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Pressemitteilungen

13.08.2020

Untere Naturschutzbehörde warnt: Igel sterben durch Mähroboter

Jährlich fallen etwa eine halbe Million Igel dem Straßenverkehr zum Opfer. Mittlerweile kommt für die kleinen Stachelpelze eine neue Gefahr hinzu: Selbstfahrende Rasenmäher.

Sie sind besonders gefährlich, da sie oft nachts eingesetzt werden. Hier liegt die Hauptaktivitätszeit der Igel. Die erste liegt zwischen 18 und 21 Uhr, die zweite zwischen 0 und 3 Uhr. Anstatt  vor den gefährlichen Mähern zu flüchten, rollen sich die Stacheltiere bei Gefahr zu einer Kugel zusammen und erstarren für einige Minuten. „Oft erleiden die Tiere durch die scharfen Messer massive Verletzungen. Jungtiere sind dabei besonders gefährdet,  schon wegen ihrer geringeren Körpergröße. Zudem bleiben die schwerverletzten Tiere unbemerkt, da sie keine Schmerzenslaute ausstoßen und sich ins Unterholz zurückziehen, um dort qualvoll zu verenden“, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Deshalb sollten die Geräte in keinem Fall während der Dämmerung oder nachts mähen. Die Hersteller werden von den Wildbiologen aufgefordert, die Sensorik zu verfeinern, sodass die Geräte den Tieren ausweichen können.

Darüber hinaus schadet ein vom Mähroboter gepflegter Rasen dem Igel und allen anderen Gartentieren bei der Nahrungssuche. „Den biologisch wertlosen Grünflächen fehlen Blühpflanzen und Kräuter, die den Insekten und Kleintieren Nahrung bieten“, so Frick-Pohl.

Die Igel sind zu einem gewissen Grad Kulturfolger: Sie haben ihre ehemals reichgegliederte Feldflur verlassen und sind in die Stadt mit ihren naturnahen Gärten, Parks und Friedhöfen gezogen. Sie gehören zu den beliebten Gartenbewohnern. „Artenvielfalt im Garten, Laub- und Reisighaufen, Wiese statt Rasen hilft den beliebten Stachelrittern“, weiß Frick-Pohl.

 

Wie ernährt sich der Igel?

Die Hauptnahrung des Braunbrustigels besteht vorwiegend aus Insekten, darunter Käfer wie die Laufkäfer, Ohrwürmer, Schmetterlingsraupen, sowie Tausendfüßer und Regenwürmer. Der Braunbrustigel frisst auch Säugetiere wie Mäuse, Spitz- und Wühlmäuse und Maulwürfe. Es handelt sich dabei meist um Nestjunge, die der Igel auf seinen nächtlichen Suchgängen findet. Vogeleier und -küken stellen während der Brutsaison einen Anteil der Nahrung dar. Auch Eier bodenbrütender Vögel wie Möwen, Seeschwalben, Lerchen, Fasanen oder Rebhühnern werden durchaus von ihm gefressen.  Im Herbst fressen Braunbrustigel auch überreifes Fallobst.