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Pressemitteilungen

27.08.2020

Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele in Herford

Jung und Alt in Arbeit vermitteln: Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, lobt beim Besuch in Herford zwei Modelle aus dem Kreisgebiet

Kreis Herford – Herford. Morgens am Güterbahnhof Herford. Schon in den frühen Morgenstunden herrscht hier ein reges Treiben – denn die Mitarbeitenden vom Herforder „Stadtservice“ bereiten sich auf ihren Tag vor. 37 Menschen arbeiten hier - sie pflegen Außenanlagen der Stadt, sind Hausmeisterassistenten an Schulen, machen Telefon- und Verwaltungsdienste oder entsorgen in Herford wilden Müll.

Am Montagmorgen wurde die Routine für anderthalb Stunden unterbrochen – durch Besuch, eingeladen von Bürgermeister Tim Kähler. Der Vorsitzendende des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele lässt sich das Projekt vor Ort von Mitarbeiter Klaus-Dieter Reimers erklären. Dieser schwärmt in höchsten Tönen: „Ich fühle mich endlich wieder als Mensch, seit ich wieder eigenes Geld verdiene. Es ist die beste Förderung, die ich je bekommen habe – es ist ein geniales Projekt. Wir alle hier wollen arbeiten und die Arbeit macht auch noch unglaublich Spaß“.

Als ehemals Langzeitarbeitsloser ist Reimers seit Anfang vergangenen Jahres beim Herforder Projekt „Stadtservice“ beschäftigt. Wie alle dort, war auch er lange ohne Arbeit und hatte es schwer, eine Beschäftigung auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu finden. Bis zu 5 Jahren kann er im besten Fall befristet hier arbeiten – sein Arbeitsplatz wird gefördert von Stadt und Jobcenter. Es ist eine Investition, die sich unbedingt lohnt, so Detlef Scheele, denn: „Wer so lange durchhält, hat auch wieder Chancen im Anschluss einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bekommen. Vor allem das begleitende Coaching hilft den Beschäftigten nach unseren bundesweiten Erfahrungen ungemein, auch schwierige Phasen am Anfang gut zu meistern.“
So denkt auch Herfords Bürgermeister Kähler. Ihn freut besonders, dass die Arbeit auch sichtbar für alle Herforder Bürgerinnen und Bürger ist: “Die Menschen vom Stadtservice machen unsere Stadt noch schöner und dafür sind sie mittlerweile auch bekannt. Sie erfahren viel Wertschätzung. Letztendlich profitieren also sehr viele von dem Projekt und es ist absolut greifbar“.

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m Kreishaus hört Detlef Scheele gegen Mittag von kreisweiten Projekten, die sich ganzheitlich mit der schulischen und beruflichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen. „Wir fangen mit der Förderung bereits im Kindergarten an und machen weiter, bis Azubis oder Studierende ihren festen Job haben“, erklärt Landrat Jürgen Müller: „Wir wollen Kinder und ihre Eltern möglichst früh einbinden, um kein Kind zu verlieren. Junge Menschen im Kreis Herford sollen möglichst gute Chancen bekommen sich, ihrer Neigung entsprechend, zu entfalten“.

Das Projekt „Erfolgreich in die Ausbildung“ arbeitet mit Ausbildungscoaches an den Berufskollegs des Kreises. Sie suchen gemeinsam sehr gezielt nach den Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler. Das klare Ziel dabei, ist die Ausbildungsquote zu erhöhen.
Das Projekt wird von der Gütersloher Osthushenrichstiftung unterstützt. Kontinuierlich ist die Quote der Auszubildenden von anfangs 10% auf bis zu 45% gestiegen. Davon hat auch die junge Auszubildende Sherin Lyan profitiert. Sie erklärt dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesarbeitsagentur für Arbeit: „Ich war bei dem Ausbildungscoach in besten Händen. Wir haben einige Stunden zusammengesessen, haben Bewerbungen geschrieben, waren gemeinsam bei Bewerbungsgesprächen und ich hatte immer jemanden, der mir geholfen hat“. Letztendlich hat sie eine Ausbildungsstelle in einem Logistikzentrum bekommen.

Von beiden Modellen zeigt sich Detlef Scheele beeindruckt: „Wir haben zwei Ansätze gesehen, mit denen Menschen, die ohne diese Förderung vielleicht keine Arbeit oder Ausbildung hätten, wieder eine Perspektive gegeben wird. Beide Ansatzpunkte – die Intervention am Übergang von der Schule in das Erwerbsleben und der soziale Arbeitsmarkt – leisten ihren Beitrag, damit einerseits junge Menschen möglichst gar nicht erst arbeitslos werden und Langzeitarbeitslose anderseits wieder eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Ein „Nachwachsen“ zukünftiger langzeitarbeitsloser Menschen wird so verhindert. “

Stadt und Kreis hören Scheeles Lob besonders gerne. Sie fühlen sich bestätigt, denn beide vorgestellten Projekte wurden jüngst durch Rats- und Kreistagsbeschlüsse verlängert. Und beide Projekte werden von Stadt und Kreis mitfinanziert.