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Pressemitteilungen

15.11.2022

Eine Win-Win-Situation: Kreis Herford fördert weitere angehende Hebammen

„Für uns ist das eine ganz tolle Möglichkeit. Ohne die Förderung des Kreises Herford hätte ich die Ausbildung zur Hebamme bzw. das duale Studium aufgrund meiner familiären Verpflichtungen nicht machen können – es ist eine einmalige Chance, die ich unbedingt ergreifen wollte“, freut sich Sara-Madleen Göhmann.

Die 28-Jährige ist eine von drei angehenden Hebammen, die mit finanzieller Unterstützung des Kreises ihrem Traumberuf nachgehen können. Seit dem 01. Oktober dieses Jahres absolviert sie zusammen mit Marie-Luise Dyck (32) aus Leopoldshöhe und Caroline Zepkow (18) aus dem Kalletal ein duales Studium der Hebammenwissenschaft an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld.

Die Finanzierung der Studiengebühren des 3,5-jährigen Studiums übernimmt der Kreis. Im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden, nach dem abgeschlossenen Studium für mindestens 5 Jahre im Kreis Herford tätig zu sein. Die Praxisphasen absolvieren die Studierenden in den Krankenhäusern im Kreis Herford (Klinikum Herford und Mathilden-Hospital Herford).

Das ist für alle Beteiligten ein Gewinn. „Die qualitativ hochwertige Hebammenversorgung ist sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich von großer Bedeutung. Hier schaffen wir durch die Kooperation mit der FHM für den Kreis Herford zukunftsfähige Bedingungen. Wir brauchen zur Aufrechterhaltung dieses Berufszweiges qualifizierte Hebammen, die einen wichtigen Beitrag im Gesundheitswesen leisten“, so Norbert Burmann, Gesundheitsdezernent beim Kreis Herford. Er freut sich, dass der Kreis „nun drei weitere tolle Nachwuchskräfte in diesem so wichtigen Berufsfeld gewinnen konnte“.

Bereits seit Oktober 2020 fördert der Kreis zehn angehende Hebammen, die ihr duales Studium an der FHM im Frühjahr 2024 beenden und anschließend im Kreis Herford tätig sein werden. Die FHM bietet den Studiengang als erste Hochschule in der Region an.

„Wir unterstützen unsere Kliniken und stellen gleichzeitig die akademische Ausbildung dieses so wichtigen Berufes zukunftsfähig auf – denn das wird eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen spielen. Wir nehmen jetzt die Chancen wahr, die die neue Gesetzeslage uns bietet“, erklärt Angela Heiler-Birk vom Kreis-Gesundheitsamt. Diese neue Gesetzeslage sieht seit 2020 eine vollständige Akademisierung der Hebammenausbildung vor.

Alle drei Studierenden erfüllen sich mit dem Studium ihren absoluten Berufswunsch. So wusste Caroline Zepkow schon nach einem Schülerpraktikum bei einer freiberuflichen Hebamme, dass der Beruf für sie das Richtige ist. Sie absolviert ihre Praxisphasen am Mathilden Hospital in Herford.

Auch Marie-Luise Dyck schwärmt von dem Hebammenberuf. „Ich wusste schon mit 16 Jahren, dass ich Hebamme werden würde. Eine Bekannte erzählte mir damals von ihrer Arbeit in der Klinik bzw. im Kreißsaal. Aus unterschiedlichen Gründen hat es mit dem Berufsstart bislang noch nicht geklappt, aber die zahlreichen Praktika in verschiedenen Kliniken haben sich immer wieder so angefühlt, als würde ich nach Hause kommen“, erzählt die Mutter dreier Kinder, die im Rahmen des Studiums im Klinikum Herford tätig ist.

Ähnlich sieht es Sara-Madleen Göhmann. Die ausgebildete chemietechnische Assistentin hat zunächst einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen – sieht sich nun aber am richtigen Platz. „Es bedeutet mir unglaublich viel, Frauen eine selbstbestimmte und natürliche Geburt zu ermöglichen. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Und dabei möchte ich die Frauen begleiten und unterstützen“.

Dass die Hebammenausbildung nun akademisiert wird, findet bei den angehenden Hebammen Anklang: „Hebamme ist ein Beruf, der auf ganz vielen Erfahrungsschätzen basiert. Ich finde es gut, dass diese nun mehr und mehr zu Papier gebracht werden. Wir können uns der Thematik nun auch unter einem wissenschaftlichen Aspekt nähern, was so vorher nicht möglich war. Zudem ist die Akademisierung des Berufes in anderen Teilen der EU schon weiter als bei uns  vorangeschritten. Wir kommen jetzt auf EU-Niveau“, so die 28-Jährige, die betont: „Wir Hebammen arbeiten sehr vielseitig und tragen eine enorm große Verantwortung – und das verdient, denke ich, auch einen akademischen Grad“.

Info:

Durch das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung wandelt sich der bisherige Ausbildungsberuf zu einem vollständig akademisierten Studium. Dies ist an der FHM als duales Vollzeitstudium angelegt und beinhaltet einen hohen Praxisanteil. Der Studiengang richtet sich an Personen, die gerne mit Menschen arbeiten wollen und zugleich im Zukunftsfeld Gesundheit Fuß fassen möchten.

Das Berufsbild ist sehr vielseitig, denn Hebammen sind Expert*innen für die Lebensabschnitte Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie unterstützen fachlich und emotional bei allem, was werdende Mütter und ihre Familien in der Vorsorge, bei der Geburt und in der Nachsorge benötigen.

Weitere Infos gibt es unter auch bei der FHM unter www.fh-mittelstand.de/hebammenwissenschaft