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Ersthelfer-App KATRETTER -
Ich (erst-)helfe dir!

Bei der Rettung von Menschen, insbesondere beim Herz-Kreislauf-Stillstand, zählt oft jede Minute. Dabei können in vielen Notsituationen oder Krisenlagen Freiwillige mit ihren unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten mithelfen.

Die KATRETTER-Ersthelfer-App wurde entwickelt, um freiwillige Ersthelferinnen und -helfer über eine Notsituation zu infomieren und sie um Mithilfe zu bitten.

Hier finden Sie erste Informationen zu diesem Thema.


Was ist KATRETTER?

KATRETTER ist ein System für freiwillige Ersthelfer. Befinden sie sich in der Umgebung eines Einsatzortes, können sie per KATRETTER-App direkt von den Rettungsleitstellen um ihre Mithilfe gebeten werden. Das System ist kostenlos und die Teilnahme ehrenamtlich.

KATRETTER basiert auf den Ergebnissen eines dreijährigen Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), an dem unter anderem die Berliner Feuerwehr und Fraunhofer FOKUS beteiligt waren. Die effiziente Registrierung der freiwilligen Helferinnen und Helfer bedarf nur eines geringen Administrationsaufwandes.


Aktuelle Umsetzung im Kreis Herford:

Das Projekt KATRETTER befindet sich im Sommer 2022 in der Testphase.

Anschließend soll das KATRETTER-System für weitere Personen zur Registrierung und Teilnahme zugelassen werden. Es folgt auf dieser Internetseite und in den Medien eine entsprechende Information.

Fragen werden über das Postfach katretter@kreis-herford.de oder über die Pressestelle pressestelle@kreis-herford.de beantwortet.


Ablauf der Alarmierung

In Notfällen, wie dem Herz-Kreislauf-Stillstand, werden durch die Leitstelle sofort Einsatzmittel der Notfallrettung (Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug) alarmiert und mit Sondersignalen zum Einsatzort geschickt. Zeitgleich wird mit Hilfe der Ersthelfer-App KATRETTER sofort nach Freiwilligen in der Nähe des Notfallortes gesucht und diese um Hilfe auf ihrem Smartphone angefragt. Durch das frühzeitige Eintreffen der Ersthelfenden kann eine Herzdruckmassage bereits in den ersten Minuten nach Bekanntwerden des Notfalls beginnen. So können die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand deutlich verbessert und Spätfolgen vermindert werden. Der Rettungsdienst übernimmt beim Eintreffen am Einsatzort die weitere Versorgung und den Transport in ein geeignetes Krankenhaus.


Informationsübertragung

Über die Benachrichtigung von Helferinnen und Helfern entscheidet das KATRETTER-System anonym nach der Nähe zum Einsatzort. Sobald freiwillig Helfende die Übernahme eines Einsatzes in der KATRETTER-App aktiv bestätigt haben, werden die relevanten Informationen zum Einsatz (Notfall, Entfernung und Adresse) direkt auf deren Smartphones übertragen und angezeigt. Es kann sogar eine Navigation zur Einsatzstelle angeklickt werden. Das KATRETTER-System versucht möglichst drei Helfende zur Durchführung einer lebensrettenden Herzdruckmassage in der direkten Umgebung zu finden, damit diese sich gegenseitig unterstützen können.


Voraussetzungen für Katretterinnen und Katretter

Die Voraussetzungen dafür sind gering:

  • Ersthelfende müssen über 18 Jahre alt sein
  • Sie müssen sich zutrauen, lebensrettende Sofortmaßnahmen (insbesondere eine Wiederbelebung) durchzuführen.

In Zusammenarbeit mit dem DRK werden Informationsveranstaltungen und bedarfsgerechte Schulungen angeboten. Dabei werden Erste-Hilfe-Kenntnisse aufgefrischt und Fragen zur Registrierung sowie zum Ablauf geklärt.


Weitere Infos auch unter:

KATRETTER
KATRETTER - Youtube
KATRETTER - Fokus Fraunhofer


Fragen und Antworten


Allgemeines

Ich möchte Katretter*in werden. Welche Qualifikation benötige ich?

Ersthelfende müssen über 18 Jahre alt sein
Sie müssen sich zutrauen, lebensrettende Sofortmaßnahmen (insbesondere eine Wiederbelebung) durchzuführen.

Als Eingangsqualifikation empfehlen wir eine Tätigkeit in einem medizinnahen Beruf.

Beispiele sind:

  • Rettungsassistent*in, Rettungs-/Notfallsanitäter*in
  • Mitglied Hilfsorganisation
  • Pflegekraft
  • Arzthelfer*in
  • Feuerwehrmann/-frau
  • Arzt oder Ärztin
  • Polizist/Polizistin
  • Einsatzersthelfer*in Alpha/Bravo (Bundeswehr)

Wenn grundlegende Kenntnisse auf anderem Weg erworben wurden, ist eine Anmeldung auch unabhängig des Berufs möglich.

Es erfolgt im Kreis Herford eine Einweisung und Training für Katretter*innen. Erst danach wird man für KATRETTER freigeschaltet.


Wie kann ich mich konkret als Katretter*in registrieren?

Die Registrierung wird vom DRK organisiert. Sobald die Registrierungen starten, werden der notwendige Link und die Ansprechpersonen hier bekannt gegeben.

Interessierte mit Wohnort Herford werden vom DRK Kreisverband Herford-Stadt e.V. betreut, Interessierte aus den anderen Städten und Gemeinden des Kreises Herford vom DRK Kreisverband Herford-Land e.V.“

Die Kreisverbände organisieren dann jeweils Termine für eine Einweisung. Erst nach der Einweisung wird man für die KATRETTER-App freigeschaltet.

Man muss nicht zwingend seinen Wohnsitz im Kreis Herford haben.


Welches Smartphone benötige ich als Katretter*in und gibt es besondere Einstellungen?

Die KATRETTER-App gibt es für iOS und Android.

Einstellungen für Android - Nutzer

Bitte überprüfen Sie folgende Einstellungen:

Einstellungen -> Apps -> Katretter
Berechtigung: Standort muss freigegeben sein
Der Haken / Schieber bei "Berechtigung für ungenutzt Apps entfernen" darf nicht aktiv sein!

Einstellungen -> Benachrichtigungen -> nicht stören -> Ausnahmen -> Apps

Stellen Sie sicher, dass KATRETTER (und NINA, Warnwetter, ...) hier aufgeführt sind. Falls nicht, fügen Sie sie hinzu!

Wir empfehlen außerdem, die App KATRETTER einmal in der Woche aktiv zu öffnen. Dafür kann man sich zum Beispiel eine Erinnerung in den Kalender eintragen.


Kann ich auch an einer erneuten Schulung teilnehmen, wenn ich bereits länger Katretter*in bin?

Eine erneute Schulung ist möglich. Zur Anmeldung hierzu bitte eine E-Mail an katretter@kreis-herford.de senden.

Alternativ kann man sich beim zuständigen DRK Kreisverband, bei dem die erste Schulung gemacht wurde, melden.


Erfolgt eine Bezahlung als Katretter*in?

Nein, es erfolgt keine Vergütung, die Tätigkeit ist ehrenamtlich.


Was sind Inhalte der Einweisung?

Das Training beinhaltet eine theoretische und praktische Einweisung. Es werden sowohl medizinische als auch rechtliche Themen angeschnitten.


Muss ich für die Einweisung zahlen?

Für die Einweisung fallen keine Gebühren an.


Kann ich meine Mitarbeit als Katretter*in auch wieder beenden?

Temporär kann die App deaktiviert werden und dann wieder reaktiviert werden, wenn man Mitteilungen erhalten möchte.

Für eine endgültige Abmeldung kann per E-Mail an katretter@kreis-herford.de die Mitarbeit jederzeit wieder beendet werden.


Alarmierungen & Einsätze

Bin ich als Katretter*in zu jeder Tages- und Nachtzeit alarmierbar?

Nein, als Katretter*in kann man dieses selber steuern, in der App kann man sich als „nicht einsatzbereit“ schalten, wenn man nicht gestört werden möchte.

Außerdem ist man selbstverständlich nicht gezwungen, einen Einsatz anzunehmen.


Zu welchen Einsätzen wird ein/e Katretter*in alarmiert?

Bei allen Einsätzen, die lebensbedrohlich sind und Sofortmaßnahmen notwendig sind. Dazu zählen folgende Einsätze:

  • Herz-Kreislauf-Stillstand
  • Bewusstlosigkeit
  • Starke Blutung

Kann ich auch zu Situationen alarmiert werden, die für mich gefährlich sind?

Nein. Es erfolgt keine Alarmierung, wenn Gefahr für Ersthelfer*innen bestehen könnte. Gründe nicht zu alarmieren umfassen zum Beispiel Einsätze auf der Autobahn, Einsätze mit gewalttätigen Personen vor Ort etc.

Grundsätzlich gilt für alle Ersthelfenden: Eigensicherung beachten und anschließend helfen. Niemals selbst in Gefahr bringen!


Wer alarmiert die Katretter*innen?

Die Alarmierung erfolgt durch die Rettungsleitstelle des Kreises Herford.


Wie schnell werde ich in meinem Einsatz unterstützt?

Zu jedem Einsatz eines Katretters/einer Katretterin werden auch die regulären Rettungsmittel (Rettungswagen mit Fachpersonal und Notarzt) mit Sondersignalen zur Einsatzstelle geschickt. Als Katretter*in treffe ich Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel die Reanimation und versorge die Person mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Sobald die Rettungskräfte eintreffen, übernehmen diese den Einsatz und der Einsatz ist für die Katretter*innen beendet. Es kann dennoch sein, dass Katretter*innen auch nach Eintreffen zur Unterstützung eingesetzt werden.

Es kann natürlich auch passieren, dass man als Katretter*in erst nach den „Profi-Rettern“ eintrifft.


Ich werde alarmiert, aber kann in diesem Moment nicht helfen. Muss ich dann dennoch zur Einsatzstelle?

Nein. Der Einsatz wird in der App nicht automatisch angenommen. Der/Die Katretter*in muss das Smartphone entsperren und den Einsatz aktiv annehmen.

Man kann jederzeit ohne Angabe von Gründen eine Alarmierung nicht annehmen. Dieses kann man über die App signalisieren, indem man bei Alarmierung – vergleichbar zu einem nicht angenommenen Telefonanruf – ablehnt.


Kann ich auch in anderen Kreisen und Städten als Katretter*in alarmiert werden?

Das KATRETTER-System oder auch andere ähnliche Systeme werden zurzeit in vielen Kreisen und kreisfreien Städten implementiert. Auch einige umliegende Kreise planen in das System einzusteigen. In wieweit eine Verknüpfung der Systeme und Kreise hergestellt wird, ist aktuell noch unklar. Es wird an dieser Stelle darüber informiert.


Rechtliches

Bin ich als Katretter*in versichert?

Ja. Katretter*innen sind im Kreis Herford versichert, ausgenommen ist vorsätzlich strafbares Handeln.


Gibt es eine Altersvorgabe für die Tätigkeit als Katretter*in?

Die Tätigkeit als Katretter*in ist für alle volljährige Personen (> 18 Jahre) möglich.


Kontakt und Hilfe

Ich habe geholfen, aber habe im Nachhinein Schwierigkeiten, das Erlebte zu verarbeiten. Kann ich Hilfe bekommen?

Es gibt bei belastenden Einsätzen jederzeit ein Hilfsangebot, das niederschwellig über die Kreisleitstelle angefordert werden kann (Telefon: 05223-99110). Dieses Thema wird in der Einweisung ausführlich besprochen.


Was mache ich, wenn ich meinen Aktivierungslink/QR-Code nicht mehr finde?

Bitte wenden Sie sich an den DRK Kreisverband, bei dem die Unterweisung gemacht wurde.