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Pressemitteilungen

17.02.2021

Impfberechtigung schwer Erkrankter - Landrat will Klarheit

Kreis Herford. In der Debatte um die Impfberechtigung hat der Landrat des Kreises Herford, Jürgen Müller, beim Land um Klarheit gebeten. Immer wieder gibt es wegen der Priorisierung der Personengruppen Irritationen, weil die Voraussetzungen nicht eindeutig geregelt sind.

Der Kreis Herford hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Anfragen von Risikopatient*innen erhalten, die dringend eine Schutzimpfung benötigen. Diesen Personen kann mit einem ärztlichen Zeugnis eine Impfberechtigung erteilt werden. Zur Ausstellung eines solchen ärztlichen Zeugnisses sind - nach der aktuellen Corona-Impfverordnung - ausschließlich Stellen vom Landesgesundheitsministerium berechtigt. Da diese Stellen vom Land bisher nicht benannt wurden, konnten den betroffenen Personen bisher noch keine ärztlichen Zeugnisse ausgestellt werden und die oft dringend erwartete Impfung noch nicht erfolgen.

Landrat und Kreisdirektor Markus Altenhöner haben sich bereits mehrfach an das Ministerium gewandt und um Klarstellung hinsichtlich der Zuständigkeit für die erwähnten Einzelfallentscheidungen gebeten. Eine Anlaufstelle für Betroffene gibt es jedoch bis heute nicht.

In einem erneuten Schreiben an das NRW Gesundheitsministerium, in welchem er sich auf den Fall eines jungen Mannes aus dem Kreis Herford bezieht, der wegen einer bevorstehenden Nierentransplantation dringend eine Impfung erhalten muss, fordert Landrat Müller vom Land endlich eine schnelle Lösung für dieses Problem:

„Mich erreichen viele Nachrichten von besorgten Angehörigen und Betroffenen mit zum Teil schweren Erkrankungen. Die Schicksale dieser Menschen gehen mir sehr nahe, ihre Erkrankungen dulden häufig keinen Aufschub der Impfung. Mich macht es traurig und wütend zugleich, das nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und das Anspruchsberechtigte mit hoher Priorität aufgrund der restriktiven Regelungen der Coronavirus-Impfverordnung in der Reihenfolge zurückfallen. Wir brauchen deshalb eine schnelle Antwort und eine schnelle Lösung, denn es geht um Leben und Tod.“

In dem aktuellen Schreiben an das NRW Gesundheitsministerium fragt Müller deshalb gezielt nach, welche Stelle ab wann über dringende Einzelfälle entscheidet und welche Übergangslösungen es gibt, bis diese Stelle vom Land bestimmt worden ist. Darüber hinaus will Müller wissen, welche Impfstoffe für Personen, die das 65.Lebensjahr noch nicht vollendet und schwere Vorerkrankungen haben, zur Verfügung stehen.