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Pressemitteilungen

05.12.2023

Kultur- und Heimatpreise 2023 im Kreishaus vergeben

Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Kultur- und Heimatpreises des Kreises Herford stehen fest. Landrat Jürgen Müller übergab den Gewinnerinnen und Gewinnern bei einer abendlichen Veranstaltung im Kreishaus vor rund 60 geladenen Gästen ihre Urkunden. Die Preisträgerinnen und Preisträger können sich nun über Preisgeld zwischen 4.000 und 6.000 Euro freuen. Doch an diesem Abend stand nicht das Geld im Vordergrund.

Die diesjährige Verleihung des Kultur- und Heimatpreises stand ganz im Zeichen der Verbindung und Zusammenhalt: Die Verbindung zwischen Tradition und Moderne, zwischen Jung und Alt, zwischen den Kulturen und der Zusammenhalt der Menschen im Kreis.

Das sowohl Heimatpreis, initiiert vom Land NRW, als auch der vom Kreis ins Leben gerufene Kulturpreis in einer gemeinsamen Feierstunde überreicht werden, kommt nicht von ungefähr: „Beide Preise verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele, wobei der Kulturpreis auf die Anerkennung und Förderung herausragender kultureller Leistungen abzielt, während der Heimatpreis die Pflege und den Erhalt lokaler Besonderheiten in den Fokus rückt. Beide Auszeichnungen zusammen sollen dazu beitragen, die Vielfalt und den Reichtum kultureller sowie heimatlicher Aspekte in unserer Region zu würdigen und zu fördern,“ erklärt Landrat Jürgen Müller zu Beginn der Veranstaltung. Die Förderung von Heimatpflege in dieser stark globalisierten Welt sei besonders wichtig, so Müller weiter, „denn sie leistet einen nachhaltigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zum sozialen Zusammenhalt.“ Und mit Blick auf die Nominierten sagte Müller: „Sie alle sind Vorbilder.“ Geld sei das eine, die Sichtbarmachung der tollen Leistungen stehe im Vordergrund.

Der 1. Platz des Heimatpreises ging an den „Windmühle Exter e.V.“ für das „Generationenprojekt Windmühle Exter“. Die Arbeit der rund 320 Mitglieder erstreckt sich über Erwerb, Erhalt und Trägerschaft der Windmühle Exter hin zur Förderung von Bildung, Kunst und Kultur sowie der Denkmalpflege: Rund um die einzig vollfunktionsfähige Windmühle des Kreises Herfords lassen sich dank der Vereinsarbeit Konzerte, Veranstaltungen und Handwerksprojekte organisieren.

„Durch Ihre vielfältigen Aktivitäten tragen Sie alle nicht nur zum Erhalt und zur öffentlichen Sichtbarmachung von Informationen über die Geschichte und das kulturelle Erbe bei, sondern schaffen auch einen Raum für das gesellschaftliche und soziale Miteinander. Sie sind nicht nur Hüter der Vergangenheit, sondern auch Wegbereiter für eine lebendige Zukunft“, sagte Michael Schönbeck, Vorsitzender des Ausschusses für Schule und Kultur, in seiner Laudatio und bedankte sich für das beispielhafte Engagement.

Der Verein erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.500 Euro.

Den 2. Platz des Heimatpreises erhält das „Erlebnismuseums Holzhandwerk“ in Hiddenhausen. „Im Mittelpunkt dieses Museums steht der faszinierende Werkstoff Holz, der nicht nur ein bloßes Material ist: Holz ist lebendig, atmet, duftet, arbeitet und sorgt insbesondere beim Holzhandwerksmuseum für starke Verbindungen,“ so Schönbeck. Die 86 ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass das Holzhandwerksmuseum seinen Platz im kulturellen Leben der Großgemeinde Hiddenhausen, des Kreises Herford und von ganz Ostwestfalen festigt und ausbaut. „Das Holzhandwerksmuseum Hiddenhausen ist nicht nur ein Ort des Wissens und der Erinnerung, sondern vor allem ein lebendiger Beweis für die unermüdliche Hingabe und den Gemeinschaftssinn, die notwendig sind, um unsere kulturelle Identität zu bewahren“, lobte Schönbeck die Vereinsarbeit.

