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Informationen zur Blauzungenkrankheit (BTV)

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die von blutsaugenden Mücken (Gnitzen) auf alle Wiederkäuer (z. B. Rinder, Schafe, Ziegen, Alpakas) übertragen werden kann. Der Erreger ist für den Menschen und andere Tiere nicht gefährlich. Der Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten ist daher vollkommen unbedenklich.

Im Kreis Kleve wurde der Erreger der Viruserkrankung  (BTV – Serotyp 3) am 12.10.2023 bei erkrankten Schafen nachgewiesen. Dies ist der erste bestätigte Fall in Deutschland seit 2 Jahren. Bereits seit einigen Wochen gibt es zudem ein sehr aktives Seuchengeschehen in den Niederlanden mit weit über 1.500 betroffenen Tierbeständen sowie bestätigte Fälle in Belgien und Niedersachsen. Am 09.11.23 wurde das Virus im Kreis Gütersloh bei einem Rind nachgewiesen – damit ist die Tierseuche auch in OWL angekommen.

Betroffene Betriebe werden von den Behörden gesperrt. Demnach dürfen keine Tiere in andere Betriebe transportiert werden. NRW verliert nach dem Nachweis in Kleve nach zwei Jahren ohne Fälle von Blauzungenkrankheit den sogenannten Freiheitsstatus. Als Folge müssen die Tierhalter laut Mitteilung mit Einschränkungen beim Handel mit Rindern, Schafen, Ziegen und anderen Wiederkäuern in freie Bundesländer bzw. EU-Mitgliedsstaaten oder Drittländer rechnen. Beim Handel mit ebenfalls betroffenen Bundesländern wie z.B. Niedersachsen gibt es dagegen keine besonderen Bedingungen in Bezug auf BTV-3. Die aktuellen Verbringungsregelungen in NRW können den Infoblättern des  Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) entnommen werden (s. rechte Spalte unter DOKUMENTE).

Das aktuell verbreitete Virus (Serotyp 3) verursacht schwere Erkrankungen in Schafbeständen mit Todesfällen. Rinder sind in der Regel nur mit milden Symptomen betroffen und Ziegen scheinen bisher kaum empfindlich zu sein. Typische Symptome vor allem bei Schafen sind hohes Fieber und eine Schwellung der Mundschleimhäute sowie der Zunge. Damit verbunden kommt es zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Eine tatsächliche Blaufärbung der Zunge tritt jedoch nur selten auf. Bei Rindern findet sich in erster Linie ein Milchrückgang und gelegentlich werden Lidschwellungen und Verfärbungen der Zitzenhaut beobachtet. Nach überstandener Erkrankung sind die Tiere immun gegen den Erreger.

Eine Impfung gegen den aktuellen Serotyp 3 gibt es zur Zeit in Europa nicht. Impfung gegen andere Serotypen wirken nicht gegen BTV-3. Tierhalter*innen können ihre Tiere aber vor Insekten schützen und damit das Infektionsrisiko senken.

Alle Halter*innen von empfänglichen Tierarten, insbesondere Rindern, Schafen und Ziegen, sind aufgefordert, ihre Tiere genau zu beobachten und bei Krankheitssymptomen, die auf eine Blauzungeninfektion hindeuten, ihre Tierarztpraxis oder das Veterinäramt zu informieren, damit die notwendigen Laboruntersuchungen schnell eingeleitet werden können.