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Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung

Die Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung (SPR) des Kreises Herford ist eine gemeindenahe, stationäre Einrichtung. Hier können sich Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungn medizinisch rehabilitieren. Das heißt: Wir unterstützen Sie dabei, sich zu erholen und Ihre Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.

Unsere Einrichtung liegt landschaftlich schön und ruhig am Stadtrand von Bünde im Ortsteil Spradow. Schnell für Sie zu erreichen sind

  • die Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten,
  • Sport- und Kulturangebote und
  • Rad- und Wanderwege.

Plätze und Räume

Die Einrichtung verfügt über 20 Betten verteilt auf 3 Wohngruppen. Jede Wohngruppe bietet 6 bis 7 Einzelzimmer mit entsprechenden Duschbädern und jeweils einem gemeinsamen Wohn-Esszimmer und einer Küche. Darüber hinaus gibt es
  • Therapieräume für Einzel- und Gruppengespräche,
  • einen Trainingsraum für medizinische Trainingstherapie,
  • Behandlungs- und Büroräume,
  • eine gut ausgestattete Arbeitstherapie mit Angeboten für Beschäftigungstherapie,
  • Büroübungsarbeitsplätze und
  • eine Holzwerkstatt.

Medizinische Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Wir kombinieren psychologisch und medizinisch-therapeutische Maßnahmen. Ein multiprofessionelles Team bietet unterschiedliche Therapiebausteine an. Diese orientieren sich speziell an den besonderen Bedürfnissen schwer kranker und chronisch psychisch kranker Menschen. So sind die Therapiezeiten in der Regel wesentlich länger (neun bis zwölf Monate) als die anderer Fachrichtungen. Leistungen der medizinischen Rehabilitation werden eng verzahnt mit denen der beruflichen Rehabilitation.

Wir führen Maßnahmen auch ambulant durch, wenn die medizinische Verordnung dies zulässt.

Behandlungsprinzipien

Der Ansatz der Behandlung ist ganzheitlich:
  • Erkennen
  • Behandeln
  • und Heilen.
  • Berücksichtigen der wechselseitigen Beziehungen zwischen Gesundheitsproblemen.
Die Gesundheitsprobleme beschreiben wir in Form von
  • Schädigungen der Körperfunktionen und Körperstrukturen,
  • Beeinträchtigungen der Aktivitäten sowie
  • der Teilhabe und ihren Kontextfaktoren.
Sie erfahren Alltagssituationen unter beschützenden, übersichtlichen Bedingungen. Sie lernen, wie Sie Ihre Erkrankung und Beereinträchtigungen bewältigen und verbessern können.

Indikation und Zielgruppe

Das Vorliegen einer Störung nach ICD alleine ergibt keine Rehabilitationsindikation. Das heißt: Es ist noch nicht klar, welche medizinische Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist und zum Einsatz kommen soll.

Die ICF wird einbezogen. Danach müssen Schädigungen psychischer Funktionen und daraus hervorgehende Beeinträchtigungen an Aktivitäten und Teilhabe vorliegen oder drohen. Entscheidend ist es, die relevanten Kontextfaktoren zu berücksichtigen. Diese müssen den mehrdimensionalen und interdisziplinären Ansatz der Rehabilitation erfordern. Es ist mehr als eine heilende Versorgung erforderlich.

Als Diagnosen nach ICD stehen im Vordergrund:

  • Schizophrenie
  • schizotype und wahnhafte Störungen
  • affektive Störungen
  • schwere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Doppeldiagnosen

Reine Suchterkrankungen behandeln wir nicht.

Ziele

Ziel ist es, dass Sie:
  • wieder aktiv am Alltag teilhaben können,
  • Ersatzstrategien entwickeln und
  • sich an die gegebenen Umweltbedingungen anpassen.
Die Maßnahme trägt dazu bei,
  • Sie zu aktivieren und zu stabilisieren,
  • dass Sie Ihr Leben wieder selbständig führen können,
  • Sie wieder in Ihr soziales Umfeld einzugliedern,
  • Ihre berufliche Neigung und Eignung abzuklären.
Die Rehabilitation beinhaltet auch, dass Sie weiterführende Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und am Arbeitsleben erhalten. Dabei nutzen wir eingliederungsfördernde Ressourcen genutzt. Dazu gehört das soziale und gemeindeorientierte Netzwerk.

