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Pressemitteilungen

16.10.2017

Auszeichnung für den Kreis der guten Beispiele: Bürgerenergieanlage auf der Gärtnerei Ulenburg

Kreis Herford-Löhne. „Immer wenn die Sonne scheint, freuen wir uns jetzt noch ein bisschen mehr“, freut sich Guntram Sauermann und spielt auf die Bürgerenergieanlage an, über die seine Gärtnerei eigenen Strom produziert. Nun ist diese Anlage nicht nur für ihn ausgezeichnet – sondern hat auch eine Auszeichnung bekommen. Sie gehört ab sofort zum „Kreis der guten Beispiele“.

Im Mai 2017 startete der Kreis Herford mit der Kampagne „Kreis der guten Beispiele“ und forderte damit die Bevölkerung auf gute Beispiele für den Klimaschutz per Postkarte oder per Mail einzureichen. Diesem Aufruf folgten viele geeignete Einsendungen und nun finden die ersten Prämierungen statt.

Die Bürgerenergieanlage der Gärtnerei Ulenburg in Löhne wird mit einer Gebäudetafel und einer Urkunde zum Mitglied des Kreises der guten Beispiele gekürt. Die Photovoltaikanlage der Gärtnerei wird seit Juli 2014 betrieben und erzeugt Strom für tägliche Bewirtschaftung. Geplant und finanziert wurde die Anlage durch die Friedensfördernde Energiegenossenschaft Herford, Ingo Ellermann von der Genossenschaft erklärt das Prinzip: „Wir vermieten die Anlage und kümmern uns auch um Instandhaltung und Wartung. Damit wollen wir die Energiewende in Bürgerhand voranbringen. Hierfür ist diese Zusammenarbeit ein Paradebeispiel, davon wünschen wir uns noch sehr viel mehr.“

Eben diese Zusammenarbeit lobt auch Landrat Jürgen Müller: „Bei dem Projekt handelt es sich nicht nur um eine Bürgerenergieanlage, sondern auch um ein vorbildliches Nachbarschaftsprojekt. Denn auf dem Hallendach der Nachbarn, der Familie Esser steht die Anlage und dort wird der Strom für die Gärtnerei produziert. Das Beispiel ist eine Win- win-Situation für alle Beteiligten.“

 

Den Aufbau und Betrieb einer Photovoltaikanlage, mit dem Ziel der eigenen Verwendung von ca. 70% des produzierten Stroms, realisierte für die Bioland Gärtnerei Ulenburg die Friedensfördernden Energie-Genossenschaft Herford eG. Die Größe der Anlage ist so berechnet, dass die gebrauchte Strommenge direkt produziert wird. Nur der Überschuss wird durch das EEG vergütet in das Netz eingespeist. Der Strom in Sonnenzeiten wird vor allem für die Kühlung und die Bewässerung der Pflanzen benötigt. Dies beweist sich gerade in den wärmeren Zeiten als Zugewinn, weil die Pflanzen mehr Kühlung brauchen. Da kein Stromspeicher vorhanden ist, wird mit dem überschüssigen Strom an Sommertagen ein Eislager unterhalten. Diese Maschine kann 750 kg Eis in 24 Stunden erzeugen. Das Eis wird für den Transport des Gemüses für den Markt verwendet, damit der Kunde optimales Gemüse, auch im Sommer, erhalten kann.

 

Bürgerenergieanlagen sind eine Maßnahme aus dem integrierten Klimaschutzkonzept vom Kreis Herford. Aus diesem Grund wird das vorbildliche Klimaschutzbeispiel der Gärtnerei Ulenburg, der Familie Esser und der Friedensfördernden Energiegenossenschaft prämiert und dieses Engagement sowie die Verwendung von eigenen produzierten Strom in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

 

Ausgezeichnet wurde bisher ebenfalls das Engagement der Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten GmbH in Herford sowie Familie Hertel aus Herford, die eine eigenen E-Ladesäule vor ihrem Wohnhaus errichtet haben.