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Pressemitteilungen

18.02.2020

Ehrenamtliches Engagement im gesellschaftlichen Wandel - Gewinnung und Bindung junger Menschen

Vortrag im Kreishaus behandelt hochaktuelles Thema

Kreis Herford. „Wer ehrenamtlich arbeitet, nimmt meist mehr mit als er gibt“, erklärt Landrat Jürgen Müller. Er weiß wovon er spricht – jahrelang hat er selbst u.a. Jugendmannschaften im Handballverein trainiert. Und er wirbt nun, gemeinsam mit dem Demenzverbund, dem Generationentreff in Enger, dem Kreissportbund, dem Gesundheitsamt und dem Haus Stephanus in Hiddenhausen für das Ehrenamt und um junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Zum Thema ist in der kommenden Woche (27.02.) ein Vortragsabend im Kreishaus geplant.

„In Deutschland ist das ehrenamtliche und freiwillige Engagement in den letzten Jahrzehnten vielschichtiger geworden. Freiwilliges Engagement ist eine wichtige Form der sozialen Teilhabe. Freiwillig Engagierte können hier neue Erfahrungen machen und Aufgaben übernehmen“, erklärt Günter Niermann vom Projekt Kraftquellen in der Demenz.

Das Projekt Kraftquellen in der Demenz gibt es seit mehreren Jahren im Kreis Herford. Federführend mit dem Haus Stephanus und dem Generationentreff Enger werden verschiedene Projekte mit „Jung und Alt“ ins Leben gerufen: Zum Beispiel „Jung und Alt gestalten gemeinsam mit Holz und Ton“ im TAKA-TUKA-LAND in Hiddenhausen oder das Projekt „Chor Ja“, wo Bewohner aus dem Haus Stephanus mit Kindern und Jugendlichen vom Johannes Falk Haus gemeinsam singen. „Ohne Ehrenamt bleiben gerade in der Altenhilfe soziale Aspekte auf der Strecke“, resümiert Manuela Schock und erklärt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass über Projektarbeit vieles ganz prima läuft. So haben wir schon viel mit Kindergärten oder Konfirmanden gemacht.“

Noch deutlicher wird das Ehrenamt im Sport. „Sport in Deutschland wird überwiegend durch Ehrenamt betrieben“, sagt Nils Wörmann vom Kreissportbund, der im Kreis Herford immerhin fast 70.000 Menschen erreicht und deshalb als Fürsprecher des Ehrenamtes ein wichtiger Partner ist.

Vielfältige Gruppen – gerade auch in den jüngeren Generationen – engagieren sich mit unterschiedlichen Zielen und Motiven in verschiedenen sozialen Kontexten und Formen. Insofern wandelt sich auch das ehrenamtliche und freiwillige Engagement in lokalen Strukturen der Zivilgesellschaft, weg vom Karitativen hin zum Selbstentfaltungsmotiv.

Der Vortrag „Ehrenamtliches Engagement im gesellschaftlichen Wandel – Gewinnung und Bindung junger Menschen“ fragt danach, wie sich dieses Engagement in quantitativer und qualitativer Hinsicht verändert hat, welche Folgen damit für ein zeitgemäßes Engagement gerade von jüngeren Menschen vor Ort verbunden sein dürften und welche Optionen sinnvoll erscheinen, um speziell auch jüngere Menschen für ein Engagement zu gewinnen. Der Vortrag findet am Donnerstag, 27.02.2020 um 18Uhr 30 im Kreishaus, in der Amtshausstraße 3 in Herford statt.

Es referiert Prof. Dr. Sebastian Braun ist Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist dort am Institut für Sportwissenschaft in der Abteilung Sportsoziologie tätig. Seine Forschungsarbeiten thematisieren u.a. ehrenamtliches und freiwilliges Engagement, Vereine und Verbände, Sozialkapital und Integration und das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen.