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Pressemitteilungen

08.03.2021

Bildungsprogramm verstärkt digital

Kreis Herford. Kita & Co ist nun auch verstärkt digital unterwegs. Das Programm des Kreises Herford und der Carina Stiftung richtet sich vornehmlich an Kinder im Übergang zwischen Kita und Grundschule, an deren Eltern und an Fachkräfte. Durch die Pandemie können seit inzwischen fast einem Jahr die Angebote nur sehr eingeschränkt oder gar nicht in direktem Kontakt stattfinden. "Wir nutzen die Zeit, um digitale Formate zu entwickeln", fasst Projektleiterin Kristina Hellweg zusammen und ergänzt, "Wir probieren, werten aus und können uns auch vorstellen, einige Formate in die Nach-Corona-Zeit zu übernehmen".

Die Lernparty von Kita & Co, ein Tag mit Workshops und Austausch für Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen im Kreis Herford, fand in diesem Jahr erstmals digital statt. Zuvor hatten die rund 60 Teilnehmenden per Post ein kleines Päckchen mit Snacks und Materialien erhalten. Das Format einer interaktiven Videokonferenz war zunächst ungewohnt, auch für die drei Referent*innen, klappte jedoch erstaunlich reibungslos.

So saßen an diesem Samstagvormittag die Teilnehmenden zu Hause nicht nur vor ihrem Bildschirm und schauten den Referent*innen zu, sie machten aktiv mit. "Wir hoffen alle, dass die nächste Lernparty wieder im Kreishaus stattfinden kann. Aber die Rückmeldungen zu dieser Lernparty waren sehr positiv und wertschätzend, sodass wir künftig möglicherweise Lernpartys zumindest teilweise digital ausgestalten", bilanziert Christina Altenbernd, Abteilungsleiterin im Bildungsbüro des Kreises Herford.

Auch andere Projekte von Kita & Co laufen digital. Die Märchenerzählerin Margret Oetjen taucht aktuell zweimal in der Woche jeweils für 20 Minuten auf dem Bildschirm auf. Nicht nur die Märchenerzählerin, sondern auch die Kinder sind auf dem geteilten Bildschirm zu sehen, können das Mikrophon ihres Computers oder Tablets nutzen oder im Chat eine Nachricht hinterlassen.

Margret Oetjen baut zudem interaktive Elemente ein, die Kinder klatschen, trommeln auf ihrem Körper, singen mit oder werden von der Märchenerzählerin direkt angesprochen. Mitte Januar gestartet, nehmen jeweils rund 50 Kinder an den Online-Lesungen teil. "Wenn ich in einer Kita vorlese, gibt es einen unmittelbaren Kontakt. Dann kann ich reagieren. Bei den Videokonferenzen ist es nicht immer offensichtlich, was bei den Kindern ankommt, weil sie nur auf einem kleinen Bildschirmfenster zu sehen sind", sagt die Märchenerzählerin. Anfangs konnte sie sich solche Formate nicht vorstellen, inzwischen schon. "Von Vorteil ist, dass sich die Kinder beziehungsweise deren Eltern von überall aus zuschalten können, damit kann ein solches Angebot unkompliziert viel mehr Menschen erreichen".

Erfreulich ist außerdem die Medienkompetenz der Kinder. "Die meisten 6- bis 8-Jährigen gehen ganz selbstverständlich mit dem Konferenzprogramm um, wissen, welche Knöpfe sie anwählen müssen, können sich gut orientieren", sagt Kristina Hellweg, "und für die Eltern sind solche Angebote in Lockdown-Zeiten eine kleine Entlastung". Das ist zu sehen, wenn auf dem Bildschirm Kinder auf dem Sofa sitzen und zuschauen, während die Erwachsenen im Hintergrund etwas ganz anderes erledigen.

Auch ein Eltern- und Bildungsforum fand bereits online statt. Der Referent Matthias Bartscher vermittelte, dass Kinder zuvorderst nicht perfekt organsierte, sondern vor allem authentische Eltern benötigen. Die Eltern konnten über den digitalen Kanal nicht nur zuhören, sondern Fragen stellen und kommentieren. "Die Technik dahinter funktioniert gut, die jeweilige Live-Konferenz wird von uns begleitet und moderiert", erklärt Kristina Hellweg.

Die digitale Bildung ist bereits seit zwei Jahren ein inhaltlicher Schwerpunkt von Kita & Co. "Was Medienkompetenz angeht, haben wir in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Bildungsangebote gemacht. Dies werden wir in Bezug auf digitale Medien ausbauen", sagt Christina Altenbernd, "Dass das jetzt stärker in den Fokus rückt, ist wohl einer der wenigen positiven Effekte von Corona".