Für die ehrenamtliche Arbeit erhält der Förderverein ein Preisgeld in Höhe von 4.500 Euro.

Den 1. Platz des diesjährigen Kulturpreises erhielt ein Verein, dessen Wirken man ohne Weiteres als Erfolgsgeschichte bezeichnen kann: Das „Musik Kontor Herford e.V.“ engagiert sich seit dem Gründungsjahr 2012 dafür, die Hansestadt Herford, neben dem Aushängeschild „Nordwestdeutsche Philharmonie“, weiter auf der musikalischen Landkarte für Live-Konzerte in Ostwestfalen-Lippe zu etablieren.

Über 150 Live-Konzerte wurden seitdem veranstaltet. Allesamt ehrenamtlich organisiert und durchgeführt, fast alle ausverkauft. Und, bis auf die Zeiten der Pandemie, ohne öffentliche Fördermittel zu beanspruchen. Finanziell gestützt wird der Musik Kontor Herford e.V. in der Hauptsache durch annähernd 400 Mitglieder, ein hoher Stand, der seit Jahren gehalten werden konnte. In seiner Laudatio betonte Wolfgang Günther, stellv. Vorsitzender des Ausschusses für Schule und Kultur, den wertvollen Beitrag des Vereins zur kulturellen Vielfalt des Kreises Herford: „Der Verein ist zu einem Markenzeichen, einem Aushängeschild für die Region geworden. Ohne Ihre Arbeit ginge ein Kulturleuchtturm verloren.“ Für ihre Arbeit erhält das Musik Kontor Herford ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro.

Den 2. Platz des Kulturpreises erhält Musiklabel-Inhaber und Multiinstrumentalist Tomas Fronza, „ein außergewöhnlicher Künstler und Musikvisionär, ein Mann, der mit seinem Talent, seiner Leidenschaft und seinem Engagement die Welt der Musik auf besondere Weise bereichert“, so Günther. Fronza, 1969 in Italien geboren, ist einer der wenigen professionellen deutschen Didgeridoo-Spieler. Neben Workshops und Konzerten in ganz Europa und den USA war Tom Fronza auch im Westen Australiens als Lehrer tätig. Er hat NRW- und GEMA-Stipendien für Tonträgerproduktionen mit internationaler Beteiligung nach Herford geholt und Konzertförderung durch den Landesmusikrat NRW ermöglicht. In Zeiten der Pandemie initiierte er eine eigene Corona-Veranstaltungsreihe in Gärten und Hinterhöfen in Herford und OWL, um die Kultur lebendig zu halten und den Menschen vor Ort ein positives Lebensgefühl zu vermitteln. Fronza erhält ein Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro.

Info: Der Kulturpreis wurde vom Kreis Herford zunächst in den Jahren 1988 bis 2012 vergeben. 2022 wurde er nach längerer Pause in novellierter Form wieder ausgeschrieben. Er geht zurück auf die gemeinsame Kulturentwicklungsplanung der Kreise Herford und Minden-Lübbecke. Gewürdigt werden solche künstlerischen Leistungen, die einen ausstrahlenden, beispielhaften und zukunftsträchtigen Impuls erkennen lassen – etwa durch neue Sichtweisen und Perspektiven, neue Arten und Weisen der Darstellung, des Ausdrucks oder der Kommunikation. <p "line-height:150%;="" text-autospace:none"="">Der Heimatpreis hingegen ist vom Land NRW initiiert und finanziert. Er wurde vom Kreis Herford im Jahr 2022 zum ersten Mal ausgeschrieben. Hier wird alles rund um die Heimatpflege in den Blick genommen – so etwa Maßnahmen und Projekte aus der Denkmalpflege, der Forschung zur Geschichte der Region, der Integration von Stadt und Land, dem Landschafts- und Naturschutz sowie der Traditions- und Brauchtumspflege.

Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und können, wie in diesem Jahr, geteilt werden.

Der Jury für den Heimatpreis gehören die Kreistagsangehörigen Michael Schönbeck (CDU), Wolfgang Günther (SPD), der Kulturdezernent Norbert Burmann, die Amtsleiterin Christina Kleemeier, die Radiomoderatorin Madline Coelho da Ponte, Künstlerin Waltraud Rau, sowie der Kreisheimatpfleger August-Wilhelm König an.