Seiteninhalt

Pressemitteilungen

23.01.2023

Diskussion über die Situation der Landwirtschaft: Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen tauscht sich mit WLV-Kreisverband und Landrat Jürgen Müller aus

Hoher Besuch im Kreis Herford: Am Mittwochmittag traf sich NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen mit Vertretern des WLV-Kreisverbandes Herford-Bielefeld und Landrat Jürgen Müller in Herford, um gemeinsam über die Belange der Landwirtschaft und der heimischen Landwirte zu diskutieren. Vom Kreisverband waren neben dem Vorsitzenden Hermann Dedert Vertreter aus den zehn Ortsverbänden sowie die Vorsitzenden der Fachausschüsse auf Kreisebene anwesend.

Zentrale Themen der Diskussion waren der Flächenverbrauch und Flächenschutz, Naturschutzrechtlicher Ausgleich und Ersatz, der EU-Verordnungsentwurf zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, die Landschaftsplanung und die stark zurückgehende Tierhaltung im Kreis Herford sowie die Düngeverordnung und Rote Gebiete. Auch die geplante ICE-Trasse, die laut den Landwirten die landwirtschaftliche Struktur vor Ort gefährdet, wurde thematisiert.

Mit Georg Mettenbrink und Jens Müller stellten zudem zwei heimische Landwirte ihren Betrieb vor und schilderten stellvertretend für die anderen Landwirte im Kreisgebiet die verschiedenen Problemstellen, mit denen sie zu kämpfen haben.

Die Ministerin nahm einige Dinge auf und versicherte den anwesenden Landwirten, mit dem Landwirtschaftsministerium einen „starken und verlässlichen Partner in Düsseldorf“ zu haben. „Wir brauchen landwirtschaftliche Betriebe, die mithalten und gut wirtschaften können. Wir müssen alles dafür tun, um die Landwirte zu unterstützen und damit auch die Ernährungssicherung in NRW vorzuhalten. Dafür ist es gut, dass wir in NRW jetzt ein eigenes Ministerium haben“, so Silke Gorißen.

Herman Dedert freute sich sehr über den intensiven fachlichen Austausch mit der Ministerin. Dedert führte durch die Diskussion und wies auf die prekäre Situation der heimischen Landwirtschaft hin. Die Auflagen und Mehrkosten würden immer höher, die Erlöse dafür nicht ausreichen: So habe die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Herford stark abgenommen, insbesondere in der Tierhaltung um bis zu 50 Prozent.

Das liege u.a. an der zersiedelten Struktur des Kreisgebietes, dem Flächendruck, Gewerbemaßnahmen, dem Wohnbau, dem zunehmenden Raum für Erneuerbare Energien und den Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen für die Landschaftseingriffe. Im Kreis Herford sind noch 50% der Gesamtfläche landwirtschaftliche Nutzfläche, in Bielefeld nur noch ein Drittel. Ganz besonders erschweren die verschiedenen Auflagen den Landwirten die Arbeit. „Jede Landwirtin und jeder Landwirt ist gewillt, die Umwelt und das Klima schützen. Wir haben es aber auch mit extrem vielen Auflagen zu tun, die sich in Sachen Umwelt- und Klimaschutz teilweise widersprechen. Wir brauchen klare, einheitliche und für die Betriebe umsetzbare Regelungen seitens der Politik, um hier besser voranzukommen und den Landwirten die Arbeit zu erleichtern“, so Dedert. Sonst werde die Produktion der Lebensmittel ins Ausland abwandern und dann wäre es mit der qualitativ hochwertigen regionalen Erzeugung in Herford und Bielefeld vorbei.

Auch Landrat Jürgen Müller nahm einige Punkte aus der Diskussion mit: „Wir müssen die ländlichen Räume stabilisieren und lebenswert halten und eine wirtschaftlich stabile und wettbewerbsfähige Landwirtschaft unterstützen. Das alles muss gelingen, während wir die Themen Umwelt, Biodiversität und Klimaschutz gleichzeitig in den Fokus nehmen“, so Müller, der ergänzt: „Dazu ist es wichtig, auch weiterhin den Dialog zwischen Politikern und den Landwirten zu suchen. Das gelingt mit diesen Veranstaltungen am besten“.