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Pressemitteilungen

30.09.2020

Mit der App barrierefrei von A nach B

Kreis Herford. Der Kreisausschuss hat in seiner heutigen Sitzung die Ausschreibung einer Mobilitäts-App zur barrierefreien Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) auf den Weg gebracht.

Geplant ist die Entwicklung einer App, die Personen mit Einschränkungen den Zugang und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs im Kreis Herford erleichtern soll. So soll beispielsweise die Liniennummer und das Fahrtziel von einfahrenden Bussen auf der App angezeigt, beziehungsweise angesagt werden. Gerade blinde und sehbehinderte Menschen haben häufig ein Problem damit, einfahrende Fahrzeuge zu identifizieren und können den ÖPNV somit nicht nutzen. Durch akustische Unterstützung soll das Auffinden der Einstiegstür erleichtert werden, sowie im Bus der Fahrtverlauf und die Folgehaltestellen nachvollzogen werden können. Auch ein Haltewunsch soll mit der App direkt vom Sitzplatz aus abgeben können oder die Busfahrerin bzw. der Busfahrer auf eine eventuelle Hilfsbedürftigkeit hingewiesen werden.

Diese Funktionen sind nicht nur bei Seheinschränkungen und Mobilitätseinschränkungen hilfreich, sondern auch für Menschen ohne temporäre oder dauerhafte Einschränkung. Die App erleichtert beispielsweise auch älteren Menschen und Menschen mit Kinderwagen die ÖPNV-Nutzung.

Doch die App soll noch mehr können: Hilfsbedürftige bekommen eine vollständige Mobilitätskette angeboten. Per App kann sich die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer vom Startpunkt bis zur Starthaltestelle und von der Zielhaltestelle bis zum endgültigen Ziel navigieren lassen.

„Der Abbau von Barrieren im Kreisgebiet liegt uns, nicht nur mit Hinblick auf den Inklusionsplan, am Herzen. Wir wollen die Mobilitätsangebote im Wittekindskreis für alle Menschen attraktiver machen, um so unsere Klimaziele langfristig weiter zu verfolgen“, erklärt Landrat Jürgen Müller.

Als Test sollen in diesem Jahr noch im Pilotgebiet Löhne fünf Busse mit der Hardware für die Nutzung der App ausgestattet werden. Für die kommenden Jahre ist die Ausstattung für weitere 28 Busse im restlichen Kreisgebiet angedacht. Die gesamte Ausstattung der Busse im Kreisgebiet wird bis zum Jahr 2023 angestrebt.