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Pressemitteilungen

13.02.2019

Familiengerechtigkeit fördern

Der Kreis Herford nimmt in Kooperation mit der Gemeinde Hiddenhausen am Audit „Familiengerechter Kreis“ teil

Kreis Herford. Familien sollen auch weiterhin gerne und lange im Kreis Herford leben wollen. Es ist eine wichtige Aufgabe zuverlässig dazu beizutragen, dass Familien nach ihren individuellen Lebenssituationen und Bedürfnissen unterstützt werden. Dazu soll die Auszeichnung „Familiengerechter Kreis“ beitragen, an dem sich nun nach der Gemeinde Rödinghausen auch der Kreis Herford und die Gemeinde Hiddenhausen beteiligen.
„Wir verstehen unter einem familiengerechten Kreis nicht nur, dass zum Beispiel ausreichend Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden, sondern dass alle Generationen in den Blick genommen werden. Es muss Rahmenbedingungen geben, auf die sich Familien und alle Generationen verlassen können. Wir als Kreis können da koordinierend wirken“, so beschreibt Landrat Jürgen Müller die Vorteile des Audits.
Weil sich Familienstrukturen stetig wandeln, werden nun die Angebote im Kreis Herford auf ihre Aktualität und Entwicklungsmöglichkeiten überprüft. Ganz unterschiedliche Bereiche stehen im Fokus: Schule, Jugend, Mobilität, Pflege und Kinderbetreuung oder Arbeit. Dabei spielt beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf eine wichtige Rolle. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zur Arbeit im Home-Office oder Gleitzeiten.
Dem Kreis kommt hier die Aufgabe zu, die Partner an den Tisch zu holen. Beispielsweise kleinere und mittlere Unternehmen, die ortsnahe und passgenaue Lösungen entwickeln, um Fachkräfte im Kreis zu halten und anzulocken.

Die Weiterentwicklung der Familiengerechtigkeit ist ein Prozess, der auf Dauer angelegt ist und bei dem viele Akteurinnen und Akteure mitwirken. Neben den Verwaltungen der Städte, den freien Trägern der Wohlfahrtspflege, der Wohnungswirtschaft, Bildungseinrichtungen und Unternehmen sollen auch Politik und Lokale Bündnisse für Familien und Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden.

Für das Kreis-Audit werden sich die kreisangehörigen Kommunen noch intensiver vernetzen. Rödinghausen ist bereits als erste Gemeinde im Kreis Herford als familiengerecht zertifiziert, auch die Gemeinde Hiddenhausen strebt jetzt eine eigene Zertifizierung „Familiengerechte Kommune“ an. Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erklärt warum: „Wir als Gemeinde können mit dem Kreis Herford gemeinsam planen – wir blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf das gleiche Thema. Gerade im Hinblick auf die Sammlung und den Austausch von Daten wird ein besserer Überblick und somit auch eine bessre Ausgangslage für die Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.“

Am Anfang des insgesamt 3jährigen Projektes steht eine Analyse der familienpolitischen Ausgangslage. Damit kann dann eine Gesamtstrategie für das erste Jahr entwickelt werden. Mit einem Drei-Jahres-Plan wird diese Strategie durch politische Beschlüsse bestätigt und der Kreis Herford sowie die Gemeinde Hiddenhausen erhalten das Zertifikat „Familiengerechter Kreis“ bzw. „Familiengerechte Kommune“. Während des gesamten Prozesses werden der Kreis Herford und die Gemeinde Hiddenhausen durch den Verein „Familiengerechte Kommune e.V.“ unterstützt. Dabei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der vom Verein gestellten Auditorin  Kerstin Schmidt, die bereits andere Kommunen erfolgreich im Prozess begleitet hat.


Zusatzinfo zum Audit:

In Nordrhein-Westfalen sind bisher 19 Städte im Audit-Netzwerk – der Kreis Herford wird einer der ersten Kreise sein, die zertifiziert werden.
Das Audit wurde im Jahr 2008 vom Land Nordrhein-Westfalen (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport), der Bertelsmann Stiftung und der Hertie Stiftung zunächst für Städte und Gemeinden entwickelt und dem Verein „Familiengerechte Kommune e.V.“ zur Verfügung gestellt. Der Verein hat es dann als Audit „Familiengerechter Kreis“ weiterentwickelt. Von dort wird der Prozess begleitet und letztlich auch eine Zertifizierung durchgeführt. Ziel ist es, durch dieses Planungs- und Führungsinstrument die Familienpolitik in der Kommune systematisch und strategisch (weiter-) zu entwickeln. Der ganzheitliche Ansatz sorgt dabei für eine flächendeckende Umsetzung von Maßnahmen für jegliche Lebensphasen, von der frühkindlichen Förderung bis hin zu seniorenfreundlichen Bedingungen. Das Audit „Familiengerechter Kreis“ dient auch dazu, die laufenden Prozesse und Aufgaben fachübergreifend zu betrachten.


Weitere Hinweise unter: https://www.familiengerechte-kommune.de/index.php/instrumente/das-audit-familiengerechte-kommune-familiengerechter-kreis/.