschäftsstelle (Bezirksregierung Detmold)
  • die Europäische Union: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

 

Weitere Ziele

Die Haushalte und Unternehmen, die aufgrund der Förderbedingungen nicht mit in die laufende Ausschreibung aufgenommen werden konnten, stehen dennoch im Fokus der Bemühungen um eine zukunftsgerichtete Versorgung. Hier werden bestehende Fördermöglichkeiten geprüft und insbesondere eigenwirtschaftliche Ausbauten forciert. Ziel ist es, den Kreis Herford mittelfristig zu einem großen Teil Gigabit-fähig mit Glasfaser auszubauen. Hierbei unterstützt der Kreis Herford alle Kommunen und ist auch Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft.