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Pressemitteilungen

31.05.2021

Mit Wasserstoff zu einer klimagerechten Mobilität im Kreis Herford

 Wie gestalten wir die Verkehrsmobilität nachhaltiger und umweltfreundlicher als bisher? Ein zentraler Baustein bei der Beantwortung dieser wichtigen Frage ist das Thema Wasserstoff. Um sich über die Thematik und die Bemühungen des Kreises auszutauschen, trafen sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze mit Landrat Jürgen Müller und Umwelt-Dezernentin Dr. Beatrix Wallberg.

Thema des Gesprächs war vor allem das Bestreben des Kreises, sich der OWL-weiten Kooperation „HyDrive OWL“ anzuschließen. Die Initiative der Kreise Lippe, Minden-Lübbecke sowie der Stadt Bielefeld gehört zu den Gewinnerregionen beim Wettbewerb „HyLand -Wasserstoffregionen in Deutschland“ des Bundes-Verkehrsministeriums. Dieses Bundesprojekt unterstützt Kreise und kreisfreie Städte dabei, eine lokale Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, um Wasserstoff möglichst aus erneuerbaren Energien vor Ort herzustellen und in den Verkehrssektor zu integrieren.

Derzeit arbeitet der Kreis ein Konzept aus, dass die Erzeugung (etwa Windenergie), die Nutzung (Speditionen, Busunternehmen) und die Verteilung (Tankstellenstandorte) des Wasserstoffs mit einbezieht. „Unser Bestreben ist es - ähnlich wie auch bei den anderen Kreise in OWL - im Kreis Herford eine Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen Dabei möchten wir Mobilität bei uns neu und ganzheitlich denken – von der Produktion der Energie über die Antriebstechnologie bis hin zur Tankinfrastruktur“, erklärt Dr. Beatrix Wallberg.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen werden das Klima und die Umwelt geschont, denn mit Wasserstoff als Antriebstechnologie werden im Verkehrssektor massiv CO2-Emissionen eingespart. Zum anderen bietet es neue Möglichkeiten für die lokale Wirtschaft. „Wir arbeiten derzeit die Handlungsmöglichkeiten, Chancen und Risiken für uns und die beteiligten Unternehmen heraus. Und es gibt bereits eine ganze Reihe von Interessenten – etwa aus den Bereichen Energieerzeugung, Speditionen, Busunternehmen oder Tankstellenbetreibern – die sich an dem Projekt beteiligen möchten“, so Dr. Wallberg.

Landrat Jürgen Müller führt weiter aus: „Wir bündeln derzeit die verschiedenen Partner in einer Akteursgemeinschaft für unseren Kreis, suchen aber auch gleichzeitig den Austausch mit anderen Kreisen und Städten, um Erfahrungswerte in unsere Planungen mit einzubeziehen. Natürlich ist das Ziel auch ein flächendeckender Effekt für die ganze Region“.

Stefan Schwartze unterstützt die Pläne des Kreises: „Klimaschutz beginnt für mich immer vor der eigenen Haustür. Deshalb gehen wir im Kreis Herford mutig und entschlossen voran. Das Kreis-Konzept besteht aus vielen kreativen Projektideen, um Wasserstoff noch stärker für den Mobilitätsbereich nutzbar zu machen. Gut so! Da wollen wir regional und bundesweit an der Spitze sein“, so Schwartze, der gleichzeitig für mehr Tempo bei der Wasserstoff-Nutzung im Bereich der Wärmegewinnung wirbt:

„Es muss weiter gehen, zum Beispiel beim Thema Wärmegewinnung. Denn auch die bestehenden Gasnetze, die bis in viele Wohngebäude und Unternehmen reichen, können für Wasserstoff-Technologie genutzt werden. So wird grüner Wasserstoff zu einem wichtigen Schlüssel, um CO2 auch bei der Wärmeerzeugung für Häuser und Wohnungen einzusparen. Besonders für Mieterinnen und Mieter, die sich keine Solarzellen aufs Dach legen oder ein teures Hybrid- oder Elektrofahrzeug leisten können. Die Bekämpfung des Klimawandels ist immer auch eine Gerechtigkeitsfrage, die wir so beantworten müssen, dass die Akzeptanz für die unterschiedlichen Projekte und Maßnahmen hoch bleibt. Innovativ, sicher, sauber und sozial gerecht – das ist unser Weg für eine gelingende Energiewende.“

Wie viel CO2 letztendlich mit der Umstellung auf Wasserstoff im Kreis Herford eingespart werden kann, ist noch nicht abzuschätzen: „Das hängt davon ab, wie schnell und wie viele Partner sich an unseren Projekten beteiligen werden“, so Landrat Jürgen Müller. „Aber fest steht: Wasserstoff ist die Zukunft, wenn es darum geht, insbesondere den Schwerlastverkehr – also Lastkraftwagen, Busse usw. – sowie den Zugverkehr klimaneutral zu machen. Wir werden diese Entwicklung weiter voranzutreiben“.

 

Was ist HyLand?

HyLand ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP) der Bundesregierung. Die NOW GmbH ist als Bundesgesellschaft Koordinatorin der Initiative. Im Zentrum der HyLand-Regionen steht die Integration von erneuerbarem Wasserstoff im Verkehrssektor, um den möglichen Beitrag zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele zu leisten.