Therapieangebote

Soziotherapeutischer Bereich

  • therapeutische Gemeinschaft
  • lebenspraktisches Training
  • Sozialrechtliche und Rehabilitationsberatung
  • Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)
  • Gespräche mit Angehörigen
  • Freizeitgruppen
  • Kooperation mit Beratungsstellen
  • Entlassvorbereitung

Psychotherapeutischer Bereich

  • Einzel- und Gruppengespräche
  • fokuszentrierte ärztliche Visite
  • psychoedukatives Training ◦für Menschen mit Psychoseerfahrung
  • für Menschen mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung Skills-Gruppe nach DBT
  • Entspannungstraining

Somatischer Bereich

  • fachärztliche Behandlung
  • laborchemische Kontrollen
  • Medikamentengabe und Anpassung (Pharmakotherapie)
  • Krisenintervention
  • eventuell Vermittlung in haus- und fachärztliche Behandlung
  • Ernährungsberatung
  • Gymnastik
  • Schwimmen
  • Badminton
  • Nordic Walking
  • medizinische Trainingstherapie
Arbeitstherapeutischer Bereich
  • Arbeitsdiagnostik
  • Hirnleistungstraining
  • kreatives Gestalten
  • Holzwerkstatt
  • Gartenarbeit
  • Renovierungsarbeiten
  • Bürotraining
  • berufliche Beratung
  • Bewerbungstraining
  • externe (extramurale) Praktika
  • Kooperation mit weitervermittelnden Diensten wie Agentur für Arbeit
  • berufliche Reha-Beraterinnen/Reha-Berater
  • Rentenversicherung
  • Integrationsfachdienst
  • psychosozialer Fachdienst

Reha-Verlauf, Phasen und Dauer

Wir verstehen sozial-psychiatrische Rehabilitation als einen Prozess, der nicht unbedingt geradlinig verläuft. Er enthält vielleicht Krisen, bestimmt aber persönliches Wachstum.

Die rehabilitativen und therapeutischen Angebote orientieren sich an Ihren Zielen, Bedürfnissen und Möglichkeiten. Der Behandlungsverlauf lässt sich in drei Reha-Phasen unterteilen.

Prästationäre Phase: Bereits vor der Aufnahme klären wir viele diagnostische Fragen, Fragen zum Antragsverfahren und zur Kostenträgerschaft. Wir unterstützen Sie auch gerne bei Ihrem Antragsverfahren.

Reha-Phase I: Diagnostik und Integration
Reha-Phase II: Ressourcen- und störungsorientierte Behandlung und Training
Reha-Phase III: Ablösungs- und Entlassvorbereitung

Die Dauer der einzelnen Reha-Phasen und der Behandlung ist individuell unterschiedlich. Sie hängt wesentlich vom Rehabilitationsverlauf und von den zu erreichenden Zielen ab.

In der Regel geht man von einer Therapiedauer von neun bis zwölf Monaten aus

Qualität

Damit für Qualität kein Interpretationsspielraum bleibt, ist die Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung nach DIN EN ISO und den strengen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) zertifiziert. Dadurch erfolgt Ihre Behandlung nach anerkannt hohen und von unabhängiger Stelle überprüften Qualitätsstandards.

Die Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung hat sich zur Qualitätsrehabilitation verpflichtet: Die DEGEMED hat ein Zertifizierungsverfahren für Rehabilitationskliniken entwickelt, das durch eine erneute Überarbeitung Ende 2016 noch weiter verbessert wurde. Im Mittelpunkt der Zertifizierung steht die Bewertung der Gesamtorganisation: Alle wichtigen rehabilitationsrelevanten Abläufe und deren Zusammenspiel werden genau betrachtet und bewertet. Seit dem 02.02.2010 ist das Qualitätsmanagementverfahren der DEGEMED auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) anerkannt. Damit entspricht die Zertifizierung den neuesten gesetzlichen Vorgaben.

Dabei geht es nicht um kurzfristige Erfolge. Das Zertifizierungsverfahren fördert und fordert ganz bewusst einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Es zeichnet sich durch Folgendes aus:

  • hohe Rehabilitationsspezifität
  • konzeptgestützte Therapien
  • klare Definition der Basisziele
  • Einführung einer Basisdokumentation
  • systematische Messungen
  • Transparenz in der Qualitätsmanagement-Darlegung,
  • Kompatibilität mit weiteren Qualitätssicherungsprogrammen

So können auch externe QM-Maßnahmen – zum Beispiel die der Rentenversicherungsträger – mit dem internen Qualitätsmanagement verbunden werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit lässt sich verbessern und eine transparente Darstellung unserer Leistungen erreichen.

Aufnahmeverfahren und Kontakt

Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel über die vermittelnden Organisationen wie:

  • psychiatrische Fachkrankenhäuser
  • niedergelassene Psychiaterinnen und Psychiater oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
  • psychosoziale Fachdienste

Gern können sich auch Hausärztinnen und Hausärzte oder Betroffene selbst an die Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung wenden.

Das Aufnahmeverfahren hat folgenden Ablauf:

  1. Sie vereinbaren telefonisch einen Termin für ein Informations- oder Vorstellungsgespräch.
  2. In dem Informationsgespräch informieren wir Sie über die Einrichtung und die Behandlungsmöglichkeiten. Bringen Sie bitte den vollständig ausgefüllten Vorstellungsbogen mit.
  3. Wir klären, wer die Kosten der Maßnahme übernimmt.
  4. Wenn in der Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung eine positive Entscheidung für Ihre Rehabilitationsmaßnahme getroffen wurde, kann bei vorhandener Indikation mit dem Antragsverfahren begonnen werden.

