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Zensus 2022 - Wissen, was morgen zählt

Wie viele Menschen leben in den Städten und Gemeinden im Kreis Herford, in Nordrhein-Westfalen oder in Deutschland? Gibt es genügend und kostengünstigen Wohnraum für alle? Brauchen wir mehr Schulen, Kitas, Alten- oder Pflegeheime? Und wenn ja, wo genau? Diese und viele andere Fragen lassen sich anhand des Zensus 2022 und seiner Ergebnisse beantworten.

Dem Motto folgend „Wissen, was morgen zählt“, findet 2022 die nächste europaweite Zensusrunde statt – auch hier bei uns im Kreis Herford.

Die vorliegende Seite soll Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Themen rund um den Zensus 2022 im Kreis Herford geben und darüber hinaus verschiedene Kontaktmöglichkeiten für Ihre Auskunftsinteressen und Fragen zum Zensus 2022 bieten.

Für die Befragungen zum Zensus 2022 werden ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte beziehungsweise Interviewerinnen und Interviewer gesucht. Interesse? Hier geht es zur Ausschreibung.

Was ist der Zensus 2022?

Beim Zensus – allgemein auch als Bevölkerungs- oder Volkszählung bezeichnet – handelt es sich um eine bundesweite Befragung, durch die Daten und Informationen über die Wohnbevölkerung und zum zur Verfügung stehenden Wohnraum in Deutschland gewonnen werden.

Dabei dienen wie schon 2011 auch für den Zensus 2022 vorhandene Angaben und (Melde-)Daten aus bestehenden Verwaltungsregistern als Ausgangspunkt (zum Beispiel Verwaltungsdaten der Bundesagentur für Arbeit, der Landesvermessungsämter und der kommunalen Meldebehörden). Auf ihnen fußt der Zensus 2022, wobei diese Daten 1. durch eine direkte Befragung der Bevölkerung in Form einer Haushaltsstichprobe und 2. durch eine Befragung an sogenannten Sonderanschriften (Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte) ergänzt werden. 3. werden die Daten mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert. Daher spricht man auch von einem registergestützten Zensus.

Ein solches Verfahren ist deutlich kostengünstiger als eine direkte Befragung aller Bürgerinnen und Bürger (Vollerhebung) und geht mit geringeren (zeitlichen) Belastungen für die Bevölkerung einher, bei vergleichbarer Qualität zu einer Vollerhebung.

Deren Gegenpol, eine reine Auszählung der Melderegister, ist zur Einwohnerzahlermittlung leider nicht ausreichend, da die Melderegister nicht flächendeckend dieselbe Qualität aufweisen und nicht alle Angaben aus ihnen präzise und aktuell sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die zur Pflege der Melderegister benötigten Informationen nicht immer (zeitnah) vorliegen und/oder nicht immer (korrekt) geliefert werden. Insofern werden die vorliegenden Daten im Laufe der Zeit ungenauer.

Wofür ist der Zensus 2022 gut?

Ein zentrales Ziel der regelmäßigen Durchführung des Zensus ist es, aktuelle und zuverlässige Bevölkerungszahlen und damit Melderegisterdaten zu ermitteln, die als Grundlage für die Bevölkerungsfortschreibung dienen. Schließlich kann es hierbei im Laufe der Jahre zu immer größeren Ungenauigkeiten kommen, weshalb eine „Bestandsaufnahme“ der Zahlen der Einwohnerinnen und Einwohner alle zehn Jahre wichtig ist.

Denn eine Vielzahl an Entscheidungen sowie rechtlichen Regelungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene beruhen auf korrekten amtlichen Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Auf ihrer Basis werden unter anderem

  • Wahlkreise eingeteilt,
  • die Sitzverteilung im Bundesrat organisiert,
  • EU-Fördergelder bemessen,
  • das Bruttoinlandprodukt pro Kopf oder
  • der Länderfinanzausgleich und der kommunale Finanzausgleich berechnet.

Auch sind sie für die öffentliche beziehungsweise kommunale Infrastrukturplanung von hoher Relevanz. Zum Beispiel lassen sich die Daten der Gebäude- und Wohnungszählung (zur aktuellen Wohnungsstruktur nach Anzahl, Größe, Ausstattung, Nettokaltmiete und Nutzung/Leerstand von Wohnungen) als Grundlage dafür nutzen, wohnungspolitische Maßnahmen, wie zum Beispiel im Zusammenhang mit der Wohnungsbauförderung oder in Bezug auf die städtebauliche Entwicklung und Raumplanung, abzuleiten und anzustoßen.

In sozialplanerischer Hinsicht lassen sich anhand verschiedener Zensus-Merkmale Aussagen zur räumlichen Sozialstruktur treffen und damit besser eingrenzen, wo gegebenenfalls Unterstützungsbedarfe bestehen. Andere Zensus-Kennzahlen wiederum lassen sich mit Blick auf die Frage nach dem Bedarf und der passenden Lage von Schulen, Spielplätzen, Alten-/Pflegeheimen analysieren, um nur einige Beispiele zu nennen.

Insgesamt liefert der Zensus Informationen sowie valide und reliable Basiszahlen, die aus keiner anderen amtlichen Statistik in dieser regionalen Tiefe hervorgehen. Seine (Struktur-)Daten erlauben allgemeine Aussagen darüber, wie die Menschen im Durchschnitt in Deutschland leben, wohnen und arbeiten. Sie dienen als Grundlage und Planungsgröße für administrative Entscheidungen von Bund, Ländern und Kommunen, von Verwaltungen und der Wirtschaft - insbesondere auf den Gebieten Bevölkerung, Wirtschaft, Soziales, Wohnungswesen, Raumordnung, Verkehr, Umwelt und Arbeitsmarkt. Selbstverständlich stehen die Befunde auch allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

Eine Übersicht über die Befunde des Zensus 2011 zur Bevölkerung und Haushaltsstruktur für den Kreis Herford findet sich unter anderem hier.

Wer ist für den Zensus 2022 verantwortlich?

Für den Zensus arbeiten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zusammen. Sie bereiten die Erhebung vor, koordinieren eine (bundes-)einheitliche und termingerechte Durchführung und sichern die Einhaltung der rechtlichen sowie qualitätsbezogenen Standards. Das Statistische Bundesamt ist dabei vor allem für die Konzeption der Erhebung sowie die Entwicklung der benötigten technischen Anwendungen verantwortlich und stellt die notwendige IT-Infrastruktur für den Empfang, die Aufbereitung und Datenhaltung zur Verfügung. Darüber hinaus steht das Statistische Bundesamt als Informationsstelle für Rückfragen der Statistischen Landesämter zur Verfügung.

Die Statistischen Ämter der Länder übernehmen die Durchführung der Befragungen in ihrem jeweiligen Bundesland. Sie erheben eigenständig die Daten für die Gebäude- und Wohnungszählung und steuern die Einrichtung von Erhebungsstellen in den Kreisen und kreisfreien Städten (zum Beispiel die Schulung der Erhebungsstellenleitungen), für die sie auch direkte Ansprechpersonen sind.

Die Kreise und kreisfreien Städte wiederum sind in organisatorischer, informationstechnischer sowie datenschutzrechtlicher Hinsicht verantwortlich für die Einrichtung und Absicherung der Erhebungsstellen sowie für die Durchführung der Haushaltebefragung und der Befragung an Sonderanschriften. Dies gilt auch mit Blick auf den Kreis Herford. Die hier für den Zensus 2022 mit Stand 31. Oktober 2021 eingerichtete Erhebungsstelle kümmert sich nach Weisung des Statistischen Landesamtes NRW um die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Haushaltebefragung sowie der Befragung an Sonderbereichen und alle damit im Zusammenhang anfallenden notwendigen Aufgaben und umzusetzenden Maßnahmen im Zensus 2022.

Sie erreichen die Erhebungsstelle für den Zensus 2022 des Kreises Herford unter folgender Mailadresse: zensus2022@kreis-herford.de

Alle weiteren Kontaktdaten finden Sie rechts in der Randspalte.

Welche rechtliche Grundlage hat der Zensus 2022?

Rechtlich geregelt ist der Zensus anhand verschiedener gesetzlicher Grundlagen. Er basiert auf dem EU-Recht, dem Bundesrecht und dem Landesrecht.

Laut EU-Recht fußt der Zensus ganz grundsätzlich auf der EU-Verordnung (EG) Nr. 763/2008, welche die EU-Mitgliedsstaaten zur Erfassung von Bevölkerungsergebnissen alle zehn Jahre verpflichtet.

Die zentrale rechtliche Grundlage für den Zensus 2022 sowie dessen konkrete Durchführung auf Bundes- und Landesebene ergibt sich aus dem Zensusvorbereitungsgesetz 2022 (ZensVorbG 2022), dem Zensusgesetz 2022 (ZensG 2022) sowie dem Zensusgesetz 2022 - Ausführungsgesetz NRW (ZensG 2022 AG NRW).

Dort werden die wesentlichen Eckpunkte zur Durchführung des Zensus 2022 bestimmt. Zum Beispiel werden der Berichtszeitpunkt sowie die Erhebungs- und Hilfsmerkmale festgelegt und Bestimmungen zur Auskunftspflicht, zur Zusammenführung, zur Löschung und zur Aufbewahrung der erhobenen Daten ausgeführt. Auch sind notwendige ergänzende Bestimmungen auf Landesebene enthalten, die sicherstellen, dass die im Rahmen des Zensus 2022 anfallenden Arbeiten auf Landesebene erledigt werden können.

Darüber hinaus bilden das Bundesstatistikgesetz (BStatG), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das Datenschutzgesetz NRW (DSG NRW) sowie die Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) die zusätzliche allgemeine zu beachtende Rechtsgrundlage. Diese enthalten insbesondere Regelungen und Ausführungen zum Umgang, zur Verarbeitung und zur Sicherung personenbezogener Daten, wie sie im Zensus 2022 erhoben werden.

Wer wird befragt?

Grundsätzlich gehören laut § 3 ZensG 2022 zur Bevölkerung die Einwohnerinnen und Einwohner der Städte und Gemeinden sowie die im Ausland tätigen Angehörigen des Auswärtigen Dienstes, der Bundeswehr und der Polizeibehörden des Bundes und der Länder sowie ihre dort ansässigen Familien.

Davon ausgehend, lassen sich im Rahmen des Zensus 2022 drei Befragungen unterscheiden: 1. Die Haushaltebefragung, 2. die Befragung von Sonderanschriften sowie 3. die Gebäude- und Wohnungszählung.

  1. Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung werden im Rahmen einer Haushaltsstichprobe befragt. Es handelt sich hierbei um Anschriften mit Wohnraum und mindestens einer wohnhaften Person. Im gesamten Kreis Herford werden nach derzeitigem Stand voraussichtlich etwa 21.000 Personen in rund 4.200 Haushalten befragt. Dieser Erhebungsteil ist notwendig, um bestehende Ungenauigkeiten in den Melderegistern, also Über- und Untererfassungen der Wohnbevölkerung in der amtlichen Statistik (sogenannte Karteileichen und Fehlbestände), zu korrigieren sowie um (Struktur-)Daten zu erheben, die nicht in den Registern vorliegen. Ziel ist dabei nicht die Darstellung der individuellen Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger, sondern den Durchschnitt abzubilden, um eine verlässliche sowie qualitativ hochwertige Datenbasis etwa für politisch-administrative Planungen zu erhalten.

  2. Eine weitere Befragung betrifft sogenannte Sonderanschriften. Hierunter fallen insbesondere Wohnheime (zum Beispiel Studierendenwohnheime) und Gemeinschaftsunterkünfte (zum Beispiel Alten-/Pflegeheime oder Kinder-/Jugendheime), da es dort unter anderem aufgrund hoher Fluktuation und unvollständigem Meldeverhalten zu überdurchschnittlich vielen veralteten, unvollständigen und/oder fehlerhaften Angaben in den Melderegistern kommt. Deswegen und weil für solche Einrichtungen kein zentrales Register besteht, werden hier alle Adressen befragt (Vollerhebung) und über eine umfangreiche Recherchearbeit der Statistischen Landesämter ermittelt. Demnach gibt es im gesamten Kreis Herford laut Statistischen Landesamt NRW aktuell rund 330 Sonderanschriften, wobei im Falle der Gemeinschaftsunterkünfte die Einrichtungsleitung stellvertretend auskunftspflichtig ist, während dies in den Wohnheimen die Bewohnerinnen und Bewohner selbst sind. Dies hat zweierlei Hintergründe. Zum einen kann bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Wohnheimen von einer eigenen Haushaltsführung ausgegangen werden, während Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften in der Regel durch die Betreiberin/den Betreiber der Unterkunft versorgt und/oder betreut werden. Zum anderen besteht für Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften oft ein höherer Schutzbedarf, da die Information über die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaftsunterkunft die Gefahr einer sozialen Benachteiligung bergen kann. Abgesehen davon sind die Bewohnerinnen und Bewohner aber teilweise auch nicht in der Lage, selbst Auskunft zu erteilen.

  3. Neben den Einwohnerinnen und Einwohnern, die am Zensus-Stichtag in Deutschland leben, werden im Zensus 2022 auch alle privaten Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum in Deutschland befragt, ebenso gewerblich tätige Mehrfacheigentümerinnen und -eigentümer und Verwalterinnen und Verwalter sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen (Vollerhebung). Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass es in Deutschland keine verlässlichen Grunddaten und auch kein einheitliches Verwaltungsregister gibt, das den Bestand an Wohnungen, Gebäuden mit Wohnraum und bewohnten Unterkünften flächendeckend und vollzählig erfasst. Ziel der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 ist daher die vollzählige und aktuelle Erfassung aller am Erhebungsstichtag bestehenden Gebäude mit Wohnraum und bewohnten Unterkünften sowie der darin befindlichen Wohnungen und deren Wohnungsstruktur. Außerdem sollen die mit der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 ermittelten Bestandszahlen als neue Grundlage für eine laufende Fortschreibung des Gebäude- und Wohnungsbestandes in Deutschland fungieren.

Weitere Informationen zu diesem Punkt finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.

Wie wird entschieden, wer teilnimmt?

Im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung sowie der Befragung an Sonderanschriften werden alle Auskunftspflichtigen kontaktiert, die durch die Statistischen Ämter der Länder recherchiert werden konnten, zum Beispiel anhand von Informationen aus Verwaltungsregistern oder durch Anfragen bei Wohnungsunternehmen und den Kommunen. Hier findet somit keine Auswahl statt, sondern eine Vollerhebung.

Die Befragung der Haushalte basiert hingegen auf einer Zufallsauswahl. Basis für die Ziehung der Stichprobe durch das Statistische Bundesamt ist ein Verzeichnis aller Anschriften mit Wohnraum in Deutschland. Diese Anschriften werden sortiert nach Kommunen und innerhalb der Kommunen nach der Größenklasse der Anschriften (das heißt der Anzahl der Personen an der Anschrift laut Melderegister). Die Größenklassen werden zu sogenannten Schichten zusammengefasst. Aus diesen werden zufällig Anschriften herausgezogen, an denen dann alle wohnhaften Personen befragt werden. Im gesamten Kreis Herford werden dies nach derzeitigem Stand voraussichtlich rund 21.000 Personen in rund 4.200 Haushalten sein.

Was für Fragen werden gestellt?

Ganz grundsätzlich wird mit dem Zensus 2022 ermittelt, wie viele Menschen zum Stichtag 15. Mai 2022 in Deutschland leben. Darüber hinaus werden unter anderem Daten zu soziodemographischen Merkmalen, zu Haushaltsstrukturen, zur Bildung/Ausbildung und zur Erwerbstätigkeit sowie zu Gebäuden und Wohnungen beziehungsweise zur Wohnungsstruktur erhoben. Eine Einsichtnahme in die Fragebögen ist dabei derzeit leider noch nicht möglich.

Die Fragebögen, die im Rahmen des Zensus 2022 eingesetzt werden, dürfen aus Sicherheitsgründen – etwa um Fälschungsversuchen vorzubeugen – erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Sie sind bundesweit identisch und befinden sich aktuell noch in der inhaltlichen Abstimmung zwischen den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder.

Einen guten Eindruck erhält man jedoch, wenn man die Fragebögen der einzelnen Befragungsteile aus dem Zensus 2011 betrachtet. Diese sind hier öffentlich abrufbar und dürften aller Voraussicht nach eine relativ große inhaltliche Schnittmenge mit den im Zensus 2022 gestellten Fragen haben.

