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Pressemitteilungen

14.03.2022

Gewässerschau in Bünde

Ärftbach , Darmühlenbach und der Holser Bach unter der Lupe

Kreis Herford-Bünde. In der vergangenen Woche fand die diesjährige Gewässerschau durch Mitarbeitende des Kreises Herford in Bünde statt. Insgesamt werden in diesem Jahr noch bis 31. März insgesamt 11 Gewässer im Kreisgebiet überprüft. Gewässerschauen finden jedes Jahr statt, verschiedene Gewässer im Kreisgebiet werden dabei betrachtet, um wasserwirtschaftliche Missstände an den Gewässern festzustellen oder über mögliche ökologische Maßnahmen den Zustand der Gewässer zu verbessern. Solche Maßnahmen werden im Kreis Herford durch das Weser-Werre-Else-Projekt (WWE) unterstützt. Dazu gehören beispielsweise neu errichtete Furten, beseitigte Strukturbeeinträchtigungen oder Gewässer, die naturnah umgestaltet werden.


In Bünde wurden in diesem Jahr die Gewässer Ärftbach, Darmühlenbach und der Holser Bach mit seinen Nebenläufen, sowie der Grafholzbeeke genauer beobachtet. Der Ärftbach wurde von der Quelle bis zur Einmündung in den Darmühlenbach abgelaufen. Der Bach läuft im Beginn durch einen naturnahen Siekbereich und nimmt dann einen gradlinigen Verlauf, der sehr landwirtschaftlich geprägt ist. In vielen Bereichen sind wichtige Gewässerrandstreifen erkennbar, insgesamt gab es erfreulicherweise kaum Beanstandungen.

Der Ärftbach fließt in den Darmühlenbach – dem zweiten Gewässer, das bis zur Einmündung in die Else unter die Lupe genommen wurde.

Das Gewässer ist durch ein Gewerbegebiet im unmittelbaren Gewässerumfeld eingeschränkt. „Das sorgt für wenig Entwicklungspotenzial“, erklärt Claudia Hopfinger, von der Unteren Wasserbehörde des Kreises „trotzdem sind aber einige Böschungskorridore im Gewässerbereich natürlich ausgeprägt.“  Punktuell wurde durch bereits realisierte WWE-Maßnahmen der Gewässerverlauf natürlich aufgewertet, weitere Renaturierungsmaßnahmen sind in der finalen Planungsphase.

Dritter Schwerpunkt der diesjährigen Gewässerschau war der Holserbach mit seinen Nebengewässern und abschließend der Grafholzbeeke. Auffällig ist auch hier der besonders gradlinige Verlauf des Baches, der sehr landwirtschaftlich geprägt ist, dennoch ökologisch wertvolle Sohlstrukturen vorweist. Im Bereich der angrenzenden Wohnbebauungen ist der Bach vollständig künstlich in Betonschalen eingefasst. Dadurch ist der natürliche Gewässerverlauf kaum erkennbar.

Um die Gewässerentwicklung natürlicher gestalten zu können, sind bereits einige Projekte in der Planung. Einige können zeitnah, andere wiederum langfristig umgesetzt werden. Oftmals fehlen für die Umsetzung die Zustimmungen der Flächeneigentümer.

Die kurze Grafholzbeeke als letztes Beobachtungsgewässer fiel durch ihre geringe Fließgeschwindigkeit auf. Größere Renaturierungsmaßnahmen konnten aufgrund des erfolgreichen Erwerbs der Gewässerrandstreifen bereits umgesetzt werden.

Ein Hauptaugenmerk bei den Gewässerschauen liegt auch auf illegale Gewässereinleitungen: „Wir notieren uns dann die Stellen und werden dann tätig. So bedrückend das manchmal für uns auch ist, zeigt es aber doch, dass regelmäßige Kontrollen und gründliches Nachfassen nötig sind“, fasst -Claudia Hopfinger zusammen.  Oft sind es Ablagerungen von Gartenabfällen, Ast- und Rasenschnitt oder Bauschutt. Durch diese Ablagerungen wird die natürliche Entwicklung der Ufer gefährdet und die dadurchwichtigen und erforderlichen Gewässerunterhaltungsmaßnahmen erschwert. Abgerutschte Gartenabfälle verunreinigen die Gewässer und sorgen für erhöhten Nährstoffeintrag.  Außerdem können durch Hochwasser abgeschwemmte Ablagerungen an Durchlässen und Brücken den Wasserabfluss beeinträchtigen und für Rückstau oder Überflutungen sorgen. Bei Hochwasser werden so Anliegergrundstücke und andere Bebauungen gefährdet.

Deshalb sollen Grundstückseigentümer und Anlieger Gartenabfälle und Bauschutt auf keinen Fall im und am Böschungsbereich von Gewässern ablagern. Sofern Gartenabfälle nicht über eine Bio-Tonne entsorgt werden können, sind sie entweder auf einer Kompostierungsanlage oder auf dem eigenen Grundstück sachgerecht zu kompostieren und zwar außerhalb des Gewässerrandstreifens mit einem Abstand von fünf Metern zur Böschungsoberkante. Auch Gartenhäuser, Schuppen oder ähnliche Anlagen gehören nicht an den Gewässerrandstreifen. Der vom Umweltamt erstellte Flyer „Ratgeber für Bachanlieger“ gibt hierzu einen Überblick. Er kann unter dem folgenden Link von der Internetseite des Kreisumweltamtes heruntergeladen werden. (https://www.kreis-herford.de/UND-BEWEGEN/Umwelt-Natur-und-Klima-sch%C3%BCtzen-Abfall-entsorgen/Wasser/Gew%C3%A4sserschau)