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Pressemitteilungen

17.11.2022

Kultur- und Heimatpreis: Preisträgerinnen und Preisträger im Kreishaus ausgezeichnet

Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Kultur- und Heimatpreises des Kreises Herford stehen fest. Landrat Jürgen Müller übergab den Gewinnerinnen und Gewinnern bei einer abendlichen Veranstaltung im Kreishaus vor rund 60 geladenen Gästen ihre Urkunden. Die Preisträgerinnen und Preisträger können sich nun über Preisgeld zwischen 4.000 und 6.000 Euro freuen. Doch das ist nicht das, worum es eigentlich geht:

„Mit dem Kultur- und dem Heimatpreis möchten wir die vielen besonderen künstlerischen und anderweitigen Leistungen würdigen und sie für die Öffentlichkeit noch mehr sichtbar machen. Wir verschaffen der Kulturlandschaft Rückenwind““, so Landrat Jürgen Müller, der sich mit den Gewinnerinnen und Gewinnern freut. Denn diese haben sich die Auszeichnung „mehr als verdient. Wir haben Preisträger, die integrativ tätig sind, zum Mitmachen anregen und Verantwortung übernehmen – für ihre Umgebung, für die Menschen, die Sachen, die Landschaft“.

Der Kulturpreis wird vom Kreis Herford bereits seit 1988 und wurde zuletzt 2012 vergeben. In diesem Jahr wurde er also nach längerer Pause in novellierter Form wieder ausgeschrieben. Er geht zurück auf die gemeinsame Kulturentwicklungsplanung  der Kreise Herford und Minden-Lübbecke. Gewürdigt werden solche künstlerischen Leistungen, die einen ausstrahlenden, beispielhaften und zukunftsträchtigen Impuls erkennen lassen – etwa durch neue Sichtweisen und Perspektiven, neue Arten und Weisen der Darstellung, des Ausdrucks oder der Kommunikation.

Der Heimatpreis hingegen ist vom Land NRW initiiert und finanziert. Er wird vom Kreis Herford in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben. Hier wird alles rund um die Heimatpflege in den Blick genommen – so etwa Maßnahmen und Projekte aus der Denkmalpflege, der Forschung zur Geschichte der Region, der Integration von Stadt und Land, dem Landschafts- und Naturschutz sowie der Traditions- und Brauchtumspflege.

Zu den Gewinnern:

Den Heimatpreis in der ersten Kategorie hat der Spenger Autor und Historiker Dr. Norbert Sahrhage gewonnen. Der frühere Geschichtslehrer, Handballfan und Krimiautor wurde besonders für seine Forschungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit im Kreis Herford ausgezeichnet. Sie sei grundlegend und „befreiend“, so Laudator und CDU-Kreistagsmitglied Michael Schönbeck.

Den zweiten Preis erhält der Förderverein Orgel Wallenbrück mit seinem Vorsitzenden Hinrich Paul an der Spitze. Dem Engagement des Vereins ist es zu verdanken, dass die wertvolle Barockorgel der Marienkirche nicht dem berüchtigten „Bleifraß“ zum Opfer gefallen ist. Stattdessen ist das Instrument, immerhin die drittälteste Orgel in Westfalen und ein brillantes Stück kulturelles Erbe, restauriert und wieder spielfähig. Jetzt kümmert sich der Verein darum, dass Konzerte die uralte Dorfkirche zum Klingen bringen.

Der Kulturpreis geht zu gleichen Teilen an die Spenger Band „Von Weiden“ und den Förderverein Widukind-Museum Enger e.V.. Die Jury hat die musikalisch eigenständige Entwicklung der Band aus Bardüttingdorf hin zu einer weithin gefragten Indie-Folk-Band überzeugt.

Der Förderverein des Widukind-Museums überzeugte vor allem mit der Widukind-Oper. Rund 50 Mitwirkende vom Komponisten bis zur Breakdance-Gruppe haben die Geschichte vom Konflikt zwischen Karl dem Großen und dem Sachsenfürsten Widukind eindrucksvoll und gänzlich neu interpretiert. „Ich freue mich ganz besonders, dass der Kreis Herford wieder einen Kulturpreis verleiht und so viele hochwertige Bewerbungen dafür eingegangen sind“, so Laudator und SPD-Kreistagsmitglied Wolfgang Günther.

Die Jury, der neben Vertretern der Kreispolitik und der Verwaltung auch die Künstlerin Waltraud Rau, der Regisseur Detlev Schmidt, der Kreisheimatpfleger August-Wilhelm König und der Journalist Jörg Brökel angehörten, hatte keine leichte Aufgabe. Aus 25 Bewerbungen hatte sie ihre Auswahl zu treffen.

Die beiden Preise sollen im nächsten Jahr wieder ausgeschrieben werden.