Wann findet die Befragung statt?

Mit dem Zensus 2022 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre verpflichtend stattfinden muss (EU-Verordnung 763/2008). Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der anstehende Zensus ausnahmsweise von 2021 in das Jahr 2022 verschoben.

Bundesweiter Zensus-Stichtag ist der 15. Mai 2022. Einen Tag später starten – auch im Kreis Herford – die Haushaltebefragungen sowie die Befragungen an Sonderanschriften. Beide müssen nach rund 12 Wochen, also bis Mitte August 2022, abgeschlossen sein.

Auch die im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung benötigten Informationen werden ab dem Stichtag 15. Mai 2022 erhoben.

Wie läuft die Befragung ab?

Haushaltebefragung:

Im Rahmen der Haushaltebefragung begehen sogenannte Erhebungsbeauftragte – man könnte auch von Interviewerinnen und Interviewern sprechen – zunächst rund zwei Wochen vor dem Zensus-Stichtag am 15. Mai 2022 die durch das Statistische Bundesamt zufällig gezogenen und ihnen durch die Erhebungsstelle zugeteilten Anschriften und werfen ein erstes Informationsanschreiben in die Briefkästen ein, inklusive eines ersten Terminvorschlags zur Befragung (ab dem 16. Mai 2022).

Zuvor wurden die Erhebungsbeauftragten gesetzlich auf die Wahrung des Statistikgeheimnisses, zur Sicherstellung des Datengeheimnisses sowie sonstiger datenschutzrechtlicher Vorschriften und zur (statistischen) Geheimhaltung der Erkenntnisse und Informationen, die sie während und nach ihrer Tätigkeit gewinnen (z. B. über persönliche und sachliche Verhältnisse), per Niederschrift verpflichtet (gemäß ZensG 2022 und BStatG) und außerdem für ihre Tätigkeit schriftlich bestellt und speziell geschult. Ein entsprechender Ausweis bestätigt dabei die Rechtmäßigkeit ihrer Arbeit.

Die Erhebungsbeauftragten erscheinen dann zum angekündigten Termin und treffen hoffentlich die auskunftspflichtige(n) Person(en) an. In diesem Rahmen findet dann die sogenannte Existenzfeststellung oder Ziel-1-Befragung statt. Dabei wird geklärt, wie viele und welche Personen in dem jeweiligen Haushalt aktuell wohnen. Hierzu werden von allen haushaltsangehörigen Personen der jeweiligen Stichprobenanschrift einige wenige personenbezogene sowie demographische Angaben direkt im persönlichen Gespräch erhoben (also mündlich mitgeteilt) und schriftlich in einem Kurzfragebogen vermerkt. Stellvertretende Auskünfte über die jeweiligen in derselben Wohnung lebenden Haushaltsangehörigen sind hier ebenfalls möglich (Proxy-Auskunft).

Anschließend bekommt in der Regel jede im Haushalt lebende Person eine persönliche Kennung inklusive Passwort ausgehändigt, um online an der eigentlichen Haushaltsbefragung (Ziel-2-Befragung) zu verschiedenen weiteren soziodemographischen Merkmalen teilnehmen zu können. Dies ist nur dann nicht der Fall, wenn der Haushalt zu einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört. In diesem Fall werden die haushaltsangehörigen Personen nicht zwingend weiter befragt, da in solch kleineren Gemeinden nach Vorgabe des statistischen Bundesamtes lediglich ein Maximalsatz von acht Prozent der Gesamt-Einwohnerinnen und -Einwohner befragt werden darf. Für den Kreis Herford trifft dies ausschließlich auf die Gemeinde Rödinghausen zu. In allen anderen Kommunen sind die Haushaltsangehörigen zu beiden Befragungsteilen auskunftspflichtig.

Anhand der ausgehändigten individuellen Kombination aus persönlicher Kennung und Passwort können sich die Auskunftspflichtigen über ihr digitales Endgerät (PC, Laptop, Smartphone, Tablet) online auf einer entsprechenden Webseite des Statistischen Landesamtes NRW anmelden (IDEV – Internetdatenerhebung im Verbund). Das ermöglicht ihnen, den Online-Fragebogen der eigentlichen Haushaltsbefragung (Ziel-2-Befragung) zu einem für sie passenden Zeitpunkt auszufüllen.

