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Pressemitteilungen

30.09.2019

Carolin Tödtmann erhält Rheuma-Preis 2019: Eine Team-Leistung

Kreis Herford. Die Initiative Rheuma-Preis hat am 6. September in Dresden drei Arbeitnehmerinnen und ihre Arbeitgeber geehrt, die als herausragendes Beispiel für den Umgang mit chronischen Krankheiten im Berufsalltag gelten. Unter den Preisträgern war auch Carolin Tödtmann vom Kreis Herford. Sie leidet unter Morbus Bechterew – eine besondere Form des chronisch entzündlichen Rheumas, an der in Deutschland rund 340.000 Menschen leiden. Jürgen Müller und Dezernent Norbert Burmann gratulierten Caroline Tödtmann und ihren Kolleginnen und Kollegen für die kollegiale Leistung in den vergangenen Monaten und Jahren.

Unmittelbar vor ihrem 30. Geburtstag erhielt Carolin Tödtmann die Diagnose Rheuma. Es folgte eine lange Leidenszeit, nach der sie nun erfolgreich in ihr Arbeitsleben zurückkehren konnte. Die Preisträgerin erzählt: „Ich habe am Arbeitsplatz von Beginn an offen über meine Erkrankung Morbus Bechterew gesprochen. Mein Arbeitgeber, der Kreis Herford, hat großes Verständnis dafür gezeigt und mich unterstützt, ebenso wie meine Kollegen, darunter die Schwerbehindertenvertreterin sowie die Beauftragte für Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)“.

Ihr heutiger Tele-Arbeitsplatz beim Sozialamt des Kreises Herford, wo sie für „Hilfe zur Pflege in Einrichtungen“ zuständig ist, ist ergonomisch angepasst: Er verfügt über einen höhenverstellbaren Schreibtisch, ein Headset sowie einen individuell angepassten Bürostuhl. Zusätzlich kann sie auch im Homeoffice, also von zuhause aus arbeiten. Tödtmann hat ein Büro mit barrierefreiem Zugang im Hauptgebäude erhalten, das mit Aufzügen ausgestattet ist. Damit sie unnötige Wege vermeidet, steht ihr ein außerdem ein reservierter Pkw-Stellplatz in der Tiefgarage zur Verfügung. Durch eine Umstellung der Arbeitsorganisation wurde ihre Arbeitsbelastung zunächst auf 75 Prozent reduziert. „Mein Ziel ist die 100-prozentige Belastbarkeit“, betont sie.

„Ich bin Frau Tödtmann dankbar, dass sie so offen mit uns gesprochen hat und es uns damit überhaupt erst ermöglicht hat, sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Sie ist ein wunderbares Beispiel dafür, trotz einer chronischen Erkrankung erfolgreich ins Arbeitsleben zurückzukehren“ lobt Landrat Jürgen Müller den Mut und Tatendrang der Preisträgerin. Diese gibt den Dank zurück – insbesondere an ihre Arbeitskolleginnen- und Arbeitskollegen: „Meine geringen Ausfallzeiten habe ich euch zu verdanken, da ihr mir den Rücken freihaltet und mir Freiräume schafft für Arztbesuche oder andere Termine. Das Meistern von Therapie und Arbeitsleben erfordert Hilfestellungen, und die habt ihr mir gegeben“.

„Die Gemeinsamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg“, betont Heike Czollek, die Tödtmann als Schwerbehindertenvertrauensfrau zusammen mit Claudia Simon vom Betrieblichen Eingliederungsmanagement von Beginn an zur Seite stand. Stephanie Hinz, Leiterin des Sozialamtes, lobt ebenfalls den Zusammenhalt beim Kreis: „Alle Rädchen haben ineinandergegriffen. Mit diesem Team kann alles aufgefangen werden“. Dem kann sich Dezernent Norbert Burmann nur anschließen: „Alle Beteiligten, die ganze Abteilung hätte bei der Preisverleihung mit auf der Bühne stehen müssen“.

Derzeit geben rund fünf Prozent der Berufstätigen mit Rheuma im ersten Jahr ihrer Erkrankung und rund 20 Prozent nach drei Jahren ihren Arbeitsplatz auf. Das Beispiel von Carolin Tödtmann und dem Kreis Herford belegt eindrucksvoll, dass ein partnerschaftlicher, offener Umgang von Kollegen und Vorgesetzten mit der Situation zu erfolgreichen Lösungen führen kann.

Darüber hinaus ist sich der Kreis Herford seiner besonderen sozialpolitischen Verantwortung bewusst und setzt sich aus diesem Grund für ein verständnisvolles, respektvolles und tolerantes Miteinander unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein. Um diese Kultur der Toleranz zu fördern, wurde gemeinsam mit den Interessenvertretungen im Jahr 2011 eine Dienstvereinbarung Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) geschaffen. Zudem wurde die Stelle einer Inklusionsbeauftragten im Kreis Herford eingerichtet, die den Leitgedanken aller Inklusionsbemühungen sowohl im Haus als auch extern weiterverbreitet.


Kreis Herford in prominenter Gesellschaft:
Der mit jeweils 3 000 Euro dotierte Rheuma-Preis wird jedes Jahr verlieren. Er ermutigt Menschen mit entzündlichem Rheuma sowie ihre Vorgesetzten und Kollegen zu mehr Offenheit im Umgang mit der Erkrankung und leistet Aufklärungsarbeit im Umgang mit „Rheuma am Arbeitsplatz“. Neben Carolin Tödtmann und dem Kreis Herford zählten in diesem Jahr ebenfalls die Daimler AG und die Universität Hamburg zu den ausgezeichneten Arbeitgebern.