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Pressemitteilungen

01.07.2020

Pressegespräch zur aktuellen Corona-Lage im Kreishaus

Kreis Herford. Landrat Jürgen Müller, Kreisdirektor und Krisenstabsleiter Markus Altenhöner und die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Marie-Luise Kluger, informierten die Presse im Kreishaus über die aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise im Kreis Herford.

Allgemeine Lage / Entwicklung des Infektionsgeschehens im Kreis Herford

Die Infektionszahlen im Kreis Herford steigen seit  gut zwei Wochen kontinuierlich an. Derzeit (Stand 30.06., 16:00  Uhr) gibt es 37 aktuell Infizierte. Das ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung: „Die Zahlen bleiben nach wie vor überschaubar. Wir können die Cluster gut zuordnen. Unser Gesundheitsamt ist in der Lage, jede einzelne Infektionskette nachzuverfolgen“, so Landrat Jürgen Müller. Durch die steigenden Infektionen  nehmen auch die zu ermittelnden Kontaktpersonen zu (derzeit über 150). Das hierfür erforderliche Personal im Kontaktpersonen-Management des Gesundheitsamtes konnte binnen kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden. Hier kann der Kreis Herford auf bestehende Strukturen seit Beginn der Corona-Krise zurückgreifen.

„Gut die Hälfte der derzeitigen Infektionen kann der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) zugeordnet werden. Die übrigen Infektionen verteilen sich auf das Umfeld zweier Familien sowie auf Einzelpersonen. Die Lage ist also übersichtlich“, erläutert Krisenstabs-Leiter Markus Altenhöner.

 

Auswirkungen des Corona-Ausbruchs bei Tönnies auf den Kreis Herford

„Solidarität ist uns beim Kreis Herford besonders wichtig“, betont Landrat Jürgen Müller im Hinblick auf die Situation im Kreis Gütersloh. Aus diesem Grund hat der Kreis Herford dem Kreis Gütersloh die Unterstützung von drei Verwaltungskräften, zwei  Lehrkräften, einem Vermessungstechniker und einer Dolmetcherin (Rumänisch) angeboten. Gleichzeitig bittet der Landrat darum, die Menschen im Kreis Gütersloh nicht zu stigmatisieren.

Die zwölf  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Wohnsitz im Kreis Herford, die dem Kreis von der Firma Tönnies genannt wurden, sind alle negativ getestet. Das gilt auch für die zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich selbstständig beim Bürgertelefon gemeldet haben. „Es gibt im Kreis Herford also kein Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit der Firma Tönnies“, stellt Markus Altenhöner klar. Noch bis zum 03.07. gilt eine Allgemeinverfügung für die Beschäftigen der Firma Tönnies. Sie werden durch die Verfügung verpflichtet, sich in häusliche Isolierung zu begeben. Das betrifft auch die Angehörigen der Beschäftigten.

 

Situation in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE)

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung wurden bislang 399 Tests durchgeführt. Darunter fallen 288 auf Flüchtlinge, 29 auf Beschäftigte des Sicherheitspersonals sowie 72 auf weitere Beschäftigte in der Einrichtung. Unter den Beschäftigten wurde keine Infektion festgestellt. 21 geflüchtete Menschen wurden positiv auf das Corona-Virus getestet. Hierbei handelt es sich um die Kontaktpersonen der ersten drei Fälle in der Einrichtung. Sie befinden sich nach wie vor in einem isolierten  Gebäude in Quarantäne. 23 Bewohner der ZUE konnten nicht ausfindig gemacht werden. Die Zuständigkeit für das weitere Verfahren  liegt hier beim Träger der Einrichtung, dem Land NRW.

 

Zweiter Massentest bei Schlachthof Gocksch unauffällig

Der zweite Massentest bei der Firma Gocksch, bei dem über 130 Mitarbeitende getestet wurden, verlief ebenfalls ohne positiven Befund. Aufgrund einer Verordnung des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) müssen in den Schlachtbetrieben ab  100 Mitarbeitenden künftig zweimal in der Woche alle Beschäftigten in der Produktion getestet werden.

 

Neue Besuchsregeln in den Alten- und Pflegeheimen

Ab dem 01. Juli werden nach einer entsprechenden Allgemeinverfügung des Landes NRW die Besuchsregelungen in den Alten- und Pflegeheimen gelockert. Dies geschieht auch im Kreis Herford. Die neuen Regelungen besagen, dass sich Besucher mit Bewohnern wieder auf den Zimmern treffen können. Die Verantwortung für die Einhaltung des Infektionsschutzes tragen in diesen Fällen die Bewohner und Besucher. Zudem darf jeder täglich bis zu zweimal für mindestens eine Stunde Besuch empfangen. Körperkontakt zwischen Bewohner und Gast ist wieder erlaubt, wenn beide Parteien vorher und nachher die Hände desinfizieren und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Zu der Umsetzung der Verordnung erklärt Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes: „Die Infektionszahlen befinden sich im Kreis Herford nach wie vor in einem überschaubaren Bereich. Zudem fanden Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen im Kreis bislang nicht statt. Selbstverständlich wird der Kreis Herford die Lage weiterhin beobachten und im Bedarfsfall anlassbezogen handeln“.