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Pressemitteilungen

15.04.2021

Erster Fall einer Infektion mit der brasilianischen Mutationsvariante

Im Kreis Herford gibt es den ersten und bislang einzigen Fall einer Corona-Infektion mit der brasilianischen Mutationsvariante. Dabei handelt es sich um eine 62-jährige Frau aus Enger.

Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sie sich bei einem Familienbesuch in Belgien infiziert und mit der Befürchtung, sich angesteckt zu haben umgehend auf den Heimweg gemacht. Auf ihrer Rückfahrt mit dem Auto legte sie nach eigenen Angaben keinen Zwischenstopp ein und begab sich zurück in Enger ohne Umwege in die häusliche Isolierung. Einen anschließenden PCR-Test ließ sie auf eigenen Wunsch auch zu Hause durchführen.

Sie hatte somit keine relevanten Kontakte zu anderen Personen im Kreis Herford und befindet sich nun in Quarantäne. Diese kann sie erst wieder verlassen, wenn sie nach Ablauf der Quarantänezeit keine Symptome mehr aufweist und negativ getestet wurde. Mittlerweile hat sie deutliche Krankheitssymptome entwickelt.

Das Gesundheitsamt des Kreises Herford steht bezüglich des Falls mit den zuständigen belgischen Behörden in Kontakt.

„Die Dame hat sich nach unserem Kenntnisstand vorbildlich verhalten. Wir können derzeit also davon ausgehen, dass sich die brasilianische Variante bei uns im Kreis Herford – ausgehend von der Infizierten - nicht weiter verbreitet hat“ so Krisenstabsleiter Markus Altenhöner. „Die Dame verspürt Symptome und fühlt sich auch nicht gut. Allerdings ist ihr Zustand insofern stabil, als dass sie noch nicht ins Krankenhaus muss. Wir wünschen ihr natürlich, dass sie die Infektion gut übersteht und wieder gesund wird“, so Altenhöner.

 

Was ist über die brasilianische Variante bekannt?

„Wir mussten leider damit rechnen, dass nach der britischen und südafrikanischen über kurz oder lang auch die brasilianische Mutationsvariante bei uns im Kreis auftaucht“, so Markus Altenhöner, der weiter ausführt:

„Nach unseren Kenntnissen ist die brasilianische Variante etwa um das 1,4 bis 2,2-fache ansteckender als die übliche Virusvariante. Sie führt auch häufiger zu stärkeren Symptomen und Krankheitsverläufen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich bereits Infizierte im Nachhinein auch ein zweites Mal anstecken können“. Der Kreis Herford nimmt den Fall demnach sehr ernst.

Die Frage, ob die brasilianische Variante auch resistent gegen die Impfstoffe sei, die im Kreis Herford derzeit verimpft werden, könne derzeit noch nicht seriös beantwortet werden. „Nach all dem, was wir derzeit wissen, helfen die Impfstoffe grundsätzlich, schwerere Krankheitsverläufe zu mildern und zu verhindern. Wir gehen davon aus, dass das auch bei der brasilianischen Variante der Fall sein wird“, erklärt Altenhöner.

Im Kreis Herford sind bislang über 1.330 Infektionsfälle mit einer Mutationsvariante bekannt. Bis auf drei Fälle der südafrikanischen und einem Fall der brasilianischen Variante handelt es sich dabei um ausschließlich um die britische Mutation.