Antragsverfahren, Vorstellungsbogen und ärztliches Gutachten

Das Krankenkassenverfahren funktioniert folgendermaßen:

die derzeit behandelnde (Krankenhaus-) Ärztin oder der derzeit behandelnde (Krankenhaus-) Arzt verordnet die medizinische Rehabilitationsmaßnahme, Sie benötigen das Formular 61 A –D, dieses erhalten Sie bei der Krankenkasse oder der SPR des Kreises Herford
die verantwortliche Ärztin oder den verantwortlichen Arzt der Einrichtung begutachtet Sie
wir überprüfen, ob Sie für eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme geeignet sind

Für das Verfahren über die Rentenversicherung benötigen Sie folgende Unterlagen:
  • Rehabilitationsantrag
  • mit Anlage zum Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
  • Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung
  • ärztliches Gutachten der behandelnden (Krankenhaus-)Ärztin oder des behandelnden (Krankenhaus-)Arztes
Außerdem begutachtet Sie die verantwortliche Ärztin oder der verantwortliche Arzt der Einrichtung. Sie/Er überprüft, ob Sie für eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme geeignet sind.

Nehmen Sie den ausgefüllten Vorstellungsbogen zu einem ersten Beratungsgespräch in der SPR mit.

Häufige Fragen

Wie viel Geld steht mir während der Reha zur Verfügung?

Dieses ist unter anderem abhängig vom Kostenträger. Es errechnet sich aus dem Einkommen, das sie bis zum Beginn der Maßnahme erhalten haben.
  • Sie bekommen ein sogenanntes Übergangsgeld, wenn der Rentenversicherungsträger die Kosten der Rehabilitationsmaßnahme übernimmt.
  • Sie erhalten weiterhin Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Wohnungsmiete und Heizkosten werden ebenfalls weiter getragen.
  • Wenn Ihre Krankenkasse der Kostenträger ist und Sie weiter einen Anspruch auf Krankengeld haben, erhalten Sie für die Dauer der Reha-Maßnahme weiterhin Krankengeld.

Wann können meine Angehörigen, Freunde und Bekannte mich besuchen?

In der Regel können Sie ab 18:00 Uhr Besuch empfangen.

In den ersten vier Wochen der Reha-Phase I sollte man nicht außerhalb der Reha-Einrichtung übernachten, um sich einzugewöhnen. Danach sprechen wir gerne eine individuelle Regelung für Heimfahrten mit Ihnen ab.

Wie sind die Zimmer ausgestattet?

Die Zimmer sind vollmöbliert.

Sie erhalten einen eigenen Haustür- und Zimmerschlüssel. Natürlich können Sie gerne persönliche Dinge zum Wohlfühlen mitbringen, wie beispielsweise Ihren Fernseher, Computer oder Ihre Musikanlage. In den Räumen der Arbeitstherapie steht Ihnen ein Computer mit Internetzugang zur Verfügung.

Das Mitbringen von Haustieren ist nicht erlaubt.

Was mache ich, wenn es mir auch in der Reha schlecht geht?

Geraten Sie während der rehabilitativen Maßnahme erneut in eine psychische Krise und sind nicht mehr in der Lage, am Programm teilzunehmen, verlegen wir Sie möglicherweise in ein Krankenhaus oder eine psychiatrische Klinik. In Absprache mit Ihnen und der zuständigen Klinik setzen Sie die Reha-Maßnahme danach weiter fort.

Ambulant Betreutes Wohnen

Dieses Angebot richtet sich an Personen, die eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme in der SPR abgeschlossen haben und weitergehende psychosoziale Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft benötigen und wünschen.

Wir unterstützen,
  • wo die selbständige Lebensführung (noch) nicht umfassend möglich ist,
  • die Pflege sozialer Kontakte,
  • das Strukturieren des Tages,
  • den eigenverantwortlicher Umgang mit der psychischen Erkrankung.

Sie erhalten Kontinuität in der Betreuung durch bereits bekannte Mitarbeitende der SPR. Erneute psychische Krisen oder Störungen sollen rechtzeitig erkannt werden. Geeignete medizinische und therapeutische Maßnahmen können rechtzeitig eingeleitet werden. Klinikaufenthalte werden vermieden oder verkürzt.

Ein individueller Hilfeplan beinhaltet Ziele, Betreuungsinhalte und Angebote sowie ihre zeitliche Abstimmung. Auf dieser Grundlage erteilt der Landschaftsverband Westfalen–Lippe eine Kostenzusage, wenn die sozialhilferechtlichen Voraussetzungen vorliegen.

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