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Breitbandausbau im Kreis Herford

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung wird eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur nicht nur für die regional ansässigen Unternehmen, sondern auch für öffentliche Träger, Bildungseinrichtungen und selbstverständlich Privathaushalte immer wichtiger. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie wird die große Bedeutung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur für das alltägliche Leben deutlich. Ob beim Homeoffice, Homeschooling oder aber auch bei verschiedenen Dienstleistungen, wie beispielsweise Streaming-Dienste oder Internettelefonie, überall ist eine schnelle und stabile Internetverbindung die zentrale Grundvoraussetzung.

Leistungsfähige Internetzugänge gehören heute zu den unverzichtbaren Faktoren einer überzeugenden Standortentwicklung. Sie sind die Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Informationsgesellschaft und damit Grundlage für die Ansiedlung und den Verbleib von Menschen und Wirtschaftsbetrieben. Insbesondere im ländlichen Raum ist ein schneller Internetzugang ein wichtiger Faktor und eine existenzielle Notwendigkeit, um die Abwanderung von Menschen und Betrieben zu verhindern. Schnelles Internet ist schließlich nicht nur wichtig für die Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern auch für die Lebensqualität der Menschen. Eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen ist somit für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den Städten und Gemeinden von erheblicher Bedeutung und macht sie als Wohn- und Arbeitsort nachhaltig attraktiver.

Im Rahmen des Bundesförderprogrammes »Weiße Flecken« zum Breitbandausbau strebt der Kreis Herford im Namen der neun kreisangehörigen Kommunen daher eine schnelle Anbindung der unterversorgten Unternehmen, Schulen und Haushalte im Kreisgebiet an Next Generation Access (NGA)-Netze an. Als unterversorgte „weiße Flecken“ gelten laut Gesetzgeber alle Adressen, die eine Bandbreite von weniger als 30 MBit/s im Download zur Verfügung haben.

Projektverlauf des Breitbandausbaus

Für den derzeitigen Ausbau hat der Kreis Herford zunächst eine sogenannte Markterkundung durchgeführt, um den genauen Umfang des aktuellen Förderbedarfs zu ermitteln. Die Markterkundung in 2018 zielte auf die Feststellung der Versorgungslage und der eigenwirtschaftlichen Ausbauabsichten der im Kreisgebiet aktiven Telekommunikationsunternehmen ab. Anschließend wurden alle bestehenden Adressen, die weniger als 30 Mbit/s im Download aufwiesen und für die kein eigenwirtschaftlicher Ausbau in den nächsten 3 Jahren gemeldet worden ist, als förderfähig identifiziert und als Gebietskulisse definiert.

Basierend auf den Ergebnissen des Markterkundungsverfahrens hat der Kreis Herford im Namen aller neun Kommunen für die förderfähigen Adressen beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie beim Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) Fördermittelanträge gestellt. In die Förderung und damit in die spätere Ausschreibung konnten nur die Adresspunkte integriert werden, die sich im Rahmen des Markterkundungsverfahrens als unterversorgt herausgestellt haben.

Daraufhin folgte eine europaweite Ausschreibung als mehrstufiges Verfahren. Darin wurden Telekommunikationsunternehmen gesucht, die fähig und bereit sind, ein sogenanntes NGA-Netz zu errichten. Das Unternehmen „Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH“ hat letztlich das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und den Zuschlag für das Ausbauprojekt im Kreis Herford erhalten.

In der folgenden Übersicht sind die wichtigsten Schritte des Projektverlaufs zum Glasfaserausbau dargestellt:

  • 19. Oktober 2020:
    Erhalt des finalen Förderbescheides vom Bund
  • 18. November 2020:
    Erhalt des finalen Förderbescheides vom Land
  • 09. Dezember 2020:
    Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH
  • Januar - April 2021:
    Feinplanungen und Vorbereitungen für den Ausbau
  • 21. Mai 2021:
    Symbolischer Spatenstich zum Baubeginn des Glasfaserausbaus an der Kreuzung Laarer und Hausheider Straße in Herford und Errichtung des ersten POP-Standortes
  • 27. Mai 2021:
    Ausbaustart in Enger
  • Juni - Juli 2021:
    Realisierung von 7.228,88 m unversiegeltem und 243,25 m versiegeltem Tiefbau in der Stadt Enger

Landrat Jürgen Müller (vorne rechts) und Gunther Schwab (vorne links) von Deutsche Glasfaser unterzeichnen im Beisein von Dezernent Norbert Burmann (hinten links) und Josef Wegener (hinten rechts) von der Bezirksregierung am 9. Dezember 2020 den ausgehandelten Kooperationsvertrag zum kreisweiten Glasfaserausbau.

