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Pressemitteilungen

03.11.2020

Corona Update Kreis Herford 03.11.

86 neue Fälle – Inzidenzwert steigt auf 221 - Corona Infektionen an Altenheimen in Mennighüffen und Enger – Noch nicht alle Ergebnisse ausgewertet

Kreis Herford. Seit gestern sind 86 neue Corona-Infektionen im Kreis Herford dazu gekommen. Die Zahl der Genesenen steigt von 885 auf 1042. Kreisweit gibt es nun 692 aktuell bestätigte Fälle. Insgesamt sind im Kreisgebiet 1.742 bestätigte Infektionen bekannt. Der Inzidenzwert ist weiter gestiegen und liegt nun bei 221.
Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei 6 (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und 2 mit Corona. Derzeit befinden sich 19 Personen in stationärer Behandlung, davon werden sechs intensivmedizinisch behandelt.
24 Menschen aus dem Kreis Herford werden derzeit stationär in Krankenhäusern behandelt. In den drei Krankenhäusern im Kreisgebiet liegen derzeit insgesamt 30 Infizierte, darunter 6 in Intensivbetten und 3 Beatmungspflichtige. (Anm.: Da in den Krankenhäusern des Kreises Herford Patienten aus unterschiedlichen Kreisen und Städten der Region behandelt werden, können die vom Kreis Herford gemeldeten stationären Patientenzahlen von denen der Krankenhäuser abweichen.)

Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (240), Spenge (19), Bünde (139), Löhne (118), Vlotho (31), Enger (74), Rödinghausen (13), Hiddenhausen (35) und Kirchlengern (23).

Einordnung des Infektionsgeschehens
Bei den aktuellen Fällen handelt es sich überwiegend um Kontaktpersonen zu bereits Infizierten. Darunter sind auch oft mehrere Personen innerhalb größerer Familien sowie Personen aus dem Freundeskreis, vereinzelt auch Arbeitskollegen. Auch Reiserrückkehrer (38) befinden sich unter den 692 aktuell bestätigten Fällen.

Erste Testergebnisse aus Altenheimen
Die ersten Testergebnisse aus den betroffenen Altenheimen liegen vor. Nachdem Mitarbeitende positiv getestet wurden, sind alle Bewohner*innen der Seniorenresidenz Mathilden in Enger und des Altenwohnheims Mennighüffen getestet worden.

Im Altenwohnheim Mennighüffen sind von insgesamt 69 Bewohner*innen bisher 28 Personen und 11 Beschäftige infiziert. In der Seniorenresidenz Mathilde in Enger sind von den insgesamt 70 Bewohner*innen 18 infiziert, zudem 6 Mitarbeitende. Noch liegen aber nicht alle Ergebnisse vor.

„Das Infektionsgeschehen in Altenheimen ist nicht ohne weiteres vorhersehbar, es handelt sich in jedem Fall um Risikopatient*innen. Deshalb sind wir auch froh, dass einige ohne Symptome und einige sogar schon auf dem Weg der Besserung sind. Aber es gibt auch Patient*innen mit Symptomen. Es wird alles getan, damit sich das Infektionsgeschehen unter diesen Risikopersonen nicht weiter ausbreitet“, erklärt Dr. Marie Luise Kluger, Leiterin vom Gesundheitsamt des Kreises.

Derzeit werden die Quarantänekonzepte und die aktuelle Versorgung der Bewohner*innen angepasst. Das bereits vorher bestehende Hygienekonzept wird aktualisiert und mit Zustimmung des Gesundheitsamtes umgesetzt.
Im Altenwohnheim Mennighüffen fallen neben den 11 infizierten Mitarbeiter*innenn auch 9 weitere Beschäftigte aus, die in Quarantäne sind. Für die Heimleiterin Marianne Smidt ist das eine besondere Herausforderung: „Mit einem Schlag fällt die fast die Hälfte des Pflegepersonals aus. Wir sind am Limit und arbeiten jeden Tags aufs Neue mit flexibel angepassten Dienstplänen. Ich habe aber ein hochmotiviertes Team, das alles gibt, um unsere Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich zu versorgen. Das ist gerade in dieser Zeit schon ein Trost und gibt Kraft zum eigenen Durchhalten.“

Insgesamt gibt es im Kreisgebiet derzeit 15 Einrichtungen der Pflege- und Eingliederungshilfe an der Beschäftige infiziert und weitere Beschäftigte als Kontaktpersonen in Quarantäne sind.

Situation an den Schulen und Kindertagesstäten im Kreis Herford

An drei Schulen (Olof-Palme-Gesamtschule Hiddenhausen, Weser-Gymnasium Vlotho und Realschule Bünde) gibt es insgesamt 4 bestätigte Fälle von Schülerinnen und Schülern. An acht Kindertagesstätten sind 9 Infizierte (8 Kinder, eine Beschäftigte). Die Testergebnisse von den Schülerinnen und Schülern stehen noch aus. Die Auswertungen der Tests verzögern sich derzeit wegen der enorm hohen Anzahl an Tests, die die Labore derzeit auswerten müssen.


Zusatzinfo:
Zeitnahe Information aller positiv Getesteten und Kontaktpersonen nicht mehr möglich
Durch die stark steigende Zahl der Fälle ist es trotz erhöhten Personalaufwands nicht mehr möglich, alle Personen noch am selben Tag zu informieren. Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes arbeiten täglich an der Belastungsgrenze, um die Fälle abzuarbeiten. Positiv getestete Personen müssen informiert, Kontaktpersonen ermittelt und ebenfalls benachrichtigt werden.

Wann gelte ich als Kontaktperson?

Nach den aktuellen Definitionen des Robert Koch-Institutes (RKI) werden Kontaktpersonen in zwei Kategorien unterteilt; in eine dritte Kategorie fällt nur medizinisches Personal.
Kategorie I: Personen, die 15 Minuten und länger face-to-face Kontakt hatten oder z.B. 30 Minuten in einem Raum mit hoher Konzentration an infektiösen Aerosolen waren oder direkten Kontakt zu Sekreten, z.B. Hust- und Nieströpfchen hatten.
Kategorie II: Personen, die weniger als 15 Minuten face-to-face Kontakt hatten und keiner längeren Exposition an infektiösen Aerosolen (unter 30 Minuten) ausgesetzt waren oder Personen, die den Mindestabstand von 1,5m nicht einhalten konnten, aber eine Mund-Nase-Bedeckung korrekt von der infizierten Person und der Kontaktperson getragen wurde.


Was tue ich, wenn ich Kontaktperson bin?

Kategorie I: Sobald Sie erfahren, dass Sie als Kontaktperson (Kat. I) gelten, begeben Sie sich in Ihr häusliches Umfeld. Das Gesundheitsamt nimmt Kontakt zu Ihnen auf und erläutert Ihnen die weiteren Schritte. Das Gesundheitsamt wird telefonisch eine häusliche Beobachtung für 14 Tage anordnen. In dieser Zeit beobachten Sie bitte, ob Sie Symptome entwickeln. Sollten Symptome auftreten, nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt zu Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin auf und lassen ggf. einen COVID-19-Test machen. Das Gesundheitsamt informiert Sie im Falle eines positiven Ergebnisses über die weiteren Schritte.

Kategorie II: Das Gesundheitsamt nimmt keinen Kontakt zu Ihnen auf. Wir bitten Sie jedoch Ihre Kontakte zu anderen Personen über die nächsten 14 Tage zu reduzieren. Sollten Sie in dieser Zeit Symptome entwickeln, nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt zu Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin auf und lassen ggf. einen COVID-19-Test machen. Das Gesundheitsamt informiert Sie im Falle eines positiven Ergebnisses über die weiteren Schritte.