Seiteninhalt

Pressemitteilungen

16.08.2020

Aktuelle Coronalage 16.08.

Coronafälle in größerer Familie überschaubar – sprunghafter Anstieg blieb bisher aus – Quarantänemaßnahmen werden eingehalten – Landrat bittet weiter die gesamte Bevölkerung des Kreises um Besonnenheit und Mitarbeit


Kreis Herford. Die Corona-Fälle in der größeren Familie aus Herford und Hiddenhausen sind nicht, wie befürchtet, weiter stark angestiegen. Zu den bisher 11 infizierten Personen innerhalb des Familienverbundes ist, nach den bisher vorliegenden Testergebnissen, nur eine weitere Person infiziert. Insgesamt sind 70 Familienmitglieder und Kontaktpersonen ermittelt, getestet und in häuslicher Isolierung. Die Quarantänemaßnahmen werden – nach Aussagen und den üblichen Kontrollen der zuständigen Ordnungsämter - eingehalten, erklärt Krisenstableiter Markus Altenhöner:

„Auch wenn wir den Eindruck haben, dass die Quarantäneanordnungen ernst genommen werden, müssen wir uns vor allem bei gleichzeitig so vielen betroffenen Personen versichern, dass das tatsächlich auch so ist. Wir müssen auch schauen, dass die Menschen, die unter Quarantäne stehen versorgt sind. Dazu gehört zum Beispiel ob genügend Essen und Trinken da ist oder ob die Kinder gut versorgt sind. Denn die große Familie konnte sich bisher sehr gut selbst versorgen und helfen. Durch die plötzliche Quarantäne kurz vor bzw. am Wochenende war mit Versorgungsengpässen zu rechnen“.
Unter den 12 infizierten Familienmitgliedern sind auch 6 Kinder. 5 der Kinder sich Schulkinder. Sie haben eine Grundschule und 2 weiterführende Schulen besucht. Alle Kinder sind trotzt Infektion symptomfrei. Die 3 betroffenen Schulen sowie die Eltern der Kinder, die direkten Kontakt hatten sind informiert. Die direkten Sitznachbarn der Kinder sind in häuslicher Isolierung. Das weitere Verfahren wird eng mit den jeweiligen Schulen abgesprochen. Unkontrollierbare Infektionsausbrüche in den Schulen sind derzeit nicht zu erkennen.

Die Krisenstäbe in den Kreisen und Kommunen sind seit Monaten vorbereitet. Sie haben bereits im Vorfeld unterschiedliche Vorgehensweisen und Maßnahmenkataloge erarbeitet, um ein Infektionsrisiko schnell und konsequent einzugrenzen. Die Pläne sind mit den betroffenen Behörden, Schul- und Kindergartenträgern, Krankenhäusern oder Altenheimen in der Regel im Vorfeld abgestimmt. Deshalb können Entscheidungen zügig getroffen und umgesetzt werden. Hierzu gehören die Anordnung von Quarantänemaßnahmen ebenso wie mögliche Isolierungen von einzelnen Schulklassen oder - bis hin zum äußersten Fall - die Schließung von Schulen, erklärt Landrat Jürgen Müller:

“Wir wägen nach sehr strengen Maßstäben ab und das Wohl der Kinder, Familien und des Schulpersonals steht dabei natürlich an oberster Stelle. Wir entscheiden nach besten Gewissen und Wissen und hoffen auf das Vertrauen der Eltern - denn wir sind gut vorbereitet“.
Besonders wichtig ist dem Kreis, dass Informationen gut fließen - vor allem bei den betroffenen Kindern, Eltern, Lehrkräften und anderem Schulpersonal. Viele Schulen haben hier vorbildliche Netzstrukturen geschaffen (beispielsweise Telefonketten, WhatsApp-Gruppen) und ermöglichen den wichtigen, verlässlichen und zeitnahen Informationsfluss.

Die Lage im Kreis
In weiteren 5 Schulen im Kreisgebiet gibt es ebenfalls Kinder, die jedoch nur als Kontaktpersonen anderer Infizierter, vorsorglich in häuslicher Isolierung sind.
Durch die aktuellen Infektionen in der größeren Familie, aber auch durch die zusätzlich gemeldeten infizierten Reiserückkehrer und durch infizierte Einzelpersonen, hat sich die Zahl der Kontaktpersonen im Kreisgebiet mittlerweile auf über 100 erhöht. Das Kreisgesundheitsamt arbeitet in der Kontaktpersonenverfolgung das ganze Wochenende unter Hochdruck.
Landrat Jürgen Müller:

„Ich bin allen Menschen, die in häuslicher Isolierung sind und gewissenhaft mitarbeiten sehr dankbar. Insbesondere für Familien ist eine Quarantäne eine ganz besondere Herausforderung. Bei diesen sommerlichen Temperaturen auf engstem Raum zusammen zu sein erfordert Geduld, Disziplin und Kreativität“.
Die Lage im Kreisgebiet beurteilt Landrat Jürgen Müller als überschaubar und stellt noch einmal klar:
Das Virus ist nicht besiegt und wird es vorerst auch nicht sein. Wir sind den Marathonlauf gestartet. Während des Laufs haben wir immer wieder neue Erfahrungen gemacht und waren bisher immer in der Lage, situationsangemessen zu reagieren. Wir können das Virus bis zur Entwicklung eines Impfstoffes aber nur dann in Schach halten, wenn alle zusammenarbeiten, wir besonnen bleiben und uns an die bekannten A-H-A Regeln halten. Wichtig ist, dass wir auf einander achtgeben.
Das gelingt im Kreisgebiet nach wie vor sehr gut, auch wenn wir Schwankungen in den zahlenmäßigen Entwicklungen haben. Letzteres überrascht mich aber wenig, da die weit überwiegenden Ursprünge der Entwicklungen auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurück zu führen sind.“