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Pressemitteilungen

23.07.2020

Invasive Arten aus Aquarium und Gartenteich - eine Gefahr für die heimische Tier- und Pflanzenwelt

Wie in allen Teilen des Landes ist auch im Kreis Herford in den letzten Jahren ein Rückgang der biologischen Vielfalt zu verzeichnen. Eine der vielen Ursachen  ist, dass gebietsfremde Arten aus anderen Teilen der Welt in die hiesige Natur entlassen werden. Wenn diese dann konkurrenzstärker sind und keinen natürlichen Gegenspieler in Form eines Fressfeindes oder einer Krankheit haben, sieht es für heimische Arten meist schlecht aus.

Ein klassisches Beispiel  sind Invasive Arten aus Aquarium und Gartenteich. Fische und Muscheln, Pflanzen und Amphibien, Reptilien und eine Anzahl von bisher unbekannten Kleinlebewesen landen jährlich in unseren Gewässern, weil Gartenteich- und Aquariumbesitzer ihrer Tiere überdrüssig sind. Sie verdrängen dann heimische Tier- und Pflanzenarten.

So kann in diesem Zusammenhang der amerikanische Flusskrebs genannt werden, der in heimische Fließ- und Stillgewässer eingesetzt wurde. Dieser brachte die Krebspest mit, gegen die er selbst immun ist, die aber fast alle einheimischen Edelkrebsbestände vernichtet hat. Im Kreis Herford sind derzeit keine Bestände bekannt.

Das Aussetzen des Ochsenfrosches in ein Gewässer bedeutet das Ende vieler einheimischen Amphibienarten. Denn das handballgroße Tier frisst heimische Wasserfrösche, aber auch Kleinsäuger, Fische und Vögel.

Weit verbreitet ist im Kreis Herford auch die ca. 30 cm lange Schmuckschildkröte. Gekauft worden sind die Schildkröten als kleine Jungtiere. Nachdem sie gewachsen waren, wurden die Besitzer ihrer überdrüssig und warfen sie in einen Teich.

„Gartenteichbesitzer sollten auf das Einsetzen gebietsfremder Arten ganz verzichten, da diese erfahrungsgemäß entweichen können. Amphibien, Reptilien, Krebse und manche Fische können auch größere Strecken über Land wandern. Und verhindern vor allem, dass sich Tiere und Pflanzen im Teich fortpflanzen.“, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Um das Aussetzen von fremden Tierarten in heimische Umwelt zu verhindern, bittet die untere Naturschutzbehörde des Kreises jede Käuferin und jeden Käufer, die Anschaffung nicht heimischer Tierarten genau zu durchdenken.

„Wenn im Aquarium oder Terrarium nicht auf exotische Arten verzichtet werden kann, muss vor dem Kauf überlegt werden, ob die Tiere ihre ganze Lebensdauer über artgerecht gehalten werden können. Sowohl Fische als auch Reptilien können sehr groß aber vor allem Jahrzehnte alt werden. Auch der Umzug in den Gartenteich ist keine gute Idee“, so Frick-Pohl.