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Das Quincy-Tagebuch - Let’s go to Quincy!

In der Zeit vom 31.05. bis 06.06.2018 ist eine Delegation aus dem Kreis Herford in der Partnerstadt Quincy in Illinois, USA. Ziel dieser Reise ist es, die nun schon seit 30 Jahren bestehenden Beziehungen zu festigen, aber vor allem auszuweiten und neue Kontakte zu knüpfen. Jeden Tag wird es auf dieser Seite Berichte in Tagebuchform geben - verfasst von der Partnerschaftsbeauftragten des Kreises Herford, Dorothea Streich.

Tag 1 - Ankunft, 31.05.2018

Nach knapp 14 Stunden Anreise ist die Delegation aus dem Kreis Herford erschöpft, aber glücklich, in den USA gelandet - und wir sind in Quincy, Illinois, bei den gastgebenden Freunden, der Sister City Commission Quincy, eingetroffen.

Uns erwartet ein straffes Programm! Für Morgen ist zum Beispiel die Besichtigung der Firma Knapheide geplant - ein Unternehmen, das es seit 1848 gibt und LKW-Karosserien herstellt. Außerdem werden wir den örtlichen Radiosender in Quincy besuchen. Bei der Eröffnung des traditionellen "German Fest" können wir auch dabei sein.

In den nächsten Tagen werden wir als Delegation die Stadt Quincy sicherlich in vielen verschiedenen Facetten kennenlernen können. Wir freuen uns auf den intensiven Austausch mit unseren amerikanischen Freunden!

Tag 2 - 01.06.2018

Der Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück mit dem Bürgermeister Kyle A. Moore - so können wir einen groben Überblick über die verschiedenen Austauschmöglichkeiten bekommen.

Anschließend konnten wir das Traditionsunternehmen Knapheide besichtigen - in einer Führung durch die Produktion lernten wir, wie viele unterschiedliche Schritte notwendig sind, um einen klassischen Truck-Aufbau herzustellen. So lernten wir einen Familienbetrieb kennen, der nicht nur stolz auf seine deutschen Wurzeln ist, sondern auch zahlreiche neue Kontakte und Kooperationen in Deutschland knüpft. Außerdem ist das Unternehmen schon seit Jahren Sponsor der vielen Begegnungen zwischen Quincy und dem Kreis Herford. Grund genug für eine Ehrung: Landrat Jürgen Müller und Dezernent Norbert Burmann überreichten Harold W. Knapheide III und seinem Sohn Harold W. Knapheide IV für ihr Engagement eine Urkunde.

Der nächste spannende Programmpunkt war ein Besuch beim örtlichen Fern- und Radiosender WGEM. Jim Lawrence zeigte uns die Studios und die Herzstücke des Senders; wir konnten sogar live bei den News mit Natalie Will dabei sein!

Danach ging es weiter zur Feuerwehrwache in Quincy. Dienststellenleiter Joe Henning zeigte uns die Fahrzeuge und die vorhandene Ausrüstung. Er erklärte, dass die Feuerwehrleute sich auch bei der Arbeit wie „zu Hause“ fühlen sollen - deshalb ist ihr Arbeitsplatz mit einer großen Küche, einem Fitnessraum, individuellen Schlafplätzen und einem neuen Bad ausgestattet. Die örtliche Feuerwehr erhält etwa 4000 Notrufe pro Woche, wobei etwa die Hälfte davon einen medizinischen Hintergrund haben. Auch darum kümmern sich die „Local Heroes“.

Nachmittags konnten wir dann mit Bürgerinnen und Bürgern von Quincy beim German Fest ins Gespräch kommen. Wir erleben hier eine sehr gastfreundliche und enthusiastische Atmosphäre und freuen uns umso mehr auf die bevorstehenden Tage!

Tag 3 - 02.06.2018

An unserem dritten Tag in Quincy waren wir auf den Spuren der Vergangenheit unterwegs - denn auch dazu gibt es hier vieles zu sehen und zu entdecken!