Erster Spatenstich in Herford

Landrat Jürgen Müller (5. von rechts) freut sich zusammen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen, der Deutschen Glasfaser, der Bezirksregierung sowie des Bundes über den Start des flächendeckenden Glasfaserausbaus im Kreis.

Umfang des Breitbandausbaus

  • Im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus werden kreisweit insgesamt 6.519 Haushalte, 937 Gewerbeeinheiten und 58 Schulen mit einem zukunftsfähigen FTTH-Glasfaseranschluss („Fiber to the Home“ – Glasfaser bis ins Haus) versorgt. Die Infrastruktur wird bei Privatgebäuden bis zur Grundstücksgrenze verlegt. Die Deutsche Glasfaser verlegt auch einen Hausanschluss, wenn ein Vertragsabschluss über eine Dauer von 2 Jahren im Zuge des Ausbaus erfolgt. Die geplante Bauzeit des Ausbauverfahrens beläuft sich auf 3 Jahre.

  • Um das schnelle Glasfasernetz im Kreis Herford zu realisieren, werden während des Ausbaus insgesamt rund 3.000 Kilometer Glasfaserkabel, 71 Kabelverzweiger und 10 Hauptverteiler verbaut.

  • Dem Kreis Herford wurde für dieses Ausbauvorhaben vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW eine Fördersumme von rund 50 Millionen Euro bewilligt.

Über Deutsche Glasfaser

Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser plant, baut und betreibt hauptsächlich anbieteroffene Glasfaser-Direktanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen. Sie engagiert sich bundesweit privatwirtschaftlich für die Breitbandversorgung in ländlichen Regionen. Mit innovativen Planungs- und Bauverfahren realisiert Deutsche Glasfaser in enger Kooperation mit den Kommunen FTTH-Netzanschlüsse schnell und kosteneffizient – auch im Rahmen bestehender Förderprogramme für den flächendeckenden Breitbandausbau. 2020 gründeten die erfahrenen Glasfaserinvestoren EQT und OMERS als Eigentümer die Unternehmensgruppe durch einen Zusammenschluss der Netzanbieter inexio und Deutsche Glasfaser. Deutsche Glasfaser ist als FTTH-Anbieter mit den meisten Vertragskunden marktführend in Deutschland.

Fragen und Antworten zum geförderten Breitbandausbau (FAQ)

Welche Gebiete sind förderfähig und werden ausgebaut?

Es werden ausschließlich die Adressen gefördert, die bisher weniger als 30 Mbit/s im Download am Anschluss empfangen können, bzw. bei denen kein Telekommunikationsunternehmen eine höhere Bandbreite zugesagt hat.
Nicht ausgebaut werden Adressen, bei denen im Rahmen des Markterkundungsverfahrens ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch ein Telekommunikationsunternehmen von mindestens 30 Mbit/s im Download in den nächsten Jahren avisiert worden ist.

Ich habe aktuell weniger als 30 Mbit/s, aber gehöre nicht zum Fördergebiet. Warum?

Es kann verschiedene Gründe haben, warum Ihre Adresse nicht zum Fördergebiet gehört:

  • Bei Ihrem oder einem anderen Telekommunikationsanbieter sind an Ihrer Adresse bereits 30 Mbit/s oder mehr im Download verfügbar. Auf den Internetseiten der verschiedenen Internetanbieter können Sie jeweils einen Verfügbarkeitscheck durchführen.

Deutsche Telekom Verfügbarkeits-Check

Vodafone Verfügbarkeits-Check

Deutsche Glasfaser Verfügbarkeits-Check

  • Im Rahmen des relevanten Markterkundungsverfahrens hat ein Telekommunikationsunternehmen eine Ausbauabsicht mit mehr als 30 Mbit/s im Download für Ihre Adresse mitgeteilt.

Was muss ich tun, wenn an meiner Adresse ausgebaut wird und ich auch an das geförderte Glasfasernetz angeschlossen werden möchte?

Damit Sie einen kostenfreien Hausanschluss im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus erhalten, müssen Sie diesen beim Anbieter Deutsche Glasfaser beauftragen bzw. bis zum jeweiligen Stichtag während der Vermarktungs-/Bauphase einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abschließen. Hierbei wird das Haus ans Glasfasernetz angeschlossen und ein Übergabepunkt im Gebäude installiert. Außerdem muss die Hauseigentümerin bzw. der Hauseigentümer eine Grundstückseigentumserklärung abgeben und damit der Verlegung der Glasfaser zustimmen.

Welche Bauarbeiten sind auf meinem Grundstück notwendig?

