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Pressemitteilungen

31.07.2020

Vorsicht vor der Ambrosia-Pflanze

Jeder Gärtner freut sich über seine Blumen – sicherlich auch, wenn mal eine unbekannte Pflanze dabei ist. Es ist jedoch  nicht jede Pflanze ein Grund zur Freude. So gibt es Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Solche sogenannten Neophyten beeinflussen häufig das gewachsene Ökosystem. Eine solche Pflanze ist die Ambrosia artemisifolia, auch bekannt als Beifuß-Ambrosie, Beifußblättrige Ambrosie, Traubenkraut oder Amerikanisches Traubenkraut. Sie ist eine einjährige, krautige Sommerpflanze.

Im Kreis Herford wird Ambrosia seit 2007 intensiv beobachtet: „Ihre Pollen gelten als die stärksten derzeit bekannten Allergene aus dem Pflanzenreich und können tränende Augen, Kopfschmerzen oder sogar Asthma auslösen, weshalb sie in Australien „Asthma-plant“ heißt. Ambrosia schafft Allergien auch bei Menschen, für die diese Krankheit bisher unbekannt war, da die Pollen sehr klein und aggressiv sind und tief in die Bronchien eindringen können“, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Die 10 – 200 cm hohe Pflanze keimt auf allen offenen Böden. Sie wächst im Frühjahr langsam und kann in dieser Zeit mit unter anderem mit dem einheimischen Gemeinen Beifuß oder sogar mit Möhren verwechselt werden. Aber während alle anderen Pflanzen gleichmäßig gedeihen, legt Ambrosia im Juni eine enorme Wachstumspause ein, um dann Anfang August Blüten auszubilden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich Ambrosia in Europa verändert hat. Ihre Samen sind nicht nur deutlich größer als diejenigen der aus Amerika stammenden Populationen, sondern sie keimen fast doppelt so häufig und viel schneller wie ihre amerikanischen Vorfahren. Zudem ist sie hierzulande wesentlich toleranter gegenüber Frost und hat hier keine natürlichen  Feinde. Sie gilt als derzeit aggressivster pflanzlicher Einwanderer und sollte deshalb entfernt werden.

Aber dabei ist Vorsicht geboten, erklärt Hannelore Frick Pohl: „Tragen Sie dabei Handschuhe und vermeiden Sie jeden Körperkontakt, denn  das Berühren der Blätter kann zu Hautreizungen und zur Sensibilisierung führen. Blüht die Pflanze schon, dann sollten Sie einen Mundschutz tragen“.  Auch bei der Entsorgung ist laut Frick-Pohl etwas zu beachten: „Die Pflanze muss samt ihrer Wurzeln möglichst in einem geschlossenen Beutel im Hausmüll entsorgt werden. Die  Samen überleben die Kompostierung und durch Kompost ist schon manche Fläche verseucht worden.“

Bisher sind im Kreisgebiet lediglich Einzelpflanzen in Privatgärten entdeckt worden. Damit das so bleibt, ist es wichtig, z.B. nur  Ambrosia-Samen-freies Vogelfutter zu verwenden, gleiches gilt für Saatgut beim Anlegen von Blumenwiesen. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises bittet jeden Ambrosia-Fund unbedingt  zu melden, damit die Statistik über das Vorkommen der  Pflanze aktuell bleibt.

Weitere Hilfe bei Fundmeldung, Bestimmung und  Bekämpfung von Ambrosia gibt es bei  Hannelore Frick-Pohl/ Peter Nipper-Hansen Tel. 05221/13-2321 oder bei der Landwirtschaftskammer Herford (H. Höke Tel. 05221/597734 oder 016093950377).