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Pressemitteilungen

12.01.2021

Erhebliche Schäden durch Rodeln im Naturschutzgebiet »Kleiner Selberg« in Vlotho

Kreis Herford/ Vlotho. Im Naturschutzgebiet „Kleiner Selberg“ gab es am vergangenen Wochenende diverse Schäden, die durch Rodler*innen verursacht wurden. Beispielsweise sind geschützte Pflanzen zertreten und Zäune beschädigt worden.

Auf dem eingezäunten Osthang wurden, trotz erkennbarer Hinweise, Wachholderbüsche zertreten, einige Setzlinge wurden durch die Schlitten sogar komplett abgetrennt und zerstört. Zudem wurde ein Weidezaun als Abbremshilfe für die Schlitten

verwendet und an mehreren Stellen stark beschädigt und zum Teil zerrissen. Sogar Autos sind im Naturschutzgebiet geparkt worden.

Der Kreis Herford als Untere Naturschutzbehörde weist deshalb noch einmal darauf hin, dass Schlittenfahren in Naturschutzgebieten im Kreis grundsätzlich verboten ist.

In Naturschutzgebieten wird die Natur in besonderer Weise geschützt, deshalb dürfen nur die ausgewiesenen Wege genutzt werden – Autos sind grundsätzlich verboten. Auch Rodeln oder

Schlittschuhfahren auf Eisflächen ist dort zum Schutz der Natur untersagt. Die Schnee- und Eisdecken sind oft sehr dünn, sodass große Schäden an der Vegetationsschicht oder im Gewässer entstehen“, erklärt Karl-Heinz Diekmann, u.a. zuständig für den Naturschutz im Amt für Umwelt, Planen und Bauen.

Auch landwirtschaftliche Flächen, Grünland oder Acker sind keine Rodelflächen, denn sie dienen dem Futter- und Lebensmittelanbau. Durch Befahren und Betreten wird die Pflanzendecke nachhaltig geschädigt und es kommt zu einem verringerten Aufwuchs im Frühjahr.

In den kommenden Tagen, sowie an den Wochenenden, werden vermehrt Kontrollen in Schutzgebieten durchgeführt. Verstöße werden ordnungsbehördlich verfolgt, auch die Kreispolizeibehörde wird Kontrollen durchführen.

 

Infos zum NSG Kleiner Selberg

Das Naturschutzgebiet „Kleiner Selberg“ liegt im Ortsteil Valdorf der Stadt Vlotho. Das Gebiet liegt im Landschaftsraum „Lipper Bergland“ und umfasst eine Fläche von über 13 Hektar.

Kennzeichnend für das Gebiet sind neben der Wacholderheide im Norden, steile Hangwiesen, die als Magerweiden genutzt werden. Um die Flächen zu schützen und einfacher zu pflegen, wurde im vergangenen Sommer ein Weidezaun entlang der Gebietsgrenzen errichtet. Im Herbst wurden auf der östlichen Hangwiese sowie auf der Kuppe des Selbergs Wacholderstecklinge gepflanzt. Diese wurden zuvor mühevoll vom ehrenamtlichen Naturschutz (BUND) über Jahre herangezogen. Durch die Arbeit des BUND wird die stark überalterte Wacholderheide des Nordhanges nicht nur verjüngt, sondern auch auf den Kuppenbereich und den Osthang erweitert.