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Pressemitteilungen

26.10.2020

Corona-Update 26.10.: 101 neue Fälle - Inzidenzwert steigt auf 116,5 - Landrat appelliert an die Bürgerinnen und Bürger

Kreis Herford. Seit gestern sind 101 neue Corona-Infektionen im Kreis Herford dazu gekommen. Die Zahl der Genesenen steigt ebenfalls deutlich von 747 auf 770. Kreisweit gibt es nun 333 aktuell bestätigte Fälle. Insgesamt sind im Kreisgebiet 1111 bestätigte Infektionen bekannt.

Der Inzidenzwert ist weiter gestiegen und liegt nun bei rund 116,5. Eine entsprechende Allgemeinverfügung gemäß der zweiten Gefahrenstufe der Corona-Schutzverordnung zur Eindämmung der Corona-Infektionen gilt seit Samstag um 0 Uhr.

Der Kreis Herford meldet ab sofort die Daten des Landeszentrums für Gesundheit NRW. Da diese derzeit noch von unserem Dashboard abweichen, veröffentlichen wir heute keine Corona-Karte. An einer Lösung wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet.

Landrat appelliert an die Bürgerinnen und Bürger

Angesichts der stark steigenden Zahlen richtet sich Landrat Jürgen Müller mit eindringlichen Appellen an die Bürgerinnen und Bürger.

„Wir bedauern die derzeitige Entwicklung sehr. Und ich möchte sie auch nicht verharmlosen: Die Zahlen steigen bei uns im Kreis Herford sehr stark an, sodass wir in Ostwestfalen den höchsten Inzidenzwert haben“, so Landrat Jürgen Müller. „Wir haben es derzeit mit einem Infektionsgeschehen zu tun, dass wir noch keinen klaren Schwerpunkten zuordnen können. Ich appelliere daher eindringlich an jede Einzelne und jeden Einzelnen: Beschränken Sie Ihre Kontakte auf das aller Notwendigste“, so der Landrat. „Das ist unser bestes Mittel, das Virus einzudämmen. Es lebt von Kontakten zwischen uns. Und die müssen wir so gut es geht reduzieren“.

Landrat Jürgen Müller bittet insbesondere die Kontaktpersonen darum, sich an die Quarantäne-Anordnung zu halten. „Wir können das Infektionsgeschehen nur dann eindämmen, wenn sich alle an die Regeln halten. Unser Gesundheitsamt schickt niemanden ohne Grund in Quarantäne. Wir bitten daher alle, die sich in häuslicher Isolierung befinden, diese auch einzuhalten. Die Ordnungsämter werden das auch konsequent kontrollieren“.

 

Gesundheitsamt bekommt nochmals Verstärkung

Der Kreis hat auf die stetig steigenden Zahlen personell bereits reagiert: „Wir haben das Personal im Gesundheitsamt und im Kontaktpersonen-Management nochmals erhöht. Dort sind viele Mitarbeiter damit beschäftigt, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen“, erklärt der Landrat.

 

Wirkung der Maßnahmen wird genau beobachtet / Verschärfung der Corona-Regeln erwartet

Seit Samstag 0 Uhr gelten im Kreis Herford bereits verschiedene Maßnahmen und Beschränkungen, die ab einer 7-Tagen-Inzidenz von über 50 in Kraft treten. Ab morgen gelten dann auch die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen, Versammlungen oder Kongressen auf 100 Personen. „Wir warten ab, inwiefern die betroffenen Maßnahmen Wirkung zeigen und werden schauen, welche Maßnahmen darüber hinaus notwendig sein werden“, erklärt Landrat Jürgen Müller.

Zudem erwartet der Kreis Herford vom Land eine Verschärfung der Maßnahmen in der neuen Corona-Schutzverordnung. Die aktuelle Verordnung läuft am Samstag, den 31. Oktober aus. „Wir fordern von der Landesregierung, die Corona-Schutzverordnung in einer Art und Weise zu verändern, die die dramatische Infektionslage berücksichtigt“, so der Landrat.

 

Zu den aktuellen Fällen:

Bei den aktuellen Fällen handelt es sich überwiegend um Kontaktpersonen zu bereits Infizierten. Oft kam es zu Ansteckungen im privaten Umfeld der Infizierten, auch Reiserrückkehrer (21) befinden sich unter den 333 aktuell bestätigten Fällen. „Zudem wissen viele Infizierte nicht, wo sie sich angesteckt haben können. Das zeigt, wie sehr sich das Virus derzeit verbreitet“, erklärt Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes. „Wir rechnen auch in den kommenden Tagen mit weiterhin hohen Fallzahlen“, so Dr. Kluger.

In einem Unternehmen im Kreis Herford mit ca. 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen gab es einige Corona-Fälle. Hier traten bislang 30 Infektionen auf. Der Kreis Herford hat den Arbeitsschutz der Bezirksregierung eingeschaltet berät derzeit über weitere Maßnahmen.

Um spezifische Infektionsschwerpunkte gezielt zu erkennen, erstellt das Gesundheitsamt derzeit eine gesonderte Datenbank. „Mit dieser Datenbank können wir Infektionscluster- und Schwerpunkte noch besser erkennen. Das ermöglicht es uns, besonders effektive Maßnahmen in den betroffenen Bereichen zu ergreifen, um das Infektionsgeschehen dort zu unterbrechen“, erklärt Kreisdirektor Markus Altenhöner. Mit dem neuen System soll ab der nächsten Woche gearbeitet werden.

Im Kreis Herford gibt es insgesamt acht Todesfälle, wobei 6 (laut Totenschein) an Corona verstorben sind und 2 mit Corona. Derzeit befinden sich 12 Personen aus dem Kreis Herford  in stationärer Behandlung. Davon wird keiner intensivmedizinisch behandelt.

Verpflichtende Maßnahmen bei einer 7-Tages-Inzidenz > 50 - Gefährdungsstufe 2

- Begrenzung der Gruppengröße bei Zusammenkünften in der Öffentlichkeit außerhalb von Familien oder Personen zweier Hausstände auf 5 Personen.

-„Sperrstunde“: Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig.

-Begrenzung Teilnehmerzahl bei Festen aus herausragendem Anlass außerhalb des privaten Raums auf 10 Personen; es gilt die dringende Empfehlung, diese Höchstgrenze auch bei Festen im privaten Raum zu berücksichtigen

-Begrenzung Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen/Versammlungen/Kongressen auf 100 Personen ab dem vierten Tag nach Feststellung (= ab Dienstag, den 27.10.2020)

  •  Ausnahme: Vorlage eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes bis mindestens drei Tage vor Veranstaltung (dann max. 500 Personen im Freien und 250 Personen in Innenräumen)

- Maskenplicht auch am Sitz- und Stehplatz: Bei Konzerten und Aufführungen sowie bei sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen muss ein Mund-Nasen-Schutz auch am Sitz- oder Stehplatz getragen werden. Auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen (drinnen und draußen) gilt diese Regelung.

- Ausweitung der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf im folgenden Außenbereich des Kreises Herford:

  • Stadt Herford: das Stadtgebiet innerhalb des Walls, mit Ausnahme des Walls selbst

- Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern zwischen Personen, die nicht zu den vorstehend genannten Gruppen gemäß § 1 Abs. 2 CoronaSchVO gehören (auch bei festen Sitzplätzen und Vorliegen eines namentlichen Sitzplans)

  • bei internen Unterrichtsveranstaltungen, praktischen Übungen und Prüfungen im öffentlichen Dienst
  • bei Bildungsangeboten oder Prüfungen von außerschulischen Einrichtungen und Organisationen
  • bei Konzerten, Aufführungen in öffentlichen oder privaten Kultureinrichtungen
  • beim Betrieb von Ausflugsfahrten mit Schiffen, Kutschen, historischen Eisenbahnen u. ä.
  • bei sonstigen Veranstaltungen, Versammlungen oder Angeboten, die nicht unter besondere Regelungen der Coronaschutzverordnung fallen