Seiteninhalt

Pressemitteilungen

13.01.2020

Veterinäramt beschlagnahmt verwahrloste Schafherde in Bünde

Kreis Herford. Vergangenen Donnerstag (09.01.2020) haben Amtstierärzte des Kreises Herford im Rahmen einer Sofortmaßnahme 160 Schafe und 6 Ziegen abtransportiert und anderweitig untergebracht
Ein Hinweis aus der Bevölkerung über eine Gruppe verwahrloster Schafe veranlasste die Kontrolleure die Herde zu suchen. Fündig wurde sie an zwei Weidestandorten in Bünde:

"Der Zustand der vorgefundenen Tiere war erschreckend: Nahezu alle Tiere wiesen einen schlechten bis sehr schlechten Ernährungszustand auf - mehrere Tiere waren völlig abgemagert. An beiden Standorten waren die Tiere von Räude befallen, erkennbar an großflächigem Verlust der Wolle und starkem Juckreiz. Viele Tiere hatten sich blutig gescheuert. Geschwächte Tiere mit aufgekrümmtem Rücken, geblähten Bäuchen und hochgradigen Lahmheiten waren weitere Auffälligkeiten“, so Dr. Tanja Hochstetter vom Veterinäramt des Kreises Herford.

Auch die Haltungsbedingungen waren unzureichend. Trotz anhaltend nasskalten Wetters stand den Tieren kein Witterungsschutz zur Verfügung und auf einer der Weiden fehlte die Wasserversorgung.

"Zum Schutz der Tiere war die unverzügliche anderweitige pflegliche Unterbringung und fachtierärztliche Behandlung der Herde erforderlich. Besonders dankbar bin ich den Kolleginnen und Kollegen von der Klinik für kleine Wiederkäuer der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die zeitnah zur Verfügung standen und die ambulante medizinische Versorgung der Herde übernommen haben,“ erklärt Hochstetter weiter.

Der Abtransport der Tiere erfolgte mit Unterstützung erfahrener Schafhalter, einem professionellen Tiertransportunternehmen und der Polizei.Trotz der sofort eingeleiteten tierärztlichen Untersuchung und Behandlung sind vier der besonders geschwächten Jungtiere zwischenzeitlich verendet bzw. mussten euthanasiert werden. Die Tierkörper wurden zur pathologischen Untersuchung in das Veterinäruntersuchungsamt (CVUA OWL) nach Detmold gebracht.
„Bei zehn weiteren Tieren ist ebenfalls noch nicht sicher, ob sie überleben werden“, fasst Dr. Hochstetter weiter zusammen.

Das Veterinäramt ermittelt aktuell gegen verschiedene Personen, die für die Haltung und/oder Betreuung der Tiere verantwortlich gewesen sein könnten. Aufgrund der Schwere der Vernachlässigung und der damit verbundenen erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden bei den Tieren wird die Behörde Strafanzeige wegen Tierquälerei erstatten. Als weitere Maßnahme wird die Anordnung eines Tierhaltungsverbots gegen die verantwortliche(n) Persone(n) geprüft.