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Pressemitteilungen

20.09.2019

Landräte sehen Kulturarbeit in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke auch als Pflichtaufgabe

Kreis Herford – Löhne. Wie geht es weiter mit der Kultur? Diese Frage stellten sich im vergangenen Jahr sowohl der Kreis Minden-Lübbecke als auch der Kreis Herford. Die beiden Nachbarkreise haben sich zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Kulturentwicklungsprozess zu erarbeiten. Ein Projekt, das es in dieser Form so zum ersten Mal in NRW gibt. Nach gut einem Jahr wurden nun die Ergebnisse präsentiert. Die öffentliche Veranstaltung fand am 18. September in der Werretalhalle in Löhne statt.

 

Die beiden Landräte Jürgen Müller und Dr. Ralf Niermann stellten vor, was die Zeit des gemeinsamen Planens und Entwickelns gebracht hat und welche Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen aus dem Prozess entstanden sind. Es geht beispielsweise darum, wie die kulturelle Bildung weiterentwickelt wird, um die Verbindung zwischen Kultur und Tourismus, oder wie man Kulturförderung organisieren kann. Kreisübergreifende Kulturprogramme, offene Formate speziell für junge Menschen und die Förderung des Ehrenamts spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Jürgen Müller. Landrat Kreis Herford:

„Es ist ein lohnendes Ziel für zwei Nachbarkreise, eine gemeinsame Kulturregion zu entwickeln. Daraus ergeben sich viele Chancen, für Bürgerinnen und Bürger, für Kunstschaffende und schließlich auch für die politischen Parlamente. Ich sehe Kultur als Pflichtaufgabe, es ist wichtig finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kultur stattfinden kann. Kultur ist für die Kreisentwicklung wichtig, denn sie prägt einen Kreis enorm.“

Ralf Niermann, Landrat Kreis Minden-Lübbecke:

„Wir können in enger Abstimmung mit den kreisangehörigen Kommunen schauen, wo sich durch interkommunale Zusammenarbeit Vorteile ergeben. Konkrete Beispiele sind die Unterstützung bei der Akquisition von Fördermitteln oder auch bei der Vermittlung von Kooperationen – gerade für kleinere Städte und Gemeinden ist da Unterstützung hilfreich.“

 

Der gemeinsame Kulturentwicklungsprozess setzte vor allem auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der Region. Viele Kulturschaffende, Kulturnutzerinnen und -nutzer, Einrichtungen und die Kommunen beider Kreise haben intensiv mitgewirkt. Sichtbar wurde das in den verschiedenen Veranstaltungen wie der Auftaktveranstaltung in Lübbecke, der Kulturbörse in Herford oder auch der Visionskonferenz in Minden. Ein besonderes Format war das Schulprojekt der Bünder Grundschule Bustedt und der Sekundarschule Espelkamp, bei dem Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters gemeinsam ihre Wünsche zur Kulturgestaltung präsentiert haben.

 

Neben der Vorstellung der Ergebnisse wurde bei der Abschlussveranstaltung in Löhne auch diskutiert, wie es nach dem offiziellen Kulturentwicklungsprozess weitergeht. Es wurden unterschiedliche Handlungsfelder definiert und Maßnahmen vorgestellt, die daraus erfolgen könnten. Regionale Kulturbüros und Kulturbeiräte gehören ebenso zu den Vorschlägen wie  mehr Kultur in Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule oder Volkshochschule. Handlungsempfehlungen finden sich in einer ausführlichen Dokumentation unter www. www.kulturregion-mi-hf.de 

 

Ein Themenschwerpunkt der gemeinsamen Kulturarbeit ist übrigens die Digitalisierung in der Kultur – auf der Bühne in der Löhner Werretalhalle war dieses Thema musikalisch sehr eindrucksvoll erlebbar. Die beiden Paderborner Musiker Uli Lettermann und Eddi Kleinschnitger von „TriTube“ musizieren zu zweit, werden allerdings auf der Bühne ein digitales Trio und damit ein ganz besonderes innovatives Konzerterlebnis: Auf einer großen Leinwand werden Youtube-Videos abgespielt. Zu sehen und zu hören sind berühmte Musiker. Und so kommt es, dass die beiden Paderborner mit dem digitalen Al Jarreau im Trio auf sehr hohem Niveau musizieren. Dafür und für die gemeinsame kreisübergreifende Kulturentwicklungsplanung gab es in Löhne einen verdient großen Applaus!

 

Weitere Informationen gibt es unter der gemeinsamen Internetseite www.kulturregion-mi-hf.de