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Pressemitteilungen

14.02.2019

Gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Rassismus: Kreisweites Handlungskonzept vorgestellt

Kreis Herford. Jetzt ist es da: Das Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Herford. Es soll vor allem Initiativen und Projekte stärken und fördern. Das 30 Seiten-starke Heft umfasst Forderungen und Maßnahmen für die Arbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Das Konzept ist über das NRWeltoffen-Landesprogramm zwischen August 2017 und Dezember 2018 entstanden und wurde von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren und Institutionen aus dem Kreisgebiet erstellt.

„Die Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus ist ein gesellschaftliches Thema und wir als öffentliche Hand sind ebenso gefordert, uns zu engagieren. Mit dem Konzept helfen wir, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammen zu bringen und zu unterstützen“, erklärt Norbert Burmann, Dezernent des Kreises Herford.

Im Kreis Herford ist das Projekt NRWeltoffen an den Bildungsträger für politische und soziale Bildung „Arbeit und Leben – DGB/VHS angegliedert.
„Es ist wichtig, eine Stelle zu haben, wo alles zusammenläuft. Vor allem in Bereichen, in denen viel über das Ehrenamt läuft ist koordinierende kreisweite Arbeit oft nicht mehr leistbar. Wir boten uns als Kooperationspartner besonders an, weil wir hier bereits Strukturen aufgebaut haben“, so Friedel Böhse Arbeit und Leben in Herford. Dort hat zum einem die OWL-weite „Mobile Beratung gegen Rechts“ ihren Sitz sowie auch die Fach- und Koordinierungsstelle, die an vier Tagen in der Woche als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Sie versteht sich als Anlaufstelle für Bildungsarbeit und die Vernetzung gegen rechts im Kreisgebiet. Von Rassismus betroffene Menschen sollen dort möglichst schnell und unkompliziert unterstützt werden.
„Rechtsextremismus und Rassismus geht alle an und betrifft sehr viele unterschiedliche Bereiche. Wir leisten wichtige Querschnittsarbeit. Vom Alltagsrassismus über Rassismus in den Medien, Zivilcourage, Antisemitismus bis hin zum Rechtspopulismus, die Themen sind so vielfältig und ergeben erst zusammen getragen ein Gesamtbild.“, fassen Sebastian Töbel und Sabine Hoffmann von der Herforder Fach- und Koordinierungsstelle NRWeltoffen ihre Arbeit zusammen.

Die bisherigen konkreten Handlungsempfehlungen im gerade veröffentlichten Konzept sind unterteilt in acht Handlungsfelder: Zivilgesellschaft, Jugendarbeit und Kultur, Schule, Netzwerkarbeit, Selbstorganisation von Migranten, Bildungsarbeit und Fortbildung, Erinnerungsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Medienkompetenz.

Verankert sind im Konzept auch schon unterschiedliche Projekte und Aktionen.
Beispielsweise gibt es für 2019 einen kreisweiten Initiativenfond. Ehrenamtlich aktive Gruppen können für Aktionen mit bis zu 500€ unterstützt werden. Darüber hinaus wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Menschen, die sich nicht mit Zeit einbringen können, aber mit Geld die Arbeit gegen Rassismus im Kreis Herford unterstützen wollen, können mit dem Stichwort „Initiativenfond“ die Höhe des Fonds für Aktivitäten im Kreis Herford gegen rechts erhöhen. Unterstützt werden kann der Fond unter: DE38 4945 0120 0000 028431. Weitere Infos und Antragsformulare unter www.gegenrechts.info

Im Juni 2019 sind außerdem die 2. Aktionswochen gegen Rassismus - für ein solidarisches Miteinander – im Kreisgebiet geplant. Dazu gehören Veranstaltungen, Workshops, Vorträge oder Konzerte, die im gesamten Kreisgebiet stattfinden sollen. Sie sollen das Bewusstsein für Diskriminierung schärfen und die vielen Facetten von Rassismus deutlich machen, aber vor allem auch Strategien der Auseinandersetzung aufzeigen und das Thema in den öffentlichen Diskurs bringen. Besteiligen können sich an den Aktionswochen alle Menschen im Kreisgebiet. Die Anmeldefrist für die Veranstaltungen ist am 01.03.2019.

Das nächste offene Netzwerktreffen zur Stärkung gegen Rechtsextremismus und Rassismus für alle Initiativen, Vereine und Institutionen des Kreises wird am 04.04.2019 in der VHS Löhne stattfinden. Es ist dann das zweite Treffen dieser Art und soll regelmäßig angeboten werden.

Zudem sollen weitere Bildungs- und Fortbildungsangebote geplant und durchgeführt werden, auch die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit soll weiter ausgebaut werden.

Die Erfahrungen der bisherigen Projektarbeit bei der Erstellung des Handlungskonzeptes haben gezeigt, dass es für eine langfristige und wirksame Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus einer festen Anlaufstelle mit finanziellen und materiellen Ressourcen bedarf. Dazu zählt auch die Bereitschaft einer selbstkritischen Auseinandersetzung von den Menschen in Institutionen mit dem Thema Rassismus. Beziehungsarbeit und persönliche Gespräche im Kreis Herford brauchen dabei Zeit und Geduld, wenn es um die Ermutigung und Unterstützung in der Arbeit gegen Rassismus geht.
Eine spezifische Herausforderung in der Arbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus stellt die Gegebenheit des ländlichen Raums dar. Denn für die Umsetzung des Handlungskonzeptes gilt es, den gesamten Kreis Herford zu berücksichtigen und einzubeziehen.

Weitere Infos und Veranstaltungen unter: www.gegenrechts.info und bei der Fach- und Koordinierungsstelle NRWeltoffen, Arbeit Leben DGB/VHS, Kreishausstraße 6, Sebastian Töbel und Sabine Hoffmann, post@gegenrechts.info, Tel.: 05221-2757254/-55