Die Daten gehen anschließend über eine gesicherte Verbindung direkt an das Statistische Bundes- beziehungsweise Landesamt. Wenn es gewünscht ist, kann anschließend ein entsprechender Beleg gespeichert und/oder ausgedruckt werden.

Befragung an Sonderbereichen:

Die Befragung an Sonderbereichen erfolgt analog zu der Haushaltebefragung. Unterschied ist hier, dass im Falle der Gemeinschaftsunterkünfte die Auskunftserteilung der Bewohnerinnen und Bewohner nicht durch diese persönlich erfolgt, sondern die Einrichtungsleitung stellvertretend auskunftspflichtig ist. Dementsprechend wird lediglich die Existenzfeststellung beziehungsweise Erhebung der Ziel-1-Merkmale durchgeführt, da der jeweiligen Leitung nur Basisinformationen zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung vorliegen. Dies ist auch mit dem (teilweise bestehenden) besonderen Schutzbedarf der Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften zu begründen. Die Auskunftserteilung soll wegen der oft großen Anzahl an Personen in Gemeinschaftsunterkünften dabei ausschließlich in elektronischer Form anhand des bereits erwähnten Online-Meldeverfahren IDEV durch die jeweilige Einrichtungsleitung erfolgen.

Dagegen werden die Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen – analog zum Vorgehen bei der Haushaltebefragung – im Rahmen der Existenzfeststellung (Ziel-1-Befragung) direkt im persönlichen Gespräch durch die Erhebungsbeauftragten befragt. Sollten sie zusätzlich Teil der Haushaltsstichprobe sein (Ziel-2-Befragung), was auf rund acht Prozent der Anschriften zutrifft, sind sie entsprechend auch hier auskunftspflichtig und bekommen eine personalisierte Kennung und Passwort zur Teilnahme an dem oben beschriebenen Online-Meldeverfahren IDEV (Internetdatenerhebung im Verbund) ausgehändigt.

Gebäude- und Wohnungszählung:

Ab dem Zensusstichtag zum 15. Mai 2022 erhalten alle Auskunftspflichtigen der Gebäude- und Wohnungszählung (private Eigentümerinnen und Eigentümer, gewerbliche (Mehrfach-)Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwalterinnen und Verwalter sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen) ein postalisches Anschreiben vom Statistischen Landesamt NRW. Die Auskunft zu den relevanten Gebäude- und Wohnungsmerkmalen kann dann durch die jeweils auskunftspflichtige Person schnell und sicher auf elektronischem Weg erteilt werden. Hierfür sind im Anschreiben Zugangsdaten sowie Kennwort zum bereits erwähnten Online-Meldeverfahren IDEV enthalten.

Die Unternehmen der Wohnungswirtschaft sowie Großeigentümer übermitteln ihre Datenlieferungen ebenfalls ab dem Zensus-Stichtag über einen separaten speziellen vorgegebenen elektronischen Weg auch direkt an das Statistische Landesamt NRW.

Falls mehrere Auskunftspflichtige zu einer Wohneinheit identifiziert werden können, müssen sich diese untereinander einigen, wer die Auskunft erteilt, wobei eine Auskunft pro Wohneinheit ausreichend ist.

Weiterführende Informationen zur Gebäude- und Wohnungszählung im Rahmen des Zensus 2022 finden sie hier.

Ist die Teilnahme freiwillig?

Für die einzelnen Erhebungsteile des Zensus 2022 besteht eine sogenannte Auskunftspflicht.

Das heißt, ist man Teil der Haushaltebefragung, der Befragung an Sonderanschriften oder der Gebäude- und Wohnungszählung, ist man gesetzlich dazu verpflichtet den entsprechenden Fragebogen vollständig auszufüllen. Dies wird innerhalb des Zensusgesetzes 2022 (ZensG 2022, Abschnitt 5, § 23 bis § 26) geregelt.

