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Pressedienst





Als noch in Munitionskisten gewählt wurde | 30. 06. 2017


Neue historische Ausstellung über „200 Jahre“ Landkreise in NRW im Kreishaus

Kreis Herford. Sie ist ein Hingucker, besonders wenn man weiß, welche Geschichte sie hat. Es ist eine eher unscheinbare Holzkiste, aber wichtiger Teil der neuen Ausstellung im Kreishaus. Die Holzkiste war ursprünglich eine Munitionskiste für Kanonenkartuschen und steht gleich für zwei wichtige geschichtliche Ereignisse: Das Ende des Zweiten Weltkrieges und gleichzeitig symbolisiert die Kiste auch Freiheit und Demokratie, denn sie wurde hier im Kreishaus am 13.10.1946 als Wahlurne für die erste freie Kreistagswahl im Kreis Herford umfunktioniert.

Über die 200. Jahre der nordrheinwestfälischen Kreise wird in der neuen Ausstellung im Kreishaus erzählt – über 30 Aufstelltafeln berichten „Von der preußischen Obrigkeit zur bürgerlichen Selbstverwaltung“ und machen deutlich, wie sich die Aufgaben der Kreise im Laufe der Jahre verändert hat, erklärt Kreisarchivar Wolfgang Silger: „Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der Kreise unter ganz unterschiedlichen Aspekten nach. Die Aufgaben sind im Laufe der Zeit massiv gewachsen – im Kreis Herford machte sich das vor allem im Ausbau der Infrastruktur bemerkbar. In der Hochphase Anfang des 20.Jahrhunderts waren die Kreise auch zuständig für Elektrizität und Mobilität. Im Kreis Herford entstanden in dieser Zeit das Elektrizitätswerk und die Kleinbahn.“

Landrat Jürgen Müller und Kreisarchivar Wolfgang Silger zeigen ein Herzstück der neuen Ausstellung im Kreishaus.

Auch heute übernehmen die Kreises Aufgaben, die für eine Stadt alleine zu groß sind. Dieser sehr wichtige Versorgungsauftrag ist Grundlage für die Gründung und wurde im Laufe der vergangenen 200 Jahre immer wieder lebenswichtig für die Bevölkerung.

„So haben die Kreise nach dem Krieg die Versorgung der Bevölkerung übernommen, auch heute ist der Kreis gefordert, wenn Katastrophen zu groß werden, der Polizei- und Rettungsdienst gehört zum Zuständigkeitsbereich“, erklärt Landrat Jürgen Müller. „Und es wird einmal mehr deutlich, dass sich die Kreise und Verwaltung allgemein gewandelt haben. Von zunächst staatlich gelenkten Behörden sind sie zu modernen Dienstleistern geworden.“

Der Landkreistag Nordrhein-Westfalen hat die Wanderausstellung in Kooperation mit dem Arbeitskreis der Kreisarchive entwickelt. Sie zeichnet sich durch kurze Texte und großformatige Bilder aus – die verschiedenen Zeitepochen der letzten 200 Jahre werden lebendig und sind damit ein Bestandteil der 200-Jahrfeierlichkeiten des Kreises Herford.

Die Ausstellung ist kostenlos und noch bis Ende Juli im Lichthof des Kreishauses zu sehen. Das Kreishaus ist montags bis mittwochs von 7.30 bis 17.30 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr und freitags von 7.30 bis 13 Uhr geöffnet. Ausnahme ist Donnerstag der 06.07. – dann ist das Kreishaus ab mittags wegen eines Mitarbeiterfestes zur 200Jahr Feier geschlossen.