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Pressemitteilungen

22.12.2020

Testdurchlauf am Impfzentrum des Kreises Herford

 Mit Hochdruck wurde in den letzten zwei Wochen das neue Impfzentrum auf dem ehemaligen Gelände des Küchenherstellers Alno beziehungsweise dessen Tochter Wellmann eingerichtet. Seit Anfang letzter Woche ist es, gemäß Vorgaben des Landes, räumlich und organisatorisch betriebsbereit

Am Montagabend gab es nun in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Deutschen Roten Kreuz einen gut dreistündigen Testlauf, um den Impfbetrieb zu optimieren. Rund 50 Mitarbeiter*innen des DRK standen als Testpersonen zur Verfügung. Des Weiteren nahm medizinisches Personal an der Übung teil.

„Für den Impfbetrieb ist dank des großen Einsatzes meiner Mitarbeiter*innen in den letzten Tagen und Wochen alles bereit. Wir konnten mit dem gestrigen Test die Abläufe optimieren. Dafür haben die gut  50 Testpersonen eine gute Basis gebildet“, erklärt Krisenstabsleiter Markus Altenhöner. Teil des Tests waren zudem außerplanmäßige Ereignisse – wie etwa eine allergische Reaktion eines Patienten oder eine Person mit hohem Aufklärungsbedarf. „Wir konnten uns so ein umfassendes Bild machen“, so Altenhöner. Für die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln war gesorgt, zudem wurde jede beteiligte Person mit einer FFP2-Maske ausgestattet.

Der Impfvorgang sieht folgendermaßen aus: In Abstand von einigen Minuten werden je zwei Testpersonen nach der Anmeldung in die Impfstraßen 1 und 2 geführt. Die Impfstraßen sind räumlich getrennt und unterschiedlich farblich gekennzeichnet. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Wartebereich, in dem auf einem Bildschirm ein Informationsfilm angeschaut werden kann, geht es zu einem Vorgespräch zu einer Ärztin bzw. zu  einem Arzt. Ein Zimmer weiter folgt dann die Impfung. Nach der Impfung begeben sich die Patient*innen zum Check-Out, an dem sie einen Impfausweis erhalten und die Dokumentation stattfindet. Abschließend geht es in einen großen Beobachtungsraum, bevor die Personen das Gebäude wieder verlassen.

Rückwirkend zum 1. Dezember 2020 bis zunächst zum 30.06.2021 werden 2.700 Quadratmeter des ehemaligen Wellmann-Geländes vom Kreis Herford angemietet – es kann bis auf 6.000 Quadratmeter erweitert werden, eine Option auf Mietverlängerung besteht. Gestartet wird zunächst mit einer Impfstraße, mit der über 250 Menschen am Tag geimpft werden können. Insgesamt sind vier Impfstraßen betriebsbereit, sodass 1.000 bis 1.700 Menschen täglich geimpft werden könnten.

„Die Räumlichkeiten bieten auch noch genügend Platz für weitere Impfstraßen. Mindestens zwei weitere Straßen haben wir vorgeplant. Die vorhandenen Impfstraßen sind theoretisch erweiterbar. Denn jede Impfstraße hat zwei Impfkabinen, um Wartezeiten zu verringern“, merkt Altenhöner an. Ob diese alle zum Einsatz kommen, hänge maßgeblich vom letztendlich zugelassenen Impfstoff, der vom Bund gelieferten Impfstoffmenge sowie der Impfbereitschaft der Bevölkerung ab.

Pro Impfstraße sind eine Ärztin bzw. ein Arzt und zwei medizinische Fachangestellte vorgesehen. Der Personalbedarf bewegt sich je nach Anzahl der Impfstraßen zwischen mindestens 10 und bis zu 60 Stellen, wenn auf 4 Impfstraßen, 7 Tage die Woche im Zweischichtbetrieb erweitert wird. Darüber hinaus wurde ein Sicherheitsdienst engagiert, der schon den Betrieb aufgenommen hat. Der Kreis wird zudem eng mit dem DRK-Kreisverband Herford-Land zusammenarbeiten, der mit Unterstützung des Herforder Stadtverbandes Personal für den Betrieb des Impfzentrums zur Verfügung stellen wird.

Wann der Betrieb im Impfzentrum beginnt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Die erste Charge an Impfdosen ist für besondere Risikogruppen wie Vorerkrankte oder Pflegebedürftige in den Pflegeeinrichtungen vorgesehen, die ab dem 27. Dezember vor Ort von mobilen Impfteams vorgenommen werden. Diese Teams werden aus erfahrenen Hausärzt*innen und medizinischen Fachangestellten aus dem Kreis Herford bestehen.

Erst wenn diese Personengruppen versorgt sind, startet der Betrieb in den Impfzentren. Dort sind die Impfungen zunächst für Menschen vorgesehen, die in kritischer Infrastruktur arbeiten. Beispielsweise Ärzte, Rettungskräfte und Pflegepersonal. Im Anschluss folgt die allgemeine Bevölkerung.

Verantwortlich für Beschaffung und Auslieferung der Impfstoffe an die Bundesländer ist die Bundesregierung. Zuständig für die Impforganisation und die Beschaffung von Spritzen und Kanülen sind dann die Länder.