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Pressemitteilungen

04.06.2020

Artenschutz fängt im eigenen Garten an

Ganz einfach Lebensraum für wilde Tiere schaffen

Kreis Herford. Artenschutz fängt immer im eigenen Garten an - Mit ein paar einfachen Maßnahmen werden Tiere und Insekten ganz einfach angelockt. Zur Belohnung sind dann brütende Vögel zu beobachten, oder der Igel, der jeden Abend zum Fressen kommt, eine Amsel, die einen dicken Wurm aus dem Rasen zieht oder Frösche, die durch den Gartenteich strampeln.
Viele Tier- und Pflanzenarten müssen in naturnahen Gärten einen neuen Lebensraum finden, weshalb Gärten tier-und pflanzenfreundlich gestaltet sein sollten. Einheimische Kräuter, Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume, ein Stück Wiese statt Rasen, eine kleine Brennesselecke, ein Laub-oder Reisighaufen – je nach Platz und Geschmack.

Nistkästen umsichtig aufhängen

Nistkästen im Garten werden von Vögeln gerne angenommen. Schon im zeitigen Frühjahr halten Vögel Ausschau nach Nistmöglichkeiten. Nistkästen sollten bereits frühzeitig aufgehängt werden – dabei ist es wichtig sie katzensicher und der Schlechtwetterseite abgewandt anzubringen. Hoch oben in der Baumkrone sind die Vögel und ihre Brut am besten vor Katzen geschützt. Übrigens auch im Herbst bieten Nistkästen den Vögeln, Kleinsäugern oder Insekten einen sicheren Platz zum Schlafen und Überwintern. Der September ist ideal, um Nistkästen zu säubern, denn die letzte Brut von Meisen, Spatzen, Zaunkönigen oder Kleibern ist dann ausgeflogen und Wintergäste noch nicht eingezogen.

Beim Heckenschnitt auf brütende Vögel achten

Schonende Form- und Pflegeschnitte von Hecken sind ganzjährig zulässig. Radikale Rückschnitte sind vom 1.März bis zum 30.September aber auch in Privatgärten verboten. Aus Gründen des Tierschutzes ist es strengstens verboten, aktive oder wieder nutzbare Vogelnester zu entfernen oder zu beschädigen. Genauso wenig dürfen brütende Vögel gestört werden. Wer also während der Vogelbrutzeit die Hecken in seinem Garten schneiden möchte, muss unbedingt auf die Vögel achten und sie schonen.
Die meisten Gartenvögel brüten von April bis Ende Juni. Manche Heckenbrüter wie Amseln oder Grünfinken brüten aber mehrmals hintereinander. Deshalb sollte jede Hecke vor dem Schnitt sorgfältig auf aktive Vogelnester untersucht und besetzte Bereiche zunächst ausspart und erst später geschnitten werden.
Formschnitthecken sind für Vögel attraktive Brutplätze, weil sie häufig immergrün und blickdicht sind. In ihnen können sich Vögel gut verstecken, stachelige Hecken bieten zusätzlichen neben der Nahrung auch Schutz vor Beutetieren. Überhaupt lieben Gartenvögel frei wachsende, einheimische Laubgehölze, die Insekten beherbergen, gerne auch Beerensträucher.

Gartenteiche mit Flachwasserzone

Ein Teich im Garten ist ein ganz besonderes Erlebnis. Frösche, Libellen und Wasserläufer erobern von ganz alleine das kleine Biotop und auch Vögel halten sich hier gerne zum Trinken und Baden auf. Ein Gartenteich sollte deshalb immer eine Flachwasserzone haben – dann können sich zum Beispiel Igel ans Ufer retten. Auch Steine, die aus dem Wasser ragen, retten Tierleben. Zusätzlich dient sie zahlreichen Pflanzenarten und Tieren als Lebensraum.
Übrigens: Haben sich geschützte Tiere, wie beispielsweise Frösche, in einem Gartenteich angesiedelt, dürfen sie und auch der Froschlaich grundsätzlich nicht entfernt werden – Sogar eingesetzte Frösche in einem künstlich angelegten Gartenteich sind über das Bundesnaturschutzgesetzes geschützt. Gartenteiche dürfen auch nicht einfach zugeschüttet werden – bei Fragen berät die Naturschutzbehörde des Kreises aber gerne.

Fallgruben vermeiden
Lichtschächte am Haus entpuppen sich leider immer wieder als Todesfallen für Kleintiere wie Igel, Mäuse oder Frösche, – oft reicht es schon aus, einfach ein Brett mit rauer Oberfläche schräg in den Lichtschacht zu stellen. Wo Igel nachts ihre Runden drehen, sollten sämtliche Licht- und Kellerschächte mit einem feinmaschigen Draht abgedeckt werden, allein schon, damit die Tiere sich nicht verletzen.