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Pressemitteilungen

23.09.2021

Mehr Projekte für Ausbau des Radverkehrsnetzes

Im Kreis Herford wird in unterschiedliche Richtungen regional und lokal geplant

Kreis Herford. Der Radverkehr im Kreisgebiet soll besser und zügig ausgebaut werden – darüber sind sich Kommunen und der Kreis Herford einig.Derzeit sind auf regionaler und lokaler Ebene ganz unterschiedliche Projekte mit weitreichenden Maßnahmen für den Radverkehr im Kreisgebiet in Arbeit. Dem Kreisausschuss wurde dazu am Abend ein Sachstandsbericht vorgelegt.

Auf lokaler Ebene sind ein Alltagsradwegekonzept, ein interkommunales Mobilitätskonzept und ein Interkommunaler Radweg zwischen Bünde, Hiddenhausen und Herford in Planung. Auf regionaler Ebene stehen ein regiopoles Radverkehrskonzept, das Radnetz OWL sowie der Radschnellweg OWL 2.0 auf der Agenda.

Landrat Jürgen Müller: „Der Radverkehr ist ein wichtiger Bestandteil im Klimaschutzkonzept und im Mobilitätskonzept des Kreises und es ist noch viel Platz nach oben. In der Pandemie hat das Radfahren einen wichtigen Stellenwert in der Mobilität eingenommen, der steigende Absatz von E-Bikes hat zusätzlich für einen enormen Schub gesorgt. Gut ausgebaute und gut vernetzte Radwege werden drängender. Allerdings ist der Bereich Radwege planerisch auch sehr aufwändig, denn nicht nur Kreise und Kommunen sondern auch Land und Bund sind mitunter im Boot.“

Lokale Radplanungen im Kreis Herford im Einzelnen:

Alltagsradwegekonzept Kreis Herford

Der Kreis Herford verfolgt nach wie vor das Ziel, ein „fahrradfreundlicher Kreis“ mit schlüssigen Nahmobilitätskonzeptionen im Fuß- und Radverkehr zu werden. Hintergrund ist auch die Zielvorstellung des Landes, wonach künftig 25 Prozent der Verkehrswege auf das Rad entfallen soll. Ein erster Planungsauftrag wurde bereits an ein heimisches Planungsbüro erteilt. In die Planung fließen neben einer gründlichen Analyse der bestehenden und geplanten Radverkehrsnetze auch regionale Planungen ein, die aufgegriffen und für den Kreis Herford sinnvoll zusammengeführt werden sollen. Das Alltagsradwegekonzept übernimmt damit eine Dachfunktion.

Auch das konkrete Nutzungsverhalten Radfahrender spielt eine Rolle, es sind beispielsweise Online-Befragungen über Quell- und Zielorte aber auch Befahrungen angedacht. 

Interkommunales Mobilitätskonzept Kreis Herford

Der Auftrag für ein Interkommunales Mobilitätskonzept ist mittlerweile an ein Planungsbüro vergeben. In drei Projektphasen soll binnen zwei Jahren das Konzept erstellt werden und in einem breit angelegten Beteiligungsprozess beraten werden. 

Alle Verkehrsmittel des Umweltverbundes werden einbezogen. Auch der Fahrradverkehr wird darin besonders berücksichtigt werden. Während der Pandemiesituation hat sich das Rad als  bedeutender Mobilitätsfaktor im Kreis Herford bewiesen – dabei muss auch eine Verknüpfung mit dem ÖPNV berücksichtigt werden.

Interkommunaler Radweg Bünde-Hiddenhausen-Herford

Die Städte Bünde und Herford sowie die Gemeinde Hiddenhausen planen einen interkommunalen Radweg von Bünde über Hiddenhausen bis Herford. Der Kreis Herford unterstützt das Vorhaben finanziell und personell. Derzeit wird eine optimale Streckenführung erarbeitet. Den Start- bzw. Endpunkt des interkommunalen Radwegs werden in Bünde der Marktplatz und in Herford der Bahnhof bilden. Die ungefähre Streckenlänge wird zwischen 12 und 15 km betragen. Daraus resultieren mehrere Trassenvarianten über die nun beraten wird. Dabei sind neben Vertreter/innen des Kreises und der beteiligten Kommunen auch in einem Lenkungskreis der Landesbetrieb Straßen NRW, die Bezirksregierung, der ADFC Kreisverband sowie der naturschutzfachliche Beirat. Dieser diskutiert nun über die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Trassenvarianten, so dass eine möglichst breite Akzeptanz für eine Vorzugsvariante entsteht. Die 1. Sitzung des Lenkungskreises fand bereits statt. Nach derzeitigem Stand wird mit Vorliegen einer Trassenvariante und ein Abschlussberichts im Laufe des 4. Quartals 2021 vorliegen.

Regionale Planungen mit Einbindung des Kreises Herford

Regiopoles Radverkehrskonzept

Über das Regiopole Radverkehrskonzept soll ein attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Alltagsradwegenetz rund um die Regiopolregion Bielefeld entstehen. Mit dem Konzept sollen insbesondere Menschen angesprochen werden, die heute vorwiegend mit motorisierten Individualverkehrsmitteln zwischen Wohnort, Arbeitsstelle oder zentralörtlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge pendeln.

Am Konzept beteiligen sich die Städte Bielefeld, Herford, Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.), Werther (Westf.), Spenge, Enger, Schloß Holte-Stukenbrock und Verl. Die Kreise Herford, Lippe und Gütersloh haben jeweils Ansprechpartner*innen benannt, die gemeinsam in einer Arbeitsgruppe das Projekt begleiten.

Aktuell ist die Konzeption für die Regiopolregion abgeschlossen. Ein Radverkehrsnetz ist erarbeitet. Grundlage dafür war auch eine breit angelegte Online-Beteiligung sowie Bürgerbeteiligungsworkshops in den Kreisen Herford, Lippe und Gütersloh mit Teilnehmenden aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden. Parallel wurden Konzeptbausteine für Radabstellanlagen, Mobilstationen sowie Service und Information bearbeitet und dokumentiert. Nach dem flächendeckenden politischen Beschluss des Regiopolen Radverkehrskonzepts in allen 13 beteiligten Kommunen in 2020 wird nun an einer Umsetzungsstrategie gearbeitet.

RadNetz OWL:

Die Vision der vorliegenden Projektidee ist ein flächendeckendes Radverkehrswegenetz für regionale Pendler*innen im südlichen Ostwestfalen-Lippe (Kreise Herford, Gütersloh, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld). Die Verknüpfung und Optimierung bestehender Alltags- und Pendlerrouten stehen im Vordergrund, Netzlücken um neue Streckenabschnitte könnten ergänzt werden.

Dadurch sollen neue Infrastrukturen durch lokale, interkommunale und regionale Radverkehrskonzepte entstehen. Ziel dieser Maßnahme ist eine Stärkung des Verkehrsmittels Fahrrad (inkl. Pedelecs und E-Bikes). Letztendlich können so Verkehrswege, Bürgerinnen und Bürger sowie die Umwelt entlastet und das Klima geschützt werden. Der wesentliche Unterschied zu dem Projekt der Regiopolregion Bielefeld besteht darin, dass das RadNetz OWL sich mit einem weitaus größeren Streckennetz befasst und die an der Regionale 2022 beteiligten Kreise komplett einbezieht.

Aktuell ist die Bestandsanalyse abgeschlossen und es wird bereits an der Netzkonzeption gearbeitet. Wie auch bei der Regiopolregion Bielefeld sollen wichtige Eckpunkte miteinander verknüpft werden (Schulen, Krankenhäuser usw.).

Alle beteiligten Kreise haben sich darauf geeinigt, gemeinsam an der Umsetzung des Radnetz OWL zu arbeiten. So fanden bereits im Frühjahr 2021 Gespräche mit dem Land NRW, Straßen.NRW und der Bezirksregierung zu Finanzierungsmöglichkeiten statt. Konkrete Arbeitsstrukturen sollen im September 2021 entwickelt und festgelegt werden.

Radschnellweg OWL 2.0

Bei dem Regionale 2022-Projekt „Radschnellweg OWL 2.0 (Herford – Rheda-Wiedenbrück)“ handelt es sich um eines von mehreren Projekten im Handlungsfeld „Stärkung des Radverkehrs“. Wesentlicher Projektinhalt ist eine Radschnellverbindung zwischen Rheda-Wiedenbrück – Gütersloh – Bielefeld – Herford. Diese kann auch als Weiterentwicklung bereits laufender Planungen für einen Radschnellweg Herford – Minden gesehen werden.

Mit dabei sind die Städte Bielefeld, Gütersloh, Herford, Rheda-Wiedenbrück, die  Kreise Herford und Gütersloh sowie das Land (Straßen NRW), der ADFC und Vertrete*innen aus von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbänden und Bürger/innen.

Aktueller Projektsachstand: Die Qualifizierung von Regionale 2022-Projekten erfolgt in Stufen. Die Projektidee ist bereits geprüft und mit Potenzial für einen weiteren Qualifizierungsprozess eingestuft worden. Der nächste Schritt ist eine Potenzialanalyse und eine Nutzen-Kosten-Analyse. Weiteres Vorgehen: Da für die Nutzen-Kosten-Analyse kein wirtschaftliches Angebot abgegeben wurde, wird der Auftrage nun überarbeitet und neuausgeschrieben. Der Kreis Herford begleitet, zusammen mit weiteren kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, den Projektfortgang.