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Pressemitteilungen

17.07.2020

Wespen- oder Hornissennester sind kein Grund zur Sorge

Kreis Herford. Süße Sommergetränke und saftiger Pflaumenkuchen locken bekanntlich Wespen an. Die kleinen Insekten bauen ihre Nester an Hauswände, Garagen, in Geräteschuppen oder auch in Sträucher oder Bäume. Sie leben also in unmittelbarer Nähe zu dem Menschen.

Wespen eilt oft ein schlechter Ruf voraus – schnell kommt die Angst vor schmerzenden Stichen auf. „Viele Bürgerinnen und Bürger rufen verzweifelt die Feuerwehr oder bei uns an, um zu erfragen, was man gegen Wespennester unternehmen kann“, sagt Hannelore Frick-Pohl von der unteren  Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Dabei können Mensch und Tier auch ganz friedlich zusammenleben – Wespen greifen den Menschen nämlich nur an, wenn ihr eigenes oder das Leben des Volkes bedroht wird. Im Kreis Herford leben fünf verschiedene Wespenarten. Den meisten Kontakt haben Menschen mit den Kurzkopfwesten – dazu gehören auch die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Im Lebensraum der Menschen siedeln aber auch zunehmend andere Wespenarten, wie die Sächsische und die Mittlere Wespe oder Hornissen an. Die beiden Wespenarten gehören zu den  Langkopfwespen – sie gelten als weniger angriffslustig als Kurzkopfarten.

Wespen bauen aus einer papierartigen Masse ihre Nester – jede Wespenart hat dabei einen eigenen Baustil. Viele Wespenvölker bauen ihre Nester auch unterirdisch – in den „Papierhäusern“ legen die kleinen Insekten sogar mehrere Etagen an.  In den Monaten März und April starten die Wespenköniginnen mit dem Nestbau. Die Königin legt ihre Eier in das Nest, bis die ersten Wespen schlüpfen. Die Arbeiterinnen führen dann den Bau des Nestes fort und betreiben Brutpflege, während die Königin weitere Eier ablegt. In der Regel umfasst ein Volk dieser beiden Arten, Deutschen und Gemeinen Wespe, 3.000 bis 5.000 Tiere. Beim ersten Frost sterben alle Arbeiterinnen eines Volkes und nur die neuen Königinnen überleben. Im Herbst verlassen sie das Nest, überwintern an einem frostgeschützten Ort und gründen im Frühjahr ein neues Volk.

Wespen- oder Hornissenstiche sind für nicht allergische Personen nicht giftiger als ein Bienenstich.

„Wer ein Wespennest in seinem Hausbereich findet, sollte zuerst überlegen, ob und warum es stört. Denn Wespen sind auch wichtige Nützlinge für den Garten und sie ernähren sich und ihre Brut überwiegend von anderen Insekten wie Fliegen, Mücken, Larven oder Schmetterlingsraupen“, betont Frick-Pohl.

Ein Beratungsgespräch bei der Feuerwehr oder der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung ist kostenfrei – deshalb rät Hannelore Frick-Pohl allen Bürgerinnen und Bürgern zuerst zu einem Informationsgespräch. Denn die meisten Nester im Kreis Herford können hängenbleiben und müssten nicht entfernt werden.

Das Vergiften der Insekten ist artenschutzrechtlich nicht erlaubt: „Das Gift ist nicht nur schädlich für die Tiere, sondern auch für Menschen. Insektenvernichtungsmittel sind Nervengifte, die eine Abbauzeit von etwa sechs Monaten benötigen“, betont Frick-Pohl. Falls ein Nest dennoch weg muss, sollte diese Aufgabe unbedingt von Experten übernommen werden.