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Pressemitteilungen

07.05.2020

Abgeschottete Leitstelle und einsame Pausen

Von der Arbeit in der Feuerwehrzentrale und der Leitstelle des Kreises

Kreis Herford. Es ist eine Stille, wie man sie dieser Tage häufiger erlebt: Wenig Menschen, wenig Autos, wenig Hin und Her. Auf dem Parkplatz der Feuerwehrzentrale und Kreis-Leitstelle in Hiddenhausen-Eilshausen wirkt diese ruhige Atmosphäre dennoch irgendwie befremdlich, auch jetzt noch – geht es hier doch fast immer um schnelle Lösungen, viele Menschen, die dabei helfen und um Kameradschaft und Teamgeist.
„Dieser Tage passiert das alles sehr ruhig“, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Kröger: „Wir haben im März quasi eine komplette Vollbremsung hingelegt. Von 100 auf 0. Die Feuerwehrzentrale ist verschlossen, nur wer hier arbeitet kommt ins Gebäude, es finden keine Lehrgänge mehr statt, der gesamte Ausbildungsbereich ist eingestellt. Es gibt nur noch Einzelbüros und ein paar sind im Wechsel im Homeoffice“. Hinweisschilder an den Türen zeigen: Hier darf niemand mehr rein.

In den drei Werkstätten der Feuerwehrzentrale hat sich allerdings fast gar nichts verändert: In der Funkwerkstatt, der Atemschutzwerkstatt und Schlauchwerkstatt wird immer noch repariert, gesäubert und ausgebessert. Auf dem Hof hört man die große Waschmaschine surren, sie reinigt die Atemschutzgeräte der Feuerwehrleute und durchs gerade geöffnete Fenster kann man von außen Christoph Aspelmeier bei der Arbeit beobachten – er kontrolliert gerade die Atemschutzmasken seiner Kollegen.
An seinem Arbeitsplatz ist er derzeit allerdings komplett alleine, auch in den Pausen bleibt er für sich - neue Vorschriften in Corona-Zeiten, in denen für systemrelevante Personen noch strengere Regeln gelten als sowieso schon.

Nebenan in der Leitstelle – dort wo die 112-Notrufe eingehen und die Rettungswagen koordiniert werden – nimmt man es noch ein bisschen genauer. Derzeit dürfen dort überhaupt nur 21 Menschen das Gebäude betreten – es sind die drei Teams, die im Wechsel die 24-Stunden Schichten übernehmen. Jedes Team besteht aus 7 Kolleginnen und Kollegen. Sie bilden feste Teams und werden auch bleiben als Team auch erhalten. Sollte jemand an Corona erkranken, ist dann nur ein Team betroffen und die anderen bleiben arbeitsfähig. Während der Arbeitszeit verlässt in der Regel niemand das Gebäude - kein Einkauf in der Pause - kein Kontakt mit anderen Kolleginnen oder Kollegen. Auch im Privatleben sind die Teams aufgefordert, besondere Sorgfalt walten zu lassen.

Übrigens selbst der Chef der Leitstelle und auch der Kreisbrandmeister sind von dem Betretungsverbot der Kreis-Leitstelle betroffen – seit Mitte März waren sie nicht mehr im Gebäude. Sie arbeiten seitdem nebenan in Einzelbüros in den Räumen der Feuerwehrzentrale oder wie auch andere im Homeoffice. „Wir vermissen natürlich schon den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern der Leitstelle“, merkt Holger Klann, stellvertretender Kreisbrandmeister an.


Strenge Hygiene- und Abstandsregeln gelten selbstverständlich auch in den Rettungswagen und in den Feuerwehrfahrzeugen. Mundschutz ist Pflicht, wenn der Abstand nicht gewahrt werden kann, und Schutzanzüge sowieso wenn Corona-Verdächtige oder Corona-Infizierte transportiert werden müssen. Das alles kostet Zeit und verzögert die sonst so routinierten Arbeitsabläufe. Auch, weil Fahrzeuge und Material häufiger desinfiziert werden müssen, erläutert Andreas Barre, zuständig für das Corona-Lagezentrum der Leitstelle: „Bisher hat aber alles gut geklappt. Das liegt vermutlich auch daran, dass wir Corona-bedingt etwa ein Drittel weniger Rettungseinsätze und Krankentransporte haben. Es gibt wegen der nur teilgeöffneten Schulen weniger Unfälle in der Schulen, und zudem derzeit auch weniger Arbeits-, Sport- und Autounfälle.“


Alles in allem greifen die konsequenten Maßnahmen, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Kröger: „Bisher hatten wir beispielsweise in unserem Bereich nur 3 infizierte Feuerwehrleute und alle hatten sich nicht im Feuerwehrdienst angesteckt, sondern in der Freizeit und einer zu Beginn der Corona-Krise bei einer Fortbildung. Wir hoffen, dass es so bleibt!“.
Aber auch in der Feuerwehrzentrale und in der Leitstelle hoffen die Mitarbeitenden auf etwas mehr Alltag. Ganz wichtig sei beispielsweise der Ausbildungs- und Fortbildungsbereich. „Unsere Leute müssen wieder in die Übung – und wenn es auch zunächst nur 2-Mann-Übungen sind.“ erklärt Bernd Kröger“. Wir hoffen, dass wir ab Ende Mai im Brandcontainer wieder mit den ersten Übungsseminaren beginnen können. Dort im mobilen Container werden Treppen- und Sofabrände simuliert und das sind wichtige Routinegriffe für die Einsätze vor Ort.“
Zusammengefasst gilt sowohl für die Feuerwehr als auch für den Rettungsdienst: Die Sicherheit im Kreis Herford ist gewährleistet - auch oder gerade in der Corona-Krise. Mehr denn je geht es auch hier um gegenseitige Rücksichtnahme und den Schutz für und am Menschen. Und sowohl in der Feuerwehrzentrale als auch in der Leitstelle sitzen ausschließlich Menschen, die wissen wie das am besten geht. Ein Glück!