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Pressemitteilungen

27.10.2020

Corona-Update 27.10.: 77 neue Fälle - Inzidenzwert steigt auf 144,1 - Kreis rät von Halloween-Aktivitäten und Martinssingen dringend ab

Seit gestern sind 77 neue Corona-Infektionen im Kreis Herford dazu gekommen. Die Zahl der Genesenen steigt ebenfalls von 770 auf 780. Kreisweit gibt es nun 400 aktuell bestätigte Fälle. Insgesamt sind im Kreisgebiet 1.188 bestätigte Infektionen bekannt. Der Inzidenzwert ist weiter gestiegen und liegt nun bei rund 144,1.

Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei 6 (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und 2 mit Corona. Derzeit befinden sich zwölf Personen in stationärer Behandlung. Die aktuell infizierten Personen verteilen sich auf Herford (145), Spenge (7), Bünde (109), Löhne (56), Vlotho (25), Enger (24), Rödinghausen (8), Hiddenhausen (16) und Kirchlengern (10).

Einordnung des Infektionsgeschehens

Bei den aktuellen Fällen handelt es sich überwiegend um Kontaktpersonen zu bereits Infizierten. Darunter sind Familienangehörige und Freunde, vereinzelt auch Arbeitskollegen. Auch Reiserrückkehrer (23) befinden sich unter den 400 aktuell bestätigten Fällen. Ein Infektionsschwerpunkt ist weiterhin nicht zu erkennen. Bis auf die bereits gestern erwähnte Bünder Firma  Gerresheimer mit 30 Infizierten gibt es keine weitere Häufung von Corona-Fällen in größeren Betrieben im Kreis. Mit einem Abnehmen der Fallzahlen wird in den nächsten Tagen nicht gerechnet.

„Der drastische Anstieg der Zahlen erschwert es, alle Infektionsketten nachzuverfolgen. Aufgrund des enormen Arbeitseinsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kontaktpersonen-Management entgleitet uns die Situation jedoch noch nicht“, erklärt Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes.

Gesundheitsamt bekommt nochmals Verstärkung

Der Kreis hat auf die stetig steigenden Zahlen personell bereits reagiert: Mittlerweile sind 52 Personen mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen beschäftigt. Insgesamt befassen sich derzeit  67 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt mit der Corona-Thematik. Neben den üblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitsamt setzen sich diese auch aus den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zusammen, die im Kontaktpersonen-Management eingesetzt werden. Zusätzlich unterstützen insgesamt 15 Verwaltungsmitarbeiter sowie 17 extern eingestellte Kräfte das Gesundheitsamt. „Wir greifen hier auf vorgeplante Strukturen zurück und möchten zeitnah noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem Gesundheitsamt zur Verfügung stellen“, erklärt Landrat Jürgen Müller. „Dort wird sieben Tage die Woche von morgens bis abends eine tolle Arbeit gearbeitet, die für alle Beteiligten auch mit einer zunehmenden Belastung verbunden ist. Das haben wir im Auge und reagieren darauf fortlaufend“, so der Landrat.

 

Kreis Herford rät von Halloween-Feierlichkeiten und Martinssingen dringend ab

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen appelliert der Kreis Herford, an diesem Wochenende auf private Halloween-Aktivitäten zu verzichten. „Wir haben ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen. Es geht jetzt darum, die Kontakte so gut es geht einzuschränken, um ein weiteres exponentielles Wachstum der Infektionen zu verhindern. Deshalb sind private Halloween-Partys in diesen Tagen fahrlässig“, so der Landrat. Gleiches gilt auch für die Halloween-Umzüge, bei denen von Haus zu Haus gezogen wird.

Bezüglich des Martinssingens am 11. November hat sich der Kreis Herford auch mit dem NRW-Gesundheitsministerium abgestimmt: Grundsätzlich ist das private Martinssingen nach der CoronaSchVO nicht untersagt. Zu beachten sind die  maximalen zugelassenen Gruppengrößen (5 Personen aus verschiedenen Haushalten/Familien) sowie der besondere Mindestabstand beim Singen im öffentlichen Raum von 2 Metern.

Dennoch bittet der Kreis Herford darum, in diesem Jahr auf das private Martinssingen zu verzichten: „Bei dem privaten Martinssingen ziehen eine Vielzahl von Menschen von Haustür zu Haustür. Dabei entstehen sehr viele Kontakte – auch mit Risikogruppen und älteren Menschen. Genau das müssen wir in diesen Zeiten verhindern. Deshalb appelliere ich ausdrücklich, in diesem Jahr auf das Martinssingen zu verzichten“, so Jürgen Müller. Das besondere Risiko besteht nicht nur durch die Vielzahl von Kontakten ohne Mindestabstand, sondern zusätzlich durch den durch das Singen erhöhten Aerosolausstoß.

 

Bürgertelefon an sieben Tagen die Woche besetzt – Anzahl der Anrufe nimmt rasant zu

Die aktuellen Entwicklungen der Infektionszahlen zeigen sich auch am Bürgertelefon des Kreises Herford. Über das Wochenende meldeten sich 220 Anruferinnen und Anrufer, am Montag waren es sogar 310. Die Themen variieren dabei: Oft suchen Kontaktpersonen von Infizierten ebenso wie Personen mit grippeähnlichen Symptomen Rat. Viele Anruferinnen und Anrufer möchten sich zudem über Neuerungen in der Corona-Schutzverordnung nach dem Erreichen der zweiten Gefahrenstufe sowie nach Testmöglichkeiten im Kreis erkundigen.

Derzeit sind immer 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitgleich beim Bürgertelefon im Einsatz. Montags bis donnerstags ist das Bürgertelefon zwischen 8 und 16 Uhr erreichbar, am Freitag von 8 bis 14 Uhr. Aufgrund des rasant steigenden Bedarfs wird das Bürgertelefon auch an diesem Wochenende – samstags von 9 bis 14 Uhr, sonntags von 10 bis 14 Uhr – erreichbar sein.

 

Strengere Corona-Maßnahmen: Kreis wartet Ministerpräsidenten-Konferenz ab

Bezüglich weiterer Maßnahmen, die in der derzeit geltenden Corona-Schutzverordnung gemäß der Gefahrenstufe 2 noch nicht aufgeführt sind, wartet der Kreis Herford zunächst die Ergebnisse der morgigen Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder ab. Dabei sind schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens zu erwarten.