Für die Verlegung eines Glasfaserkabels werden zunächst Leerrohre in die Straße eingebracht. Sobald die Leerrohre verlegt sind, werden die Glasfasern eingeblasen. Tiefbauarbeiten werden nur dort stattfinden, wo sie notwendig sind. Im Vorfeld der Bauarbeiten werden Sie von einer Technikerin oder einem Techniker des mit dem Ausbau beauftragten Unternehmens kontaktiert. Diese(r) bespricht mit Ihnen vor Ort die konkreten Baumaßnahmen an Ihrer Immobilie.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen zum Ausbau habe?

Die Mitarbeiter/-innen von Deutsche Glasfaser stehen Ihnen für alle Fragen und Anregungen zum Bau sowie auch zu vertraglichen Themen in den Baubüros zur Verfügung. Die Baubüros befinden sich an folgenden Standorten:

  • Radewigstraße 28 in Herford
  • Lange Straße 130 in Vlotho

Beide Baubüros haben mittwochs von 10:00 - 13:00 Uhr und von 14:00 - 17:00 Uhr geöffnet. Zudem stehen Ihnen die Mitarbeiter/-innen der Deutschen Glasfaser auch telefonisch unter der Nummer 02861/89060940 oder per E-Mail unter info@deutsche-glasfaser.de gerne zur Verfügung.

Was passiert, wenn ich keinen Anschluss möchte oder zunächst keinen Anschluss buche?

Wenn Sie sich noch nicht für einen Hausanschluss entscheiden, bzw. wenn Sie bis zum Stichtag der Vermarktungsphase keinen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser eingehen und keine Zustimmung der Grundstückeigentümerin bzw. des Grundstückseigentümers vorlegen, wird die Glasfaser lediglich bis zu Ihrer Grundstücksgrenze (in der Regel bis zum Bürgersteig) gelegt.

Ein Hausanschluss – also das Verlegen des letzten Abschnitts vom Bürgersteig bis ins Haus – ist zwar auch zu einem späteren Zeitpunkt weiterhin möglich, dann jedoch zu den marktüblichen Konditionen, was bedeutet, dass Sie auf jeden Fall an den Hausanschlusskosten beteiligt werden würden.

Ich wohne zur Miete. Kann ich das Angebot dennoch nutzen?

Bitte stimmen Sie sich mit Ihrer Hausverwaltung oder der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer Ihrer Immobilie ab.

Was kostet mir ein Hausanschluss?

Den Haushalten, die förderfähig sind und bis zum jeweiligen Stichtag einen Vertrag mit Deutsche Glasfaser abschließen, entstehen keine Kosten für die Herstellung eines Hausanschlusses. Monatliche Kosten fallen je nach gebuchtem Tarif an. Die derzeitigen Tarife entnehmen Sie bitte der Homepage der Deutschen Glasfaser unter

Wie ist der Zeitplan des geförderten Ausbaus?

Die Bauphase ist mit dem offiziellen Spatenstich am 21. Mai 2021 gestartet. Nach jetzigem Planungsstand soll der gesamte Glasfaserausbau bis Ende 2023 abgeschlossen sein.

Der voraussichtliche Beginn des Glasfaserausbaus in den jeweiligen Kommunen ist nach derzeitigem Planungsstand wie folgt vorgesehen:

  • Stadt Bünde: November 2021
  • Stadt Enger: Mai 2021
  • Stadt Herford: August 2021
  • Stadt Löhne: Anfang 2022
  • Stadt Spenge: Ende August 2021
  • Stadt Vlotho: Juli 2021
  • Gemeinde Hiddenhausen: September 2021
  • Gemeinde Kirchlengern: Ende 2021
  • Gemeinde Rödinghausen: März 2022

Meine Adresse ist laut den Bedingungen nicht förderfähig. Besteht trotzdem für mich auch eine Chance, dass meine Adresse in Zukunft ausgebaut wird?

Eine Änderung der ausgeschriebenen Förderkulisse ist grds. nicht möglich. Es wird deshalb nachträglich kein Anschluss mit in die Planung aufgenommen. Dies hat technische und förderrechtliche Gründe.

Die Haushalte und Unternehmen, die aufgrund der Förderbedingungen nicht mit in die laufende Ausschreibung aufgenommen werden konnten, stehen aber dennoch im Fokus der Bemühungen um eine zukunftsgerichtete Versorgung. Hier werden bestehende Fördermöglichkeiten geprüft und insbesondere eigenwirtschaftliche Ausbauten forciert. Ziel ist es, den Kreis Herford mittelfristig zu einem großen Teil Gigabit-fähig mit Glasfaser auszubauen. Hierbei unterstützt der Kreis Herford alle Kommunen und ist auch Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger und für die Wirtschaft.