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Aktuell rund 100 gemeldete ukrainische Flüchtlinge im Kreis - Landrat überwältigt von Hilfsbereitschaft im Kreisgebiet

Kreis Herford. Auch die Kreisverwaltung setzt ein Zeichen der Solidarität und ein Zeichen für Frieden, Menschlichkeit und Zusammenhalt. Am Kreishaus sind seit heute (03.03.) die Flaggen von Europa und der Ukraine gehisst. Ab morgen Abend (04.03.) – mit Einsetzen der Dunkelheit – wird der Lichthof im Kreishaus in den Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet. Von der vielbefahrenen Wittekindstraße und auch von den ein- und ausfahrenden Zügen aus wird die orange-blaue Lichtinstallation von außen sichtbar sein. Die Lichtaktion ist für eine Woche geplant.

„Der Anlass ist ein sehr trauriger: Wir alle sind fassungslos über den Krieg in der Ukraine, über die dramatischen Entwicklungen und über das Ausmaß. Unschuldige Menschen in der Ukraine erleben aktuell unvorstellbares Kriegsleid. Viele Menschen in ganz Europa fühlen sich betroffen, viele empfinden Hilflosigkeit. In diesen Zeiten wollen wir als Gemeinschaft zusammenstehen und mit dieser Aktion der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass der Frieden bald zurückkehrt,“ erklärt Landrat Jürgen Müller.

Derzeit werden von Kreis und den 9 Kommunen Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine geschaffen. Aktuell sind rund 100 geflüchtete Personen im Kreisgebiet gemeldet. Dabei sind Personen berücksichtigt, die kommunal untergebracht wurden aber auch Personen, die privat untergebracht sind und Leistungen beantragt haben. Die Zahlen spiegeln allerdings die aktuelle Lage der geflüchteten Ukrainer im Kreisgebiet vermutlich nur unzureichend wider, weil viele Personen privat untergebracht sind und (noch) nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

Es wird mit größeren Flüchtlingsbewegungen in naher Zukunft gerechnet.

Gewaltige Welle der Unterstützung auch im Kreisgebiet

„Trotz des Entsetzens über den Krieg bin ich überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Die Welle der Solidarität ist riesig, zahlreiche Hilfsinitiativen sind auch im Kreis Herford bereits gestartet. Auch die Kreisverwaltung ist betroffen und gefordert: Schon jetzt koordinieren wir eine zentrale Stelle für Anfragen aus der Bevölkerung, weitere Herausforderungen werden folgen. Ich bin mir sicher, dass wir das stemmen – vor allem mit der großen Unterstützung: Gemeinsam sind wir stark, für den Frieden in Europa, in Deutschland und im Kreis Herford. In diesem Sinne sehe ich uns auch als leuchtende Vorbilder“, ergänzt Landrat Müller.

Der Kreis Herford hat, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden sowie Hilfsorganisationen, das Spendenkonto „Aktionsbündnis Kreis Herford hilft Ukraine“ einrichten lassen. Dort werden ab sofort Spenden entgegengenommen. Die IBAN: DE39 4945 0120 0000 0538 27

Darüber hinaus hat der Kreis eine zentrale Rufnummer (05221 132084) und ein zentrales Mail-Postfach (ukrainehilfe@kreis-herford.de) eingerichtet. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger melden, die Fragen haben oder Unterstützung leisten möchten – zum Beispiel in Form von Unterkünften, die sie Flüchtlingen zur Verfügung stellen möchten. Zentraler Ansprechpartner ist Can-Marvin Öz. Die Rufnummer ist von montags bis donnerstags von 7 Uhr bis 16 Uhr sowie freitags von 7 Uhr bis 13 Uhr erreichbar.

Bisher haben sich zahlreiche Menschen an die Anlaufstelle des Kreises gewandt. Überwiegend werden Unterkünfte angeboten, es gibt aber auch viele Fragen zu den Themen Sach- und Geldspenden. Auch in den Kommunen und bei vielen Hilfsorganisationen ist die Hilfsbereitschaft groß.