Demnach sind etwa mit Blick auf die Haushaltebefragung und die Befragung an Wohnheimen alle Volljährigen und alle einen eigenen Haushalt führenden Minderjährigen auskunftspflichtig. Sie sind jeweils auch auskunftspflichtig für minderjährige Haushaltsmitglieder, die unter den ausgewählten Anschriften wohnen. Für volljährige Haushaltsmitglieder, die insbesondere wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht selbst Auskunft geben können, muss ein anderes auskunftspflichtiges Haushaltsmitglied die Angaben zu der betreffenden Person erteilen. Die Auskunftspflicht über Daten anderer Personen betrifft jedoch nur Daten, die der auskunftspflichtigen Person bekannt sind.

Für Personen in Gemeinschaftsunterkünften ist die jeweilige Einrichtungsleitung auskunftspflichtig.

Allerdings können betroffene Personen ihre Rechte insbesondere nach Art. 15 bis 21 DS-GVO für den Zensus 2022 gegenüber allen Statistischen Ämtern geltend machen. Das Statistische Landesamt NRW beantwortet dabei Anfragen zu den in seiner Zuständigkeit erhobenen Daten. Das Statistische Bundesamt beantwortet Anfragen hinsichtlich der Datenverarbeitung im Statistischen Bundesamt.

Wenden Sie sich hierzu bitte an die Datenschutzbeauftragte des Statistischen Landesamtes NRW unter: datenschutzbeauftragte@it.nrw.de

oder an den Datenschutzbeauftragten des Statistischen Bundesamtes unter: datenschutzbeauftragter@destatis.de

Wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Im Zusammenhang mit dem Zensus 2022 ist Datenschutz weit mehr als eine gesetzliche Pflichtübung. Der Zensus 2022 lebt vom Vertrauen und der Akzeptanz der Bevölkerung sowie der Auskunftspflichtigen, womit der Schutz der Daten auch einen hohen Stellenwert für die Qualität der Ergebnisse gewinnt. Daher legen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder genau wie die kommunalen Erhebungsstellen beim Zensus 2022 höchstes Augenmerk auf entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, die den Schutz Ihrer Daten gewährleisten.

Der Datenschutz und die Informationssicherheit sind dabei an den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG), des Datenschutzgesetzes NRW (DSG NRW) sowie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ausgerichtet. Zusätzlich zu diesen behördlichen Ansprüchen und rechtlichen Voraussetzungen wird auf weitere sachkundige Beratung zurückgegriffen: Das Gesamtprojekt Zensus 2022 wird sowohl von der Aufsichtsbehörde für den Datenschutz – dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und die Informationsfreiheit – als auch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begleitet.

Die Erhebungsstellen – auch die des Kreises Herford – und damit auch die beim Zensus 2022 erhobenen Daten werden demnach durch vielfältige bauliche/räumliche, informationstechnische und organisatorische Zugangsbeschränkungen und -maßnahmen gesichert. So sind die Daten jederzeit vor Einsicht und Zugriff Dritter zu schützen und ihre Unzugänglichkeit sicherzustellen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Abschottung. Außerdem werden in enger Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten und der IT-Sicherheit des Kreises Vorkehrungen zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit getroffen, die insbesondere die Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Daten gewährleisten.

Zum Beispiel wird jegliches Personal, das der Erhebungsstelle des Kreises Herford angehört und/oder mit der Durchführung des Zensus 2022 betraut ist, vor Stellenantritt gesetzlich auf die Wahrung des Statistikgeheimnisses, zur Sicherstellung des Datengeheimnisses sowie sonstiger datenschutzrechtlicher Vorschriften und zur (statistischen) Geheimhaltung der Erkenntnisse und Informationen, die sie während und nach ihrer Tätigkeit gewinnen (zum Beispiel über persönliche und sachliche Verhältnisse), per Niederschrift verpflichtet (gemäß ZensG 2022 und BStatG). Diese Geheimhaltungspflicht besteht auch nach Beendigung des Zensus 2022 fort. Dies gilt insbesondere auch für die einzelnen Erhebungsbeauftragten. Nur die hier genannten Personen haben außerdem Zutritt zur Erhebungsstelle des Kreises und sind für ihre jeweiligen Aufgaben und Tätigkeiten schriftlich bestellt und speziell geschult worden. Entsprechend müssen sie bei ihrer Arbeit mit den Daten auch besondere Vorkehrungen und Abläufe beachten und befolgen.

Darüber hinaus werden zur Datenübermittlung an die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder grundsätzlich sichere Verbindungen genutzt. Muss in anderen Zusammenhängen auf allgemein zugängliche Netze zurückgegriffen werden, werden dem jeweiligen Stand der Technik entsprechende Zertifizierungs- und Verschlüsselungsverfahren angewendet.

Auch das sogenannte Rückspielverbot hat für den Zensus 2022 ausnahmslos Bestand. Demnach werden die personenbezogenen Angaben der Auskunftspflichtigen geheim gehalten und dürfen weder an private noch an staatliche Institutionen weitergegeben werden. In der Praxis heißt das, dass zwar Daten aus den Verwaltungsregistern, die für die Vorbereitung und Durchführung des Zensus benötigt werden, an die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie die Erhebungsstellen übermittelt werden dürfen, es aber umgekehrt nicht zulässig ist, Angaben der Auskunftspflichtigen an diese oder andere Institutionen zurückzuspielen. Diese Daten fließen stets nur in eine Richtung – hin zur amtlichen Statistik.

Insgesamt werden also eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen – und auch entsprechend dokumentiert – um die erhobenen Daten in den Erhebungsstellen sowie in den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder zu sichern und vor einer unerlaubten Einsichtnahme durch Dritte zu schützen.

Dies wird auch nach Abschluss der eigentlichen Datenerhebung weiter fortgeführt. In der anschließenden Phase der Datenaufbereitung werden die Daten anonymisiert und vor der Veröffentlichung von Ergebnissen einer Reihe von Geheimhaltungsverfahren unterzogen. Zur Publikation gelangen nur zusammengefasste Ergebnisse, die keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen.

Für weitergehende Informationen zum Thema Datenschutz im Zensus 2022 wenden Sie sich bitte an die Datenschutzbeauftragte des Statistischen Landesamtes NRW unter: datenschutzbeauftragte@it.nrw.de

Worin unterscheidet sich der Zensus 2022 vom Zensus 2011?

Eine Änderung gegenüber dem Zensus 2011 besteht in der Fokussierung auf Online-Auskünfte der Auskunftspflichtigen. Dadurch soll die Datenqualität verbessert sowie eine Beschleunigung der Folgeprozesse erreicht werden. Die Nutzung von Papierfragebogen wird auf das absolut notwendige Minimum reduziert.

Weiterhin wird im Zensus 2022 die Haushaltebefragung in allen Gemeinden durchgeführt. Beim Zensus 2011 fand diese nur in Gemeinden mit mindestens 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern statt. In kleineren Gemeinden gab es damals ein alternatives Bereinigungsverfahren. Durch die Ausweitung der Stichprobe ist für den Zensus 2022 nun ein einheitliches methodisches Vorgehen zur Einwohnerzahlermittlung, unabhängig von der Gemeindegröße, gewährleistet.

Zudem fällt mit Blick auf den Fragebogen der Haushaltebefragung im Zensus 2022 die Frage nach der Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft sowie die freiwillige Angabe nach dem Glaubensbekenntnis weg. Waren diese noch Gegenstand im Zensus 2011, werden diese Informationen – soweit möglich – nun ausschließlich aus den Melderegistern gewonnen.

Auch werden im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung im Zensus 2022 zusätzlich der überwiegende Energieträger für die Heizung des Gebäudes, die Nettokaltmiete, die Leerstandsdauer und der Leerstandsgrund erfragt.



Haben Sie noch Fragen?

Sollten Sie darüber hinausgehende grundsätzliche Fragen oder Informationsbedarfe zum Zensus 2022 haben, möchten wir gerne auf die offizielle Seite zum Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes verweisen. Dort wird eine Fülle an vertiefenden Detailinformationen und zusätzlichem Material zum Zensus 2022 bereitgestellt.

Für Fragen zur Gebäude- und Wohnungszählung wenden Sie sich bitte an das Statistische Landesamt NRW.

Darüber hinaus können Sie sich auch an die Zensus-Erhebungsstelle des Kreises Herford wenden, sollten Sie Fragen im Rahmen des Zensus 2022 zur Haushaltebefragung oder der Befragung von Sonderanschriften im Kreis Herford haben.