Zum Beispiel im historischen Museum, wo wir eine Ausgabe der früher üblichen, deutschen Zeitungen aus 1904 betrachten konnten: die Quincy Germania. Und ein kleiner Besuch beim Rattenfänger von Hameln geht sogar in Quincy!

Aber auch im Hier und Jetzt gibt es spannende Details zu erfahren. Bei einer Führung mit Roy Webb und dem Besuch der Lincoln-Douglas Elementary School erfahren wir wieder Neues von unseren amerikanischen Freunden.

Tag 4 und Tag 5 - 03.06. und 04.06.2018

Nachdem wir am Sonntag, dem vierten Tag, einen Kirchenbesuch mit einem Mitglied der Sister-City Commission machten, sind wir zu einem Picknick mit vielen Aktiven der Partnerschaft gestartet. Darüber hinaus war dieser Tag für uns ein Ruhetag. Und das war durchaus nötig, denn am Montag sollte uns wieder ein voller Terminkalender erwarten!

Am Montag starteten wir früh am Morgen mit einer Besichtigung der ehemaligen Brauerei Dick. Diese wird nach und nach wieder aufbereitet, um die Erinnerungen an die Gebrüder Dick zu erhalten, die ebenfalls deutsche Einwanderer waren.

Anschließend besichtigten wir das John Wood Mansion. John Wood gilt als einer der Gründungsväter von Quincy und heuerte für seinen Hausbau insbesondere deutsche Fachkräfte an, die dann aus Deutschland den langen Weg bis nach Quincy unternahmen.

Am Nachmittag hatten wir gleich mehrere Fragerunden. Zunächst während der Clubsitzung des Kiwanis. Die Mitglieder hatten die Möglichkeit Landrat Jürgen Müller zu allen möglichen Themen, die in Deutschland aktuell sind, zu befragen. Eine weitere Fragestunde fand dann mit vielen offiziellen Vertretern von Schulen und Universitäten, der Polizei, der Feuerwehr und vielen mehr statt. Ein hohes Interesse lag vor allem darin, das Bildungssystem in Deutschland kennenzulernen. Darüber hinaus wurde über die unterschiedlichen Steuersysteme gesprochen, welche gesellschaftlichen Probleme an beiden Standorten besonders aktuell sind und das Thema Pflege wurde diskutiert.
Alle Anwesenden tauschten Kontaktdaten aus und hatten erste Ideen für weitere Begegnungen. Nun heißt es: dran bleiben!

Beim nächsten Programmpunkt hatten wir die Gelegenheit, uns das Court House und das Gefängnis von Quincy anzuschauen, und konnten Fragen zum Ablauf in der Einrichtung stellen. Interessant waren die kleinen Geschichten, die ein Beamter uns von besonders kuriosen Verhandlungen erzählen konnte. Wir durften dann den Stadtrat in Aktion sehen und nahmen an der wöchentlichen Ratssitzung teil. Bürgermeister Moor begrüßte die deutsche Delegation und sprach noch einmal die 30-jährige Freundschaft und ihre hohe Bedeutung für beide Seiten an.

Wir freuen uns nun auf die letzten anderthalb Tage bei unseren Freunden in den USA!

Tag 6, 05.06.2018

Bald heißt es für uns nun wieder Koffer packen...aber zuvor nutzen wir noch unseren Besuch, um einiges über die amerikanische Geschichte zu lernen.

Im Abraham Lincoln Haus in Springfield konnten wir sehen, wie das Leben vor 150 Jahren im mittleren Westen der USA ausgesehen hat. Im Lincoln Museum lernten wir dann mehr über Lincolns Lebensgeschichte - wozu auch das dramatische Ende mit einem Attentat gehört. Im Illinois State Capitol haben wir einen interessanten Eindruck davon bekommen, wie Sitzungen und die Verwaltungen zu Lincolns Zeit waren.

Eine produktive Delegationsreise geht zu Ende! Wir sind froh, so viele liebe Menschen kennengelernt zu haben, und dass viele weitere Ideen und Schritte die Partnerschaft noch weiter ausbauen.

A big „Thank you!“ to our American Friends for the hospitality and the effort you have made, to make us feel welcome and comfortable. See you next time